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Thema: Interessen/Der Wilde Westen

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Freitag, 10. April 2026 19:02

Tagebücher 1982-1985

Zur Zeit lese ich aus furchtbar nostalgischen Gründen meine alten Tagebücher. Das erste hatte ich zu meinem 10. Geburtstag 1982 geschenkt bekommen, wusste damals aber noch nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. 1984 hatte ich mal etwas mehr geschrieben, dann aber wieder pausiert. Aber ab 1985 hatte ich es fast lückenlos geführt, nachdem wir "Das Tagebuch der Anne Frank" in der Schule gelesen hatten. Es ist eine phantastische Reise in die Vergangenheit.


Pferde

Ich war schon immer tierlieb gewesen, aber Pferde hatten es mir ganz besonders angetan. Meine Eltern wussten gar nicht, was sie damit anrichten, als sie mich mit mit etwa 7 Jahren das erste Mal auf ein Pony setzten. Ich glaube, es existiert davon sogar ein Super 8-Film. Auf diesem Ponyhof Pflaumdorf war ich am liebsten, weil ich dort einfach auf der Reitwiese, im Rundgang oder ins Gelände reiten konnte, statt in der Halle im Kreis. Lange war mein Lieblingspferd Kim, aber ich bin damals 1984 tatsächlich das erste Mal auf Shiras geritten, der später mein erstes, eigenes Pferd werden sollte. Ich gewöhnte mir dadurch allerdings viele falsche Dinge an, die mir bis heute Probleme bereiten. Zum Beispiel nehme ich immer noch die Schultern zu weit vor oder ziehe die Knie hoch.

Auf dem Bild ist Sandra als 11jähriges Mädchen zu sehen, das ihre rechte Hand um den Kopf eines fuchsfarbenen Ponys mit Wuschelmähne und einer unregelmäßigen Blesse gelegt hat. Das Pony trägt eine etwas zu große Trense, deren Zügel Sandra in der anderen Hand hält. Sie trägt eine weiße Strickjacke und dunkle Jeans. Im Hintergrund sieht man den Ponyhof, Kies und die Zäune, in denen Kutschwagenräder eingearbeitet sind. Dahinter der Wald.

1984 bin ich ein paar Mal in der Reitschule Fürstenberger gewesen, die oben auf dem Tierparkbergl war. Heute würde man Pferde so gar nicht mehr halten, in engen Ständern, ohne Auslauf, mit einer Wellblechhalle. Ich verschlang tonnenweise Pferdebücher, auch Fachliteratur. Deshalb glaubte ich auch, ein Experte auf diesem Gebiet zu sein.

Ich war noch in der Grundschule, da hatte meine Oma in der DDR sich über die Sommerferien 1980 zwei Ponys namens Mary und Pia ausgeliehen, die einfach im Garten standen. Opa hatte für sie einen Unterstand und Zaun gebaut. Das war das Paradies auf Erden. Auch danach organisierte sie immer wieder in den Ferien, dass ich irgendwo reiten konnte. Meist waren mir die Pferde aber etwas zu groß, ich mochte lieber Ponys.

Auf einer Wiese stehen zwei Ponys, vorn eine Braunschimmelstute mit einer Wunde am Hals und Halfter, dahinter ein dunkelbraunes Fohlen mit heller Kruppe, das noch das flauschige Fohlenfell hat. Dahinter sieht man den Zaun, ein paar Bäume, ein gelbes Haus und weite Weizenfelder. Der Himmel ist grau.

In den USA bei Verwandten hatte ich für einen Monat das Pferd Hardford gemietet, von dem ich meinen ersten Sturz erleben musste, und mir bewusst wurde, dass ich auch hätte sterben können. Und mit einem Arbeitskollegen von meinem Papa durfte ich auch in der Nähe vom Starnberger See ausreiten, auf einem Norweger namens Titus. Mit dem war ich allerdings ein wenig überfordert.

