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Thema: Interessen/Quantentheorie

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Freitag, 1. Juni 2018 22:29

CERN und Genf

Da wir schon mal in der Schweiz waren, haben wir endlich unseren Traum verwirklicht und in Genf das CERN besucht. Die Anmeldung zu der Tour war aber sehr mühselig. Nicht nur, dass die Touren ca. 14 Tage vor Datum erst freigeschaltet werden zur Buchung, sondern sie sind auch innerhalb von Sekunden nach 8.30 Uhr ausgebucht. So ging es uns damals, als wir Karten für Die Anstalt kaufen wollten, die sind auch ein paar Minuten nach Mitternacht ausgebucht gewesen.

Deshalb hatte ich im Vorfeld schon von allen Teilnehmern (vom Trekdinner und von den Geburtstagsgästen am Samstag) die notwendigen Daten wie Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit etc. eingesammelt. Am Vorabend habe ich schon geübt, das Bestellformular zu reloaden und auszufüllen. Man bucht gleich für die Gesamtzahl der Leute und hat dann 48 Stunden Zeit, die Daten einzugeben. Danach ist die Buchung fix, man kann sie aber jederzeit online ändern oder stornieren. Das hat ganz schön Nerven gekostet.

Aber es hat sich gelohnt. Die beiden Ausstellungen in der Holzkuppel und im Besucherzentrum sind jederzeit ohne Anmeldung zu besichtigen. Aber die Tour ist natürlich noch einmal etwas Besonderes. Unsere Führung hat eine junge Spanierin geleitet. Ich hatte erst ein wenig Probleme, bis ich mich in ihr Englisch eingehört habe, aber dann war es wirklich toll. In die unterirdischen Gänge konnten wir zwar nicht, weil sich dort im laufenden Betrieb niemand aufhalten darf, auch keine CERN-Mitarbeiter. Das liegt wohl an den starken Magneten, die auch die intimsten Piercings durch jeden Jeansstoff reißen würden, schätze ich. Aber wir durften eines der ersten Collidern aus bewundern, dass durch mehrere Beamer so bestrahlt wurde, als könne man hineinsehen und die physikalischen Vorgänge live miterleben.

Am Ende haben wir noch den Kontrollraum durch eine Glasscheibe sehen können. Dort saßen ein paar Leute und wirkten ziemlich gelangweilt. Wenn man bedenkt, dass es mehrere Millionen Kollisionen pro Minute gibt, aber nur alle Jubeljahre mal eine wirkliche Entdeckung gemacht wird (siehe Higgs-Boson 2012), dann kann man sich das gut vorstellen. Vielleicht ist es dann für die Mitarbeiter mehr eine willkommene Abwechslung statt einer Strafe, die Touris durch die Gegend führen zu müssen und mehr oder weniger qualifizierte Fragen beantworten zu müssen. Insgesamt haben wir uns fünf Stunden im CERN aufgehalten und danach rauchten unsere Köpfe.

Mit Nobbse und Britta haben wir dann Genf angeschaut und das Bankenviertel gemieden. Wir waren beim UN-Gebäude, im Botanischen Garten und sind dann bis zum Jet d'Eau gelaufen, dem Wahrzeichen der Stadt. Da wird aber tatsächlich abends das Wasser abgedreht. In einem American Diner sind wir dann eingekehrt und waren dann noch in dem amerikanischen Supermarkt im ersten Stock. Ich war überrascht, wie locker mir das "C'est aussi pour moi" über die Lippen kam, weil ich gleich zwei Getränke bestellt hatte. Ganz weg ist mein Französisch also noch nicht ;-) Schee war's!

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Dienstag, 1. November 2016 21:34

Dr. Strange

Am Feiertag waren wir mit ein paar Freunden im Kino und haben Dr. Strange angeschaut. Ein bisschen hat mich der Plot an Lucy erinnert. Und die sich wälzenden Städte natürlich an Inception. Der Beginn des Films hätte auch aus Greys Anatomie stammen können. Doch dann wurde es sureal. Nachdem ich mich aber schon sehr intensiv zumindest populärwissenschaftlich mit der Quantentheorie befasst habe, klingt das Ganze mit dem "Geist beeinflusst Materie" oder den Paralleluniversen nicht mehr ganz so phantastisch, wie für Leute, die keine Ahnung von der Quantenwelt haben. Allerdings hätte ich auch Angst, wenn es tatsächlich möglich wäre, so einfach Portale zu öffnen oder in ein Paralleluniversum zu reisen.

Dr. Strange ist aber auch sehr lustig und auf jeden Fall etwas für's Auge, nicht nur für Cumberbitches. Und der letzte Satz im Absatz lautete sinngemäß, dass man doch bitte kein Fahrzeug führen sollte, wenn man in irgendeiner Form, z.B. durch sein Smartphone, abgelenkt sein sollte. Sonst bekommt man Superkräfte ;-)

Anschließend waren wir noch im 35mm. Ich glaube, da gab es mal gute Burger. Muss lange her sein, denn was einem da jetzt geboten wird mit verkohltem Käse auf der oberen Brötchenhälfte, unter dem sich angeblich der Bacon verstecken soll, ist kein Genuss. Das nächste Mal lieber wieder Hans im Glück.

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Mittwoch, 10. September 2014 23:19

Lucy

Heute haben wir uns Lucy angeschaut. Der Trailer verrät wohl mal wieder zu viel von dem Film. Er war schon recht interessant gemacht. Auch die Darstellung, wie Lucy plötzlich ihre Umwelt verändert wahrnimmt, ist sehr gut gelungen. Und Scarlett Johansson liefert natürlich eine erstklassige Leistung ab. Aber irgendwie fand ich, dass der Film gegen Ende etwas zu abgefahren wurde. Außerdem fand ich, dass das Rumgeballer nicht notwendig ist, wenn man in der Lage ist, durch die Kraft seiner Gedanken die Umwelt zu beeinflussen. Das hat mich auch schon in den Matrix-Filmen gestört. Da hat man die Fähigkeit und es fällt den Drehbuchautoren trotzdem nichts anderes ein, als herumzuballern.

Fazit: Leider verschwendetes Potential. Kann man aber schon angucken.

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Montag, 29. November 2010 19:36

Der Gotteswahn - Richard Dawkins

Über das Buch [Unser Amazonstore: ] Der Gotteswahn von Richard Dawkins [/Amazonstore Ende] (aber auch bei bol.de oder buecher.de, wo wir nix verdienen) bin ich eher zufällig gestolpert. Wahrscheinlich hat es mir Amassonne mit Hilfe seiner Datensammelwut mal als Vorschlag angezeigt, weil ich Bücher wie Das Jesus Video von Andreas Eschbach, Verschlusssache Jesus von Michael Baigent und Richard Leigh oder Gottes geheime Gedanken von V.J. Becker dort bestellt hatte. Die Methode der Werbung scheint also zu funktionieren. Aber ob ich mir Der Atheismus-Wahn: Eine Antwort auf Richard Dawkins und den atheistischen Fundamentalismus von Alister McGrath auch noch kaufen werde, weiß ich nicht so recht. Hm, eher nicht. Das wurde von einem Dekan geschrieben.

Okay, also der Gotteswahn... ist zumindest eine persönliche Abrechnung von Herrn Dawkins mit allen religiösen Vertretern, die ihm wohl bisher in seinem Leben begegnet sind. Hier schreibt er alle Argumente rein, die ihm gegen die Aussagen der Theologen, religiösen Menschen etc. einfallen, und das sind naturgemäßnicht wenige. Schon mal mit Zeugen Jehovas an der Haustür diskutiert? Ich sehe, du verstehst, was ich meine. Das Buch ist auch gut strukturiert und befasst sich in ziemlich wissenschaftlicher Form mit diesem Thema.

Dass es in der Bibel nur so von Übersetzungsfehlern wimmelt, hatte ich schon lange gehört. So beruht der gesamte Mythos, dass Maria als Jungfrau schwanger wurde, einem solchen Fehler, denn es hieß im Original "junge Frau". Lustige Fehler haben sich sogar als Redensarten in unseren alltäglichen Sprachgebrauch eingebürgert, z.B. "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass...", denn hier wurde das Wort Tau mit Kamel übersetzt. Diese beiden Wörter sind im Original sehr ähnlich, aber der Satz ergibt so übersetzt eigentlich gar keinen Sinn.

Allerdings sitzen nicht nur Christen solchen irrsinnigen Übersetzungsfehlern auf, sondern auch Moslems, denn die 72 Jungfrauen, die die Märtyrer im Jenseits erwarten, sind eigentlich nur "27 weiße Tauben von kristallener Schönheit". Dawkins fragt zu Recht, ob durch eine korrekte Übersetzung nicht der eine oder andere Terroranschlag hätte verhindert werden können.

Auch sonst ist die Bibel nicht unbedingt ein Quell von erfreulichen Lebensweisheiten und tugendhaften Empfehlungen für das menschliche Miteinander. Eher kann man behaupten, dass Shakespears Dramen Kindergutenachtgeschichten sind im Vergleich zu dem, was so in der Bibel steht. Oder wo glaubt ihr, kommt das Wort Sodomie her? Richtig, von Sodom und Gomorrha. Vielleicht sollte ich die Bibel doch einmal lesen.

Manche Dinge sind auch wirklich irrwitzig. Zum Beispiel die These, dass - wäre Jesus vor 20 Jahren getötet worden - die katholischen Schulkinder heute einen elektrischen Stuhl um den Hals tragen würden. Nur mal so am Rande. Oder wusstet ihr, dass Luther ein Antisemit war?

In einem Kapitel befasst er sich damit, warum es mit ziemlicher Sicherheit keinen Gott gibt. Das lassen wir mal so dahingestellt. Nicht alles, was wissenschaftlich klingt, muss am Ende auch von mir geschluckt werden. So finde ich seine Ausführungen über Meme etwas seltsam und las auch kurz darauf darüber etwas in Telepolis: Religion ist doch kein Virus.

Das Kapitel über die Moral fand ich widerum sehr gut, denn ich finde es nicht Richtig, wenn man Atheisten vorwirft, sie hätten keine Moral. Eigentlich finde ich, dass die atheistische Nichteinmischung in private Angelegenheiten viel moralischer ist, als das, was religiöse Gemeinschaften anstellen, wenn sie sich schwulenfeindlich oder gegen Abtreibung äußern. Und genau deshalb entlarft das Buch hier Religionen als ein Übel unserer Welt, das viel mehr Leid bringt, als wenn wir alle Atheisten wären und unser Handeln einzig unserem gesunden Menschenverstand unterstellen würden. Leider ist genau dieses Kapitel etwas kurz geraten.

Aber gut, auch die Kirchen unterliegen einem gewissen Zwang, das Angebot nach der Nachfrage zu richten, aus reinem Selbsterhaltungstrieb versteht sich. So wurden die christlichen Feste den heidnischen angepasst, um eine höhere Akzeptanz zu finden, so fällt Weihnachten in etwa mit dem Julfest, der Wintersonnenwende zusammen, sowie Ostern mit Ostara, dem Fest der Fruchtbarkeit. Wie praktisch... Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis Halloween auch noch christlich wird, denn das Fest ist einfach spaßig.

Ganz richtig finde ich Dawkins Aufruf, doch bitte seine Kinder nicht zu indoktrinieren, sondern ihnen die Freiheit zu lassen, selbst zu entscheiden, ob und wenn ja, was sie glauben möchten. Und was teilweise Kindern im Namen der Religion angetan wird, fand ich erschreckend zu lesen. Es muss ja nicht gleich das geopferte Inka-Mädchen sein.

Im letzten Kapitel befasst sich Dawkins mit Religion und Naturwissenschaft. Er nennt es nicht so, vielleicht um potentielle Leser nicht abzuschrecken, doch es ist tatsächlich eine Liebeserklärung an die Naturwissenschaften, die den Geist weitaus mehr bereichern und erfrischen können, als dies irgendeine Religion vermag. Das setzt jedoch ein gewisses naturwissenschaftliches Verständnis voraus, und damit Intelligenz und Bildung, beides Dinge, die nicht jedem gegeben sind. Womit wir eigentlich beim Kernpunkt seiner Aussage im Buch angelangt sind, nämlich dass Religion uns lehrt, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen.

Ganz persönlich hat es mich gefreut, dass er Schrödingers Gedankenexperiment mit seiner berühmten Katze, die angeblich gleichzeitig tot und lebendig ist, bis jemand in die Kiste schaut, genauso versteht wie ich: Nämlich dass Schrödinger dies als Satire gedachte hatte, um die Kopenhagener Deutung der Quantenphysik ad absurdum zu führen. Die Viele-Welten-Interpretation ist doch viel interessanter ;-)

Fazit: Durchaus lesenswert. Aber dennoch glaube ich nicht, dass man mit logischen Argumenten den Leuten religiösen Irrglauben ausreden kann. Ich denke, dass dies nur durch weltweiten Zugang zu Bildung für alle Menschen, auch und vor allem für Mädchen und Frauen, und die durch ein höheres Bildungsniveau verursachte höhere Lebensqualität für alle Menschen erreicht werden kann. Doch so lange Religion dem Machterhalt einiger weniger dient, wird sie auch genährt und in bestimmten Bevölkerungsschichten auf fruchtbaren Boden stoßen. Vielleicht erleben wir irgendwann eine Revolution, in der sich der Mensch auch von dieser Geißel befreit.

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Montag, 27. September 2010 20:13

Das elegante Universum - Brian Greene

Damals in der Bild der Wissenschaft empfohlen, stand das Buch [Unser Amazonstore: ] Das elegante Universum - Brian Greene [/Amazonstore Ende] auf meiner Wunschliste bzw. ungelesen im Regal. Jetzt habe ich das Buch endlich durchgelesen.

Ich hätte es schon cool gefunden, wenn ich hätte abwinken können: Was, Quantenphysik? Ich bin schon bei der Stringtheorie... Doch so einfach ist es nicht. Ich denke, dass ich mit meinen Physikabiturwissen nun an meine Grenzen stoße.

Brian Greene versucht, die Stringtheorie ohne mathematische Formeln zu beschreiben. Ich denke, das ist schon fast ein Ding der Unmöglichkeit. Im Anhang finden dann mathematisch gebildete Leser (zu denen ich definitiv nicht gehöre) auch noch Erläuterungen. Trotzdem benutzt Brian Greene immer wieder mathematische Fachausdrücke, mit denen ich nichts anfangen konnte. Daher blieb mir die Stringtheorie zum großen Teil noch immer verschlossen.

Einige Dinge konnte ich dennoch aus dem Buch mitnehmen, die mich faszinierten. Zum Beispiel, dass Einstein postulierte, dass sich alle Objekte in Lichtgeschwindigkeit durch die Raumzeit bewegen. Damit meinte er die Geschwindigkeit in allen vier Dimensionen (drei des Raumes und eine der Zeit). Wenn sich ein Objekt also durch den Raum bewegt, muss ein Teil seiner Geschwindigkeit durch die Zeit abgezweigt werden. Das ist auch der Grund, weshalb sich kein Objekt schneller als das Licht durch den Raum bewegen kann. Denn wenn es in den drei Raumdimensionen Lichtgeschwindigkeit erreicht hat, bleibt keine Geschwindigkeit mehr für die vierte Dimension, die Zeit übrig. Das deckt sich auch mit der Aussage, dass für Objekte, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, die Zeit stehenbleibt. Ein interessanter Gedanke.

Auch fand ich die Aussage interessant, dass nicht nur die Gravitation, sondern auch der Elektromagnetismus mit Krümmungen der Raumstruktur verknüpft ist.

In der Stringtheorie gibt es neben den bekannten drei Raum- und einer Zeitdimension noch sechs weitere Dimensionen, die zum sogenannten Calabi-Yau-Raum aufgewickelt sind. Dieser hat wie ein Donut Löcher, und zwar drei Stück, weshalb den Schwingungsmustern der Strings auch gewisse Grenzen gesetzt sind, was widerum dazu führt, dass es genau drei Familien von Elementarteilchen gibt. In einem Universum mit vier Löchern in den aufgewickelten Dimensionen, würden völlig andere Elementarteilchen zu finden sein.

Außerdem beschreibt Greene schwarze Löcher als eine Art Riesenelementarteilchen, die mit den gleichen Eigenschaften wie Masse, Kraftladung und Spin beschrieben werden können wie Elementarteilchen. Das ist schon ein faszinierender Gedanke und lies mich kurz an das Ende von Man in Black denken, als unser Universum in einer Billardkugel erschien, mit der unglaublich große Wesen spielten. Mit anderen Worten, schwarze Löcher und Elementarteilchen könnten zwei Erscheingungsformen ein- und derselben Sache sein wie Eis und Wasser zwei Aggregatzustände von H2O sind.

Dass wir den Urknall sehen könnten, wenn unsere Augen Lichtwellen im Mikrowellenbereich wahrnehmen könnten, wusste ich schon länger. Dann wäre der nächtliche Himmel nicht schwarz, sondern von einem diffusen Glimmen erfüllt.

Der Untertitel dieses Buches lautet auch "die Suche nach der Weltformel". Im Anhang wird auch beschrieben, wie eine solche Weltformel aussehen müsste. Sie dürfte niemals zu einem unendlichen Ergebnis kommen, denn sollte dies der Fall sein, dann weiß man, dass die Formel nicht allgemeingültig ist. Diese Weltformel ist aber noch nicht gefunden.

Ein interessantes Buch, das mich an meine ganz persönliche Grenze des Verständnisses für das Universum geführt hat. Hier ist vermutlich Schluss mit meinem Erkenntnisweg. Aber wer weiß, vielleicht kann mir Stephen Hawking die Sache mit der Weltformel in seinem neuen Buch "Der große Wurf" doch noch erklären ;-)

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Sonntag, 4. Juli 2010 21:12

Trekgrillen in Waging am See

Gestern haben die frisch vermählten Christina und Wilfried das gesamte Trekdinner zum Grillen nach Waging am See eingeladen. Das Bajuwarenhaus bot hier eine wunderschöne Kulisse, auch wenn wir dafür ganz schön weit fahren mussten. Aber es hat sich gelohnt.

Tichy hatte einen DVB-T-Empfänger dabei und wer nicht auf Fußball verzichten wollte, konnte sich das Spiel Schland gegen ARG-Spieler dort mit 15-sekündiger Verspätung angucken. Gut, dass Deutschland gewonnen hat, denn so blieb die Stimmung gut :-)

In der Halbzeit haben wir dem Brautpaar einen Gutschein für Müller/Obletter überreicht. Danke an Silke und Nobbse für die zündende Idee! Danach wurden die beiden Grills angeworfen und es gab lecker Thüringer Rostbratwürste stilecht mit Bautz'ner Senf, Fleisch bis zum Abwinken, Nudel- und Kartoffelsalat, Mais, Grilltomaten, Folienkartoffeln und Putenspieße.

Danach hat Wilfried noch ein stimmungsvolles Lagerfeuer entzündet. Während Pheelix mit Farid zum See eine Runde baden ging, haben wir Marshmelonen gegrillt. Später brach dann eine Diskussion über die Quantentheorie los, in der es um die Frage ging, ob die Viele-Welten-Theorie gleichzeitig auch gegen den Freien Willen spricht. Da ich ein Verfechter der Viele-Welten-Deutung bin, aber meinen freien Willen natürlich nicht nur als Illusion betrachten möchte, muss ich mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen. Schade, dass zu diesem Zeitpunkt Topquark nicht mehr da gewesen war. Er hätte der Diskussion mit Sicherheit ein paar interessante Impulse geben können. Scherzhafterweise hatte ich behauptet, er können Wikipedia auswendig ;-)

Es wurde eine wunderbar laue Sommernacht. Und es hatte auch gar nichts ausgemacht, das ich vergessen hatte, ein paar dünne Jacken oder Pullis für die Dunkelheit mitzubringen. Es wurde sehr spät, bis wir nach Hause kamen, aber Weyoun und Pheelix haben anscheinend noch die letzte U-Bahn erwischt. Sonst hätten sie bei uns auf dem Sofa und der Gästematratze übernachtet.

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Samstag, 13. März 2010 15:34

Bestellungen beim Universum - Bärbel Mohr

Eigentlich könnte man dieses Buch als esoterischen Quatsch abtun. Wahrscheinlich tun das auch die meisten rational denkenden Menschen. Aber dennoch war ich neugierig, was diese Frau denn so schreibt.

Wenn sie über "Atomphysik und so" schreibt, dann denke ich, dass sie sich wahrscheinlich noch nie mit der Quanten- oder Stringtheorie auseinandergesetzt hat. Dennoch sehe ich Parallelen, wenn beim esoterischen Quatsch von Schwingungen (Strings!) und von einer Verbundenheit mit dem gesamten Universum (Quanten!) die Rede ist. Vielleicht ist der Unterschied zwischen Esoterik und Physik gar nicht so groß. Nein, bitte nicht hauen!

Letztendlich muss ich jedoch berichten, dass ich auch glaube, dass diese Bestellungen beim Universum funktionieren. Ich hatte durchaus schon Wünsche, die mir dann durch "Zufälle" erfüllt wurden, doch eigentlich [Unser Amazonstore: ] gibt es keine Zufälle [/Amazonstore Ende] ;-)

Das für mich beeindruckendste Beispiel ist meine Sonderanfertigung Florian. Eine Bekannte erzählte mir, dass sie sich einfach bewusst gemacht hatte, wie der richtige Mann für sie sein müsste. Und dann trat genau dieser Mann in ihr Leben. Ich dachte mir, dass das zwar Quatsch ist, aber schaden würde es auch nicht. Also schrieb ich auf ein Blatt, wie ich mir meinen Traummann vorstellen würde. Kurz zusammengefasst sollte er vom Aussehen zu mir passen (also kein Schönling, aber auch nicht häßlich), einen ruhigen, freundlichen Charakter haben und gemeinsame Hobbys wären auch nicht schlecht. Die Liste war natürlich noