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Thema: mein Senf/Schöne neue Welt

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Montag, 19. Januar 2026 22:30

Harald Lesch in der KulturEtage - Klimawandel

Heute haben wir uns mit Freunden in der KulturEtage getroffen, um einen Vortrag von Harald Lesch über den Klimawandel anzuhören. Es ist schon großartig, dass uns diese Möglichkeit in der Messestadt geboten wird, und das sogar kostenlos.

Was habe ich an diesem Abend mitgenommen?

  • Wir können den Klimawandel nicht mehr aufhalten.

    Das CO2 wird die nächsten hunderte Jahre als Treibhausgas aktiv sein. Das 1,5°C-Ziel haben wir gerissen. Die Auswirkungen sind klar:

    -> mehr Hochwasser-Ereignisse, klar, wenn es wärmer ist, verdunstet mehr Meerwasser, das muss irgendwie irgendwo wieder runter

    -> mehr tropische Wirbelstürme, weil ein erhitzter Ozean mehr Energie abgibt und daher die Entstehung von energiereicheren Wirbelstürmen begünstigt

    -> mehr Hitzewellen, mehr Hitzetote, usw. Wir müssen leider damit leben. Aber es ist essentiell, dass wir unseren CO2-Ausstoss verringern. (Methan war nicht Thema des Vortrags, daher ging es nur um fossile Brennstoffe und nicht um Rinderhaltung)

  • Wie kann man nachweisen, dass die Klimaerwärmung menschengemacht ist?

    Erstaunlicherweise durch den radioaktiven Zerfall von Kohlenstoff. Die Halbwertszeit von C14 ist lediglich 5.730 Jahre. Verglichen mit den Millionen Jahren, die die organischen Stoffe im Boden verblieben sind, bevor sie zu Kohle und Öl geworden sind, ist das ein Wimpernschlag. Das führt dazu, dass in Kohle praktisch kein einziges radioaktives C14-Isotop mehr zu finden ist. Wenn Kohle also verbrannt wird, dann ist auch das Kohlendioxid in der Luft frei von C14. Kohlendioxid, dass durch organische Prozesse entsteht, z.B. das was wir ausatmen, enthält aber den natürlichen Anteil von eins zu einer Billion. Dadurch ändert sich auch das Verhältnis der C12 und C13-Isotope in der Atmosphäre, was eindeutig beweist, dass der CO2-Anstieg in der Atmosphäre durch fossile Brennstoffe verursacht wird und damit tatsächlich menschengemacht ist.

    Und mal ganz banal gesagt: Es ist sehr vermessen zu glauben, dass wir Milliarden Tonnen Öl aus der Erde pumpen und verbrennen können, ohne dass es den Anteil von CO2 in der Atmosphäre erhöht. Wir müssen also weg von fossilen Brennstoffen. Auch um unsere Abhängigkeit von anderen Staaten zu reduzieren. Im übrigen hat China das schon längst erkannt.

  • Gute Nachricht: Hier wird der Markt regeln!

    Und damit meine ich nicht meine dystopische Phantasie, dass es zu einem extremen Sozialdarwinismus führen wird und am Ende nur ein kleiner Teil der Menschheit überleben wird. Das vielleicht auch, aber wir sehen schon jetzt, dass der Energiesektor unaufhaltsam transformiert wurde - egal was The Orange One von sich gibt. Der Verkehrssektor wird in den nächsten Jahren ebenfalls transformiert. Es wird eine Zeit kommen, da muss man mit einem Verbrenner sehr weit fahren, um überhaupt noch eine Tankstelle zu finden, während das E-Auto bequem lädt, während man im Restaurant sitzt, einkaufen geht oder im Bett liegt und schläft. Beim Gebäudesektor wird es etwas länger dauern, weil Häuser und Heizungen die längste Lebensdauer haben. Aber auch hier wird eine Transformation nicht mehr aufzuhalten sein.

    Warum? Weil Erneuerbare (Wasser, Wind, Sonne und Biomasse) einfach viel kostengünstiger und effizienter sind als fossile Brennstoffe. Das hat man sogar in Texas kapiert.

Ich hatte befürchtet, dass sich auch Personen im Publikum einfinden werden, die nur gekommen sind um zu stänkern. Ganz so schlimm war es dann nicht. Es gab eine Wortmeldung von einem ewiggestrigen Kernenergie-Fanboy, der offensichtlich nicht zugehört hat oder die Argumente nicht gelten lassen möchte. Die Website verlinke ich mal nicht, die sieht höchst professionell aus und kann mit ihren unhaltbaren Argumenten dazu beitragen, dass Menschen ihrem Confirmation Bias aufsitzen.

Harald Lesch hat sich darüber aufgeregt, dass die Standorte der Castorbehälter frei im Internet eingesehen werden können. Da muss nur ein größenwahninniger Diktator/Terrorist einen Bunkerbrecher draufschmeißen, dann können wir bei uns auch testen, wie gut wir mit dieser erhöhten radioaktiver Strahlung klarkommen.

Die Frage des ewiggestrigen Kernenergie-Fanboy war durchaus vernünftig und nachvollziehbar: War es ein Fehler, die Atomkraftwerke stillzulegen, statt sie noch weiter laufen zu lassen, bis unser Stromnetz allmählich auf dezentrale, erneuerbare Energiegewinnung und -speicherung ausgebaut wurde? Mag sein, aber erstens bekommt das unsere Bundesnetzargentur sehr gut hin, Blackouts zu vermeiden (Wieviele Blackouts gab es in Deutschland, weil die AKWs abgeschaltet wurden?), und zweitens ist das Problem mit dem Radioaktivem Abfall nicht gelöst. Und nein, Transmutation ist (noch) keine Lösung, kleine modulare Reaktoren auch nicht. Ich bin da aber entspannt, denn Kernenergie findet immer weniger Akzeptanz in der Bevölkerung, und auch hier wird das schlichtweg der Markt regeln.

Harald Lesch war großartig! Er kann nicht nur sehr gut erklären, sondern ist auch bissig und witzig. Die Präsentation hieß "Purer Optimismus". Und auch wenn ich kein Schwarzseher sein möchte und mein #Trotzhoffnung-Sweatshirt angehabt habe, ist mir doch bewusst, dass wir hier Jahrzehnte verschlafen haben. Aber vielleicht schaffen wir es doch noch, das Ruder herumzureißen.

Ich bin übrigens dafür, eine vierte, bzw. fünfte Gewalt einzuführen. Die vierte gilt als die Presse. Und als fünfte könnte man eine Scientive etablieren. Wenn der Wissenschaftsrat die Macht erhalten würde, nicht nur Ratschläge zu erteilen, sondern gegen Gesetzesvorhaben ein Vetorecht hätte, wenn die Gesetze gegen wissenschaftliche Erkenntnisse verstoßen. Dann wäre die Regierung beispielsweise verpflichtet, klimaschädliche Subventionen abzubauen, und niemand könnte etwas dagegen tun.

Wer den Vortrag verpasst hat, kann sich über den thematisch verwandten Podcast Klimawandel-Leugner Tr*mp - warum es trotzdem Hoffnung gibt anhören. Oder sich von MaiThinkX erklären lassen, weshalb wir mit Methan einen viel größeren Hebel haben als mit CO2 und deshalb ebenfalls noch Hoffnung besteht.

Apropos Podcast: Weil wir persönlich vor Ort unter echten Menschen bei diesem Vortrag gewesen sind, konnten wir leider die Live-Aufzeichnung meines Lieblings-Wohlfühl-RestoreMyTimeline-Podcasts Ja, Schatz! auf Twitch.tv/WildMics nicht anschauen und mit Tommy & Sophia chatten. Jetzt muss ich warten, bis die Folge als Podcast veröffentlicht wird. Mist!