Da ich nicht allzuviel Gelegenheit hatte, auf echten Pferden zu reiten, habe ich mich oft in Phantasiewelten geflüchtet, entweder indem ich gelesen habe, oder Pferdegeschichten geschrieben. Ich war extrem produktiv, insbesondere als ich irgendwann auch die Schreibmaschine meiner Mama ausleihen durfte. Und gezeichnet habe ich Pferde und Ponys in allen möglichen Lebenslagen. Ich habe mir meine Phantasiewelt "Gut Horseback" zusammengesponnen. Der Hof war in "Reithofen", was witzigerweise in der Nähe von Felix' Stall ist, meinem zweiten und letzten eigenen Pferd. Damals träumte ich noch vom eigenen Pferd, aber meine Eltern hatten nicht so wahnsinnig viel Geld und sagten, dass es nicht die Anschaffungskosten, sondern die laufenden Kosten seien, die sie abschrecken. "Und was machen wir mit so einem Pferd, wenn du dich irgendwann mehr für Jungs interessierst? Sollen wir es dann in den Schrank stellen?"


Star Trek

Über Star Trek habe ich tatsächlich nichts geschrieben. Dafür hatte ich ein separates Heft, in das ich Zeitungsausschnitte sammelte und meine Gedanken festhielt. Ich glaube, dass ich das ebenfalls bereits vor der Schulzeit gemeinsam mit meinem Papi angeschaut habe. Aber ich merkte schnell, dass ich mit dieser Begeisterung ziemlich alleine da stand, und dass ich wie ein weltfremder Spinner ohne Realitätsbezug angestarrt wurde, wenn ich von Mister Spock schwärmte. Also behielt ich meine Leidenschaft eher für mich. Pferdenarrisch zu sein war gesellschaftlich akzeptiert, also nervte ich alle eben damit.

Mister Spock war mein Idol. Als Mister Spock am Ende von "Star Trek II - Der Zorn des Khan" starb, war ich erschüttert. Da er der Wissenschaftsoffizier der Enterprise war, interessierte ich mich auch schon früh für solche Themen. So schaute ich regelmäßig "Aus Forschung und Technik" mit Joachim Bublath. Mit meinem Papi habe ich mich auch über das Universum und den Big Bounce unterhalten. Heute ist der wissenschaftliche Konsenz eher der Big Freeze. Überhaupt war ich ein Input-Hirn, das ständig neues Wissen aufsaugte.

Manchmal habe ich auch etwas zu viel rumgehirnt, z.B. wenn ich seitenlang versucht habe, meine Träume zu deuten. Oder geforscht, wenn ich am Freitag, den 13. den ganzen Tag notierte, was für ein Glück ich hatte, um zu beweisen, dass das alles nur Aberglaube ist.

Ein hellblau gesprenkeltes DIN A5-Schulheft, aus dem in Grundschulschrift 'Ich bin ein Trekkie - Raumschiff Enterprise (Unternehmungsgeist)' steht. Es ist schon etwas zerfleddert und in die Jahre gekommen.


Musik

Ich mochte damals Falco, Nik Kershaw und a-ha. Aber als ich die Dokumentation "25 Jahre Beatles" gesehen hatte, war ich plötzlich Feuer und Flamme. Von meinem Onkel habe ich dann eine Musikcassette mit einigen Songs geschenkt bekommen, die ich heute (im Rahmen meiner Möglichkeiten) noch fast textsicher nachsingen kann. Damals war mein Englisch noch nicht so gut, weshalb ich gerne auch Mal Worte erfunden habe. Mein Vater konnte auf dem Klavier bei meiner Oma (seiner Mutter) auch "I Want to Hold Your Hand" spielen.


Dinosaurier

Darüber habe ich auch kaum etwas geschrieben. Aber ich habe das Buch Leben in der Urzeit geliebt und mich in den fotorealistischen Bildern verloren.


Western

Ich schaute sehr gerne Western (z.B. "Western von gestern" und "Winnetou"), mein Papi wegen der Waffen, ich wegen der Pferde. Ich hatte von meiner ersten USA-Reise auch einen Cowboyhut mitgebracht. Westernreiten war aber nicht so weit verbreitet, weshalb ich bis dahin das noch nicht selbst ausprobieren konnte. Ich habe aber versucht, nicht "Indianerfrau" zu schreiben, sondern "Squaw". Heute weiß ich, dass dies ein abwertender Begriff ist und nicht mehr verwendet werden sollte. Karl May war irgendwie doch ein Ignorant.


