Mein Blog-Archiv

Thema: privat/(B)engel

Seite: 1   [1] 

Sonntag, 12. April 2026 17:43

Ich hasse Umzüge

Mein erster Umzug, an den ich mich erinnern kann, war unser Umzug von Berlin nach München 1979. Mein Vater hatte in Berlin als Architekt keine Arbeit gefunden, weil da eine Mauer drum rum war und nicht so wahnsinnig viel gebaut wurde. Deshalb zog er wegen des Jobs nach München. Nachdem die Probezeit bestanden war, zogen meine Mutter und ich nach. Ich durfte/musste mein Spielzeug selbst in Umzugskartons packen und lernte, dass schwere Dinge wie Bücher unten und leichte Dinge wie Stofftiere oben rein gehören. Dummerweise war der Umzug ziemlich genau in der Mitte der ersten Klasse. In München fand ich keinen richtigen Anschluss in der Klasse. Meine Eltern hatten es leider versäumt, die Kontaktadresse wenigstens von meiner besten Freundin Andrea einzuholen. Sie wussten noch nicht einmal ihren Nachnamen. Ich fühlte mich sehr einsam und war unglücklich.

Der zweite Umzug war dann innerhalb von München von Sendling nach Neuperlach. Ich kam zu Schulbeginn dort in die zweite Klasse in der Kafkaschule und wurde dort gut aufgenommen und fand Freundinnen. Endlich war ich in München angekommmen. Ich liebte die großzügig geschnittene Wohnung, mein großes Kinderzimmer, den herrlichen Blick auf die Alpen. Der Mittelpunkt war eine große Essdiele und wir hatten sogar ein Arbeits- und Gästezimmer. In dieser Wohnung durfte ich 13 Jahre lang leben von Sommer 1979 bis 1992.

Der dritte Umzug war dann der Auszug von zu Hause. Meine Mutter ist kurz vor dem Abi 1991 ausgezogen und ich wohnte in der Wohnung in Neuperlach mit meine Vater allein. Diese Wohnung wurde uns wegen Eigenbedarf gekündigt, worauf mein Vater mich bat, mir eine eigene Wohnung zu suchen. Ich fühlte mich im Stich gelassen. Die Idee mit meiner Freundin zusammenzuziehen platzte, weil sie da einen Freund hatte, mit dem sie dann lieber zusammenziehen wollte. So fand ich eine kleine 1-Zimmer-Wohnung in Sendling, mit viel Glück, weil die Maklerin am selben Tag Geburtstag hatte wie ich und ich sofort vor Ort den Mietvertrag unterschreiben dufte. Meine Freundinnen beneideten mich um mein eigenes Reich. Ich war unglücklich, weil ich mich auch einsam fühlte, und mir immer Sorgen machte, dass ich die Miete nicht bezahlen konnte. Das war auch einer der Gründe, weshalb ich dann mein Studium hinschmiss.

Der vierte Umzug war dann, weil die 1-Zimmer-Wohnung zu klein geworden war, weil mittlerweile der zukünftige Vater meiner Kinder mit eingezogen war. Wir fanden eine wunderschöne 2-Zimmer-Wohnung in Neuperlach mit Fußbodenheizung und vielen Einbauschränken/Stauraum. Hier war ich zunächst glücklich. Bis zur ersten Trennung.

Der fünfte Umzug war dann in Aubing. Weil wir uns wieder versöhnt hatten. Und die 1-Zimmer-Wohnung dort günstiger war. Und dann doch zu klein wurde, als ich zum ersten Mal schwanger wurde. Dort hatte ich mich aber auch etwas unwohl gefühlt, weil die Wohnung keinen Balkon hatte. Und mein Computer stand in der Abstellkammer. Das Bett war hinter zwei Billyregalen versteckt. Alles sehr beengt.

Der sechtse Umzug war dann wieder nach Neuperlach in eine 2-Zimmer-Wohnung, die in der Nähe meiner Mutter war. Ich fand das praktisch, weil sie mir als begeisterte Oma mit dem Baby helfen konnte. Ich weiß nicht, wieviel der Umzug dazu beigetragen hatte, dass das Kind zu früh zur Welt kam (jetzt ist aber alles gut, Kind 1 ist 27 Jahre alt und gesund). Irgendwann kam die zweite und diesmal entgültige Trennung, so dass ich mit dem Baby dort allein wohnte. Als alleinerziehnde Schwangere, Kind Nummer 2 war unterwegs, hatte ich Anrecht auf eine größere Sozialwohnung. Ich wollte aber nicht wieder schwanger umziehen, so dass ich noch in dieser Wohnung blieb, bis Kind 2 auf der Welt war.

Der siebte Umzug ging dann in eine großzügig geschnittene, günstige Sozialwohnung in den Wohnring in Neuperlach. Damals Ende der 60iger/Anfang der 70iger Jahre sind die Wohnungen noch viel großzügiger gebaut worden. Ich hatte eine große Wohnküche, eine Abstellkammer, eine Eßdiele, drei Zimmer und zwei Balkone. Alles war barrierefrei, was mit dem großen Kinderwagen sehr praktisch war. In der alten Wohnung musste ich das Baby erst in den Keller tragen und dort den Kinderwagen aus meinem Abteil holen und über die Tiefgaragenausfahrt nach draußen fahren. Und ich konnte mit Bollerwagen im PEP einkaufen gehen. Krippe und Kindergarten waren in Fußreichweite. Und eine Zeit lang konnte ich sogar mit dem Fahrrad ins Büro fahren, als ich nach dem Erziehungsurlaub wieder zu Arbeiten anfing.

Irgendwann zog Florian bei uns ein, die Eßdiele wurde zur Computerecke und der Esstisch wanderte ins Wohnzimmer, das glücklicherweise groß genug war. Damals gab es noch die Fehlbelegungsabgabe, allerdings wurde die schnell abgeschafft. So wohnten wir sehr günstig, aber auch ein klein wenig beengt. Ich wollte, dass die Kinder spätestens zum Beginn der Pubertät ihr eigenes Zimmer bekommen sollten. Wir hatten schon Ideen, dass das Schlafzimmer das zweite Kinderzimmer werden könnte, und unser Hochbett über die Computerecke kommen könnte. Allerdings hätten wir dann nicht mehr sehr viel Privatsphäre gehabt. Deshalb war ich froh, dass Florian auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für mich 2010 unser Traumhaus in der Messestadt gefunden hat. Da wir jahrelang günstig zur Miete wohnten, hatten wir genug Eigenkapital angespart, dass uns die Bank nicht mehr müde lächelnd wegschickt. So kauften wir Anfang 2011 das Stadthaus nach dem Münchnen Modell.

Der achte und hoffentlich letzte Umzug war dann in unser Traumhaus. Er dauerte insgesamt vom ersten gepackten und letzten ausgepackten Umzugskarton zwölf Wochen. Ich freute mich, den Alpenblick gegen einen kleinen Garten einzutauschen. Und wir hatten zwei Bäder, eins mit Dusche, eins mit Badewanne. Und jedes Kind hatte endlich sein eigenes Zimmer in gleicher Größe, was mir wegen der Gerechtigkeit wichtig war. Und wir hatten ein Heimkino im Keller. Und unser Lego-Computer-Kaninchen-Zimmer im Erdgeschoss und das Wohnzimmer im zweiten Stock.

So lange die Treppe kein Problem wird, möchte ich hier wohnen bleiben. Wir werden es lange vor meiner Rente abbezahlt und dann finanziell weniger Sorgen haben. Ich hoffe, dass wir hier gemeinsam alt werden können. Wenn es nicht durch eine Kriegsbombe zerstört wird.

Themen: Blick in die Vergangenheit | Traumhaus | (B)engel | Meine Sonderanfertigung Florian
Clicks: 11

Dienstag, 27. September 2022 21:02

Pre-Opening The Lego Store

Ganz lieben Dank an Daniel und Schwabenstein, die uns dieses VIP-Event ermöglicht haben. Offiziell wird der Lego-Store erst am 29.09.2022 eröffnet, doch wir durften schon zwei Tage vorher rein. Einerseits wurde die Technik mit uns als Friendly User getestet, andererseits gingen die zahlungskräftigen AFOLs von Bricking Bavaria, Schwabenstein, SwissLUG und wie sie alle heißen nicht ohne gelber, großer Papiertüte raus. Von Dallmayr wurden alkoholfreie Getränke gereicht, u.a. eine Variation des Bavaria Sprizz mit Almdudler. Und man traf das eine oder andere bekannte Gesicht.

Ich war bereits 1,5 Stunden vorher da, weil es sich nach der Arbeit nicht gelohnt hatte, nach Hause zu fahren. Ich habe ein wenig das Treiben am Marienplatz und auf der Kaufingerstraße beobachtet, einen leckeren Crêpe mit Nutella und Banane gegessen und den Elbenwald besucht, der drei Mal größer ist als der im PEP. 18.00 Uhr ging es los, da war Florian dann auch pünktlich da. Wir wurden auf der Liste abgehakt und durften dann über den roten Teppich durch einen Nebeneingang hinein. Die Security fischte ein paar Leute raus, die nicht auf der Liste standen, die wohl aber in nicht böser Absicht einfach rein gegangen waren.

Florian bekam den allersersten Stempel vom Store in seinen Pass rein. Der war kurz zuvor noch originalverpackt gewesen. Juhu! Ein paar Mitarbeiter sind vom Lego-Store Barcelona da gewesen, um die Crew zu unterstützen. Manche sprachen echt gut deutsch. Ansonsten halt englisch. Alle waren sehr freundlich und gut drauf.

Ich musste so lachen, weil der Store ein einziges Klischee war, voller Dirndl, Lederhosen und Brez'n. Ich vermute mal, dass es in Zukunft in erster Linie die Touristen anlocken soll.

Der Drucker, mit dem man einen Torso nach individuellen Wünschen hätte bedrucken können, litt leider mehrmals unter Stromausfall. Die Sicherung flog immer wieder raus, weshalb wir das erst einmal auf einen späteren Besucht vertagten. Florian hat sich dann doch gegen die neue Ritterburg aber für das Medieval Blacksmith-Haus entschieden. Wir haben nach wie vor das Problem, dass uns der Platz ausgegangen ist. Und bis die Jungs irgendwann mal ausziehen, wird es sicher noch ein paar Jahre dauern. Aber ich möchte sie nicht einfach vor die Tür setzen, das habe ich selbst erlebt. Die beiden dürfen so lange zu Hause wohnen, wie sie möchten. Deshalb muss Florians Brickoseum noch ein Weilchen warten.

Es war ein sehr schönes Date mit meinem Mann gewesen :)

51 Fotos

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | 1001 Steine | Fotos | (B)engel | Traumhaus | Blick in die Vergangenheit
Clicks: 29
Seite: 1   [1] 

Last Update:
09.01.2012 13:04 Clicks: 3350021

© 1998 - 2026 by Sandra König |  Datenschutzerklärung |  Impressum