Vorn sind ein paar Hinterköpfe des Publikums zu sehen. Auf der Bühne steht rechts Harald Lesch mit einem dunkelgrauen Pullover und hält seinen Präsentationsstick in der Hand. Hinter ihm steht eine Werbefahne mit der Aufschrift 'Messestadt Riem - Klimatreff'. Auf der Bühne ist die Leinwand herabgelassen, auf der das Weltall und die Erdkugel zu sehen sind. 'Klima und Energie, der Stand' steht drauf, unten 'Dr. Cecilia Scorza-Lesch, Fakultät für Physik'.

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Montag, 27. Oktober 2025 19:22

Früher war alles schlechter - Guido Mingels

Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch Früher war alles schlechter heute noch so geschrieben werden könnte. Aber ich habe die These, dass alle Verbesserungen aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Und wenn es den Menschen gut geht, dass sie auch fähig sind, altruistisch zu sein. Geht es ihn nicht gut, dann werden sie egoistisch, um zu überleben. Wer kann es ihnen verdenken. Altruismus muss man sich halt auch leisten können.

Die meisten Tendenzen zur Besserung in diesem Buch gelten nach wie vor. Aber in der derzeitigen Krise steigt z.B. der Hunger, wie der Welthunger-Index zeigt.

Ich denke, dass das Pendel immer etwas hin und her schwingt, nach dem Motto zwei Schritte vor, einer zurück. So geht es immer vorwärts, aber nie überall gleichmäßig und auch nicht immer gleichzeitig. Deshalb versuche ich immer, die positiven Nachrichten zu finden, die es ja auch gibt, aber sich leider schlechter verkaufen.

Mein Savespace sind derzeit die vielen Wissenschaftspodcasts:

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Freitag, 26. September 2025 19:54

Hambach - Zwischen verwundeter Erde und Renaturierung

Da wir zufällig in der Nähe waren, sind wir bei :terra nova Tagebau Hambach auf die Aussichtsplattform gefahren. Das ist schon sehr beeindruckend, wenn man dieses riesige Loch sieht und die riesigen Maschinen, die dort baggern. Auf einem Hinweisschild stand etwas von Wildpferden. Also sind wir nach einem Eis zum Wanderparkplatz hambach gefahren, von wo aus wir erst einmal den Lehrpfad für Kinder gegangen sind, dann aber den kleinen blauen Schildern bis zu den Goldenen Auen gefolgt sind, wo die ausgewilderten Koniks in einem eingezäunten Bereich lebten. Wir waren schon eine ganze Weile unterwegs und ich fürchtete schon, dass wir die Pferde nicht zu Gesicht bekommen würden, aber dann haben wir sie auf einem Hügel grasen sehen. Als wir das Gebiet schon verlassen hatten und auf dem Heimweg waren, hatten sich die Pferde schon an den Zaun herangewagt, so dass wir sie von ganz nah sehen konnten. Eigentlich sollte man 25 Meter Abstand halten, aber ich denke, dass gilt nicht, wenn der Zaun dazwischen ist. Es waren drei graue Stuten mit ihren Fohlen und ein fast schwarzer Hengst. Ich konnte mich kaum losreißen.

Danach sind wir auf dem kürzesten Weg zum Parkplatz zurück gegangen. Wir haben noch einen keltischen Kompass gesehen und das ehemalige Gipfelkreuz, wo uns eine Reiterin auf einem Schecken mit einem Schecken als Handpferd entgegenkam. Florian hatte die Vermutung, dass die Berge hier entstanden sind von dem Erdreich, dass im Tagebau abgetragen wurde, und dann eben bepflanzt und renaturiert wurde, auch als Greenwashingmaßnahme von RWE. Deshalb ist das ehemalige Gipfelkreuz auch nicht mehr die höchste Stelle.

Konik Wildpferde auf der Sophienhöhe

Aussichtspunkt Terra Nova Hambach

69 Fotos

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Samstag, 25. Januar 2025 16:54

PV-Anlagen sind hässlich, oder was?

Mag sein, aber es wird in Zukunft so sein, dass man sie gar nicht mehr bemerkt:

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09.01.2012 13:04 Clicks: 3376172

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