Kino

Der prägendste Film dieser Zeit war wohl "Die unendliche Geschichte". Ich war total in Atréju verliebt und fand sein Pferd Artax wundervoll. Heute hat Felix eine geflochtene Trense, ähnlich wie Artax damals trug, als er im Moor versank. Auch der Name Noah vom Schauspieler Hathaway gefiel mir. Das könnte bei der Namensgebung einer meiner Söhne eine Rolle gespielt haben.

Und vielleicht noch "Star Wars - Das Imperium schlägt zurück", auch weil dort Reittiere, die Tauntauns vorkamen, und die AT-ATs auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Pferden hatten. Das war soviel ich weiß der erste Star Wars Film, den ich gesehen habe.

"E.T." hatte ich mich noch nicht getraut anzuschauen, weil ich die Figur irgendwie gruselig fand. Mein Papi wäre da schon gerne mit mir ins Kino gegangen.


Freunde

Ich hatte doch einige Freundinnen, manche waren jünger als ich. Damals hatte ich auch noch recht viel telefoniert. Aber auch sehr viele Briefe geschrieben. Mit ziemlicher Treffsicherheit habe ich mir gerne die Außenseiter rausgesucht. Zum Beispiel war im Hort ein Mädchen mit Narben im Gesicht, die ihr Augenlid nach unten zogen, so dass sie häufig Probleme mit einem trockenem Auge hatte. Ich habe sie nie gefragt, wie das passiert ist, ich habe das einfach so hingenommen. Vielleicht war es das, was sie an mir mochte.

Besonders gern habe ich nicht telefoniert, meistens diente das nur dazu, um sich zu verabreden. Aber mein Hörtest in der Schule war damals noch einwandfrei gewesen, allerdings ging er nur bis 8.000 Hz. Es wäre interessant gewesen, wie niedrig meine oberste Hörgrenze damals schon gewesen ist. Denn im Deutschen Museum hatte ich beim Lautsprecher mit der obersten Hörgrenze des Menschen nichts gehört, aber gespürt, dass der Lautsprecher vibriert. Damals hatte ich gedacht, meine Schulkameraden würden mich veräppeln, aber dann wurde mir bewusst, dass ich tatsächlich nicht in der Lage war, hohe Töne wahrzunehmen, egal wie laut sie waren. Und ich wusste, dass ich genau wie mein Papa und meine Oma väterlicherseits eines Tages damit Probleme bekommen werde. Meine Welt war wohl schon immer dumpf.

Jungs spielten natürlich auch eine Rolle. Ich war alle paar Wochen in jemand anderen verknallt. Ein Name kommt sehr häufig vor: Peter. Allerdings war er nur ein Kumpel, mit dem ich mich "normal" unterhalten konnte. Auf der Party beim Skilager ist er gleich umgedreht, als der den Raum betreten hatte. Hätte ich auch machen sollen, weil ich mich als Pipi Barfuß mit meinem improvisierten Kostüm (weil ich total verpeilt hatte, dass Fasching war) in Grund und Boden geschämt hatte. Von da an wollte ich irgendwie zu den "coolen Typen" gehören.


Körperbild

Deshalb hatte ich auch kein gutes Körperbild. Heute weiß ich, dass ich eine Hormonstörung hatte, die dazu führte, dass ich ständig ans Essen denken musste. Es bildete sich eine Birnenform heraus, der sogenannte gynoide Adipositatstyp, der nur Mädchen/Frauen betrifft und ziemlich sport- und diätresistent ist. Angefeuert auch von den superschlanken Frauen in Film, Fernsehen und Werbung habe ich natürlich ständig versucht abzunehmen, aber mit mäßigem Erfolg. Ich gab mir die Schuld daran, dass ich etwas zugenommen hatte. Ich wusste es einfach nicht besser.


Wünsche zu Silvester

Meine Wünsche zu Silvester waren dann wenig egoistisch. Kein Atomkrieg, gerechter verteiltes Essen, wenig Naturkatastrophen, weniger Arbeitslosigkeit, mehr menschliche Politiker... Und für mich gute Schulverhältnisse, Gesundheit, ein bißchen Glück und erfüllte Wünsche, Zufriedenheit und Erfolg.

Irgendwie mag ich dieses 13jährige Mädchen, das ich damals war.

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Freitag, 29. August 2025 20:44

Das Kanu des Manitu

Wir waren im Haarer Kino und haben Das Kanu des Manitu angeschaut. Witzig und selbstironisch umschiffen Bully Herbig und sein Team die Themen American Natives und Schwulenwitze, aber bei dem Asiaten, der dann so tut, als wäre er vom Essenslieferdienst, ist mir das Lachen dann doch im Hals stecken geblieben. Ich fand ihn jetzt nicht besser als "Der Schuh des Manitu", den ich immer für den besten Bully-Film gehalten habe. Allerdings ist es auch schon eine Weile her, dass ich ihn gesehen habe und vielleicht ist er gar nicht gut gealtert. Wer weiß...

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | Freunde | Trekdinner | Kino | Der Wilde Westen
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Samstag, 5. Juli 2025 17:14

The Spirit of No Name City in Poing

No Name City in Poing habe ich leider nie besucht. Das ist ein mahnendes Beispiel, wie aus "irgendwann" ein "nie" wird. Man bereut im Leben immer nur die Dinge, die man nicht getan hat. Und manchmal stelle ich mir vor, wie ich dort vielleicht aus den Socken gefallen wäre, hätte ich Tommy in einer Stuntshow erkannt.

Als Florian neulich ein Poster als Werbung für The Spirit of No Name City auf dem Weg zum Supermarkt gesehen hatte, haben wir das natürlich gleich eingeplant. Heute waren wir dort. Das kleine Festival fand auf dem Außenparkplatz des CityCenter Poing statt. Es bestand aus einem Verkaufsstand für Cowboyhüte, schlichten Kulissen, Essensständen, ein paar Spielen wie Stiefel werfen, einem Bullriding und einer Bühne mit Tanzfläche. Es gab ein klein wenig Westernfeeling.

Wir haben auch jemanden vom Trekdinner getroffen. Er hat erzählt, dass das Festival dieses Jahr wegen der Baustelle sehr klein ist und normalerweise auch noch zusätzlich auf der Straße stattfindet. Dieses Jahr konnte die Straße aber wegen der Baustelle nicht gesperrt werden, sonst hätten die Autos nicht in das Parkhaus vom CityCenter fahren können. Für nächstes Jahr haben wir uns dann gleich mal verabredet, damit wir das Festival nochmal in voller Größe erleben können. An Pullman City in Eging am See oder das El Dorado in Templin kommt das natürlich nicht heran.

Für Countrymusik hat Ronny Nash gesorgt, während auf der Tanzfläche das Publikum zu Linedance eingeladen war. Mad-hias unterhielt als Jongleur und Feuerkünstler und machte einige Seitenhiebe gegen Rechts. Als wir gehen wollten, beeindruckten uns noch die Wild West Girls e.V. and Boys mit ihrem Cancan und Michi mit seiner Kinderschminke. Die Show mussten wir dann noch zu Ende sehen.

Ein Straßenszene mit temporären, im Westernstil gestalteten Holzfassaden. Zu sehen sind mehrere Holzgebäude mit Schildern wie „Gunsmith“, „Saloon“, „Trading Post“ und „Sheriff“. Davor stehen und sitzen Menschen in sommerlicher Kleidung, einige tragen Cowboyhüte. Rechts im Bild befinden sich Bierbänke mit vielen sitzenden Personen unter blauen Sonnenschirmen. Im Hintergrund stehen die modernen Gebäude des CityCenters Poing und grüne Bäume unter einem teils bewölkten Himmel.

Florian und Sandra stehen lächelnd in Westernkleidung vor einer Holzfassade mit den Schildern „Gunsmith – Flammer’s“ und „Saloon“. Beide tragen schwarze Cowboyhüte; Sandra trägt zusätzlich eine verzierte schwarze Weste. Im Hintergrund ist die Kulisse eines Western-Dorfs mit Holzverkleidung und Dekorationen zu sehen.

Sandra sitzt entspannt in Westernkleidung auf einem Schaukelstuhl mit Lammfell vor einer Holzfassade im Westernstil. Sie trägt Jeans, schwarze Cowboy-Stiefeletten, eine verzierte schwarze Weste und einen schwarzen Cowboyhut. Hinter ihr sind eine Tür mit Gitterfenster, ein „Wanted“-Plakat für „Billy the Kid“ und typische Western-Dekorationen zu sehen.

Ein künstlicher Bulle steht in mitten einer hochen Polsterung auf einem Gestell, das ihn bewegen und drehen kann. Im Hintergrund ist eine Glasfront vom CityCenter zu sehen.

Auf dem Asphaltboden ist die Schattensilhouette von Sandra mit Cowboyhut zu sehen. Am unteren Bildrand sieht man ihre Unterschenkel in Jeans und die schwarzen Cowboy-Stiefeletten und links die Ledertasche mit Indianischer Verziehrung und Fransen.

Am Rand der Musikbühne sitzt ein großer, beiger Teddybär mit Cowboyhut, Jeanshose und -jacke und einem roten Halstuch neben den Lautsprecherboxen. Im Hintergrund sind die Beine eines Countrysängers in Jeans und Cowboystiefeln zu sehen.

Mad-hias tritt in kurzen, bayerischen Lederhosen, einem weißen T-Shirt mit Aufdruck und einem Strohhut auf der Tanzfläche auf. Er fährt Einrad und hält drei Fackeln zum Jonglieren in den Händen. Im Vordergrund ist ein Holzrad und eine Satteltasche als Dekoration. Im Hintergrund sitzen und stehen einige Zuschauer.

Selfie von Sandra mit blonden Haaren und schwarzem Cowboyhut unter dem Banner „The Spirit of No Name City“. Im Hintergrund sind Besucher und Stande des Festivals zu sehen.

Besucher des Festivals sitzen auf den Bierbänken unter blauen Sonnenschirmen. Rechts im Bild ist ein alter Planwagen zu sehen. Im Hintergrund ist das moderne Gebäude des CityCenters, Bäume und Hinweisschilder auf die Geschäfte im CityCenter zu sehen. Der Himmel ist ziemlich bewölkt.

Auf der Tanzfläche tanzen vier junge Damen in schwarz-bunten Rüschenkleidern mit Federschmuck auf dem Kopf Cancan. Im Vordergrund sitzen Zuschauer teils mit Cowboyhüten. Im Hintergrund ist die überdachte Zeltbühne zu sehen mit ein paar Countrymusikern.

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Sonntag, 7. August 2022 22:31

Pullman City

Dieses Wochenende waren wir mal wieder in Pullman City. Da es vormittags regnete und wir sowieso nicht gern so früh aufstehen, sind wir erst ca. 10.00 Uhr losgefahren. Die Autobahn (über Deggendorf) war erstaunlich frei. Ich hatte auch den Eindruck, dass nur sehr, sehr wenige Lkws unterwegs waren. Gegen Mittag haben wir uns dann mit Thomas, Monika und Martina getroffen. Es war auch das Community-Treffen von Max Hartl.

Samstag, 6. August 2022

Eigentlich waren wir schon so lange nicht mehr dort, weil es uns etwas langweilig geworden war. Ähnlich wie beim Legoland möchte man dann Programm haben, damit es wieder Abwechslung gibt. Wir waren in der Zeit, in der wir mit den Jungs immer Urlaub auf dem Bauernhof im Bayerischen Wald gemacht hatten, jedes Jahr dort. Danach nur 2008 zur Harley Stampede und dann 2013 zu Tom Astor und im Palace Hotel. Da hatten wir bedauert, dass der Weihnachtsmarkt schon vorbei war. Dorthin haben wir es aber all die Jahre auch nicht geschafft, weil es in der Vorweihnachtszeit sowieso immer so stressig ist. Aber vielleicht schaffen wir es mal gemeinsam mit Freunden, da ist die Motivation größer.

Unser erster Programmpunkt waren die Indianischen Tänze in der Reithalle. Es war nicht so wahnsinnig viel los, deshalb haben wir an der Bande noch ganz gute Plätze bekommen. Danach waren wir Shoppen. Ich hatte mal wieder einen Bestellungen-beim-Universum-Augenblick, denn auf der Hinfahrt dachte ich mir noch, dass ich es sehr bedauere, dass ich meine alten Cowboystiefel nicht mehr habe, weil der Schaft zu eng war und die Falten immer gerieben und Blasen verursacht hatten. Ich glaube auch, dass ich die mittlerweile entsorgt habe, auch weil die Sohle durchgelaufen war. Wegen meinen dicken Waden habe ich mir aber nie wieder welche gekauft, weil ich in Stiefel nie in den Schaft passe, auch nicht bei Weitschaftstiefeln. Ich dachte mir, dass ich solche Stiefel mit einem kurzen Schaft toll fände, und dann standen sie da... Schwarz, ähnlich bestickt wie meine alten Joe Sanchez, deshalb musste ich die sofort nehmen. Ein wenig entsetzt war ich, dass mein schwarzer Wildlederfransengürtel inzwischen über hundert Euro kostet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damals nicht so viel Geld dafür ausgegeben habe.

Danach haben wir im Scarlett's ein Päuschen gemacht. Weil ich schon so Unterzucker hatte, habe ich eine Ofenkartoffel gegessen. Danach waren wir noch in der Mainstreet und am Schießstand. Den alten Schießstand, wo ich mit dem Luftgewehr mit Zielfernrohr geschossen hatte, gibt es nicht mehr. Der Inhaber ist einem Herzinfarkt erlegen und hatte keine Nachfolge geregelt, so dass der Stand dann abgebaut wurde. Jetzt gibt es nur noch einen Witzstand, wo man lustige Figuren und andere Dinge aktiviert, und eventuell mal mit Wasser vollgespritzt wird.

Es waren ein paar Leute aus der Max Hartl-Community da. U.a. auch Tamma Ja'Ori (das heißt "Stute und Hengst" auf finnisch) mit ihren beiden Kindern, die wir schon auf dem Flauschhaufentreffen in Schweinfurt kennengelernt haben. Wir haben dann im Steakhouse nochmal eine Trinkpause eingelegt und die Fahne von Max Hartl unterschrieben, die wir während der Aufführung schwenken wollten. Wir haben einen tollen Hund gesehen, der wirklich wie ein Wolf aussah. Moni meinte, es könnte ein Malamut sein. Aber inzwischen habe ich noch etwas gegugelt. Es gibt ein paar Hunde, die Wölfen ähneln, aber der Malamut sieht für mich wie ein normaler Husky aus. Wenn ich raten müsste, würde ich auf den Tamaskan oder den Tschechoslowakischen Wolfhund setzen.

18.00 Uhr begann die Aufführung von Winnetou. Kurz nach 17.00 Uhr haben wir schon unseren Platz besetzt, da sich die Arena schnell füllte. Während die anderen warteten, sind Thomas und ich noch kurz zum Auto gegangen, wo ich dann noch meine schwarzen Wildlederfransen für die Schultern und meine schwarze Wildlederfransenhandtasche geholt habe und die neuen Cowbolystiefel angezogen habe. Die Pyrotechnik war schon sehr beeindruckend. Aber die Pferde waren nur in der Arena, wenn gerade kein Feuer und kein lautes Knallen war. Obwohl ich fast nur Augen für die Pferde hatte, fand ich die Aufführung doch ganz emotional. Und Max Hartl, der auf dem Dach der Kulisse sich mit einem stumpfen Messer "rasierte", freute sich über unseren Jubel.

Ich bin gespannt, ob die Süddeutschen Karl-May-Festspiele nach dem Tod von Fred Rai 2015 und dem Brand 2017 noch in Dasing stattfinden werden. Seit 2019 finden Karl-May-Spiele jedenfalls in Pullman City statt. Wer weiß, was die "strategische Neuausrichtung" von Dasing zu bedeuten hat... In Pullman City merkt man auf jeden Fall, dass sich die Investitionen seit 2017 gelohnt haben. Die Event Arena ist neu und ich glaube, auch das Hacienda Hotel. Die Gastronomie ist sehr gut, auch wenn der Boden überall etwas staubig ist und die Tische auch mal etwas klebrig, aber ich denke, das liegt auch daran, dass hier genau wie überall dringend Servicepersonal gesucht wird.

Für die Community war im Saloon leider kein Tisch reserviert, deshalb war es nicht ganz einfach, für unsere Gruppe einen Platz zu finden. Aber im Rodeo-Steakhouse kamen wir dann unter. Leider gab es da nicht wirklich etwas für den kleinen Hunger, auch kein Lady's Cut, so dass ich mein halbes Steak dann einpacken ließ. Lecker war es trotzdem und wir durften bei einem Line Dance zuschauen.

Nicht allzu spät sind wir dann in unser kleines Hotel gefahren. Ich verrate nicht, wo das war, denn das hat nur wenige Zimmer und die Hotelbesitzerin ist auch Trekkie. Dort wollen wir beim nächsten Mal wieder hin :) Vielleicht Halloween oder Weihnachtsmarkt, aber vielleicht noch nicht dieses Jahr. Wir werden sehen.

Sonntag, 7. August 2022

Um 6.00 Uhr morgens klingelten die Kirchturmglocken. Warum??? Heute hatte ich mir geflochtene Zöpfe gemacht wie eine Squaw und die Mokkasins angezogen, die ich 2008 in Nevada gekauft, aber bisher noch nicht getragen hatte. Nach einem Käffchen an der Hotelbar und der Bezahlung sind wir wieder nach Pullman City gefahren. Nach dem leckeren Frühstück mit Bacon im Saloon haben wir das Tiergehege angeschaut. Dort steht jetzt die Kinderbahn, die früher direkt rechts neben dem Eingang war. Und dann waren wir noch im Authentic Bereich. In einem Schaufenster sah man alte, medizinische Instrumente. Da kann man nur froh sein, in der heutigen Zeit zu leben... Einen Greifvogelflug über die Arena konnten wir dann auch sehen. Aber da zeigte sich wieder die Schwäche der Handycam. Deshalb das nächste Mal die Digicam nicht vergessen! Martina musste dann leider schon wieder los, da sie in die Schweiz einen sehr langen Weg hatte.

13.30 Uhr gab es dann eine witzige Wild West-Show in der Arena mit Vanessa und Donald Newman aus Italien und Pocahontas, Noname Cowboy und Jumping Jack. Danach waren wir noch im Erdhaus, wo uns die Indianische Kultur und Mystik näher gebracht werden sollte. Ich meinte zwar, dass das etwas zu wenig differenziert war, denn nicht alle Indianer waren friedliebende Menschen mit einer tiefen Verbundenheit zur Natur, sondern es gab durchaus auch kriegerischere Völker. Aber ich fand es schön, dass das American Native Ehepaar von zwei Stämmen stammte und sich dann für ein Reservat als ihre Heimat entschieden hatten. Je mehr die Menschheit durchmischt wird, desto weniger Feindlichkeiten sollte es doch geben, oder?

Mittlerweile ist Thomas vom Captain und Admiral noch zum Sheriff aufgestiegen. Sehr, sehr schick! Während 16.00 Uhr (am Sonntag etwas früher) die Winnetou-Vorführung stattfand, haben wir im Scarlett's zu Abend gegessen. Die Pommes sind einfach der Hammer! Man kann da von morgens bis abends durchfuttern... Und dann sind wir wieder nach Hause gefahren, bevor die Aufführung zu Ende war, damit wir nicht auf dem Parkplatz schon im Stau stehen.

Ich verstehe nicht, wie wir es 9 Jahre ohne Pullman City ausgehalten haben. Aber ich denke, jetzt wo die Westernstadt drei neue Fans gewonnen hat, werden wir doch wieder einigermaßen regelmäßig dort hinfahren, zumal es doch fast ein Heimspiel ist mit nur 1.45 h Fahrzeit. Da brauche ich dann am Montag auch keinen Urlaub zur Erholung, wenn ich Homeoffice machen kann.

Wir haben beide unseren Hochzeitstag vergessen. Dafür war es aber trotzdem ein sehr schöner Tag gewesen.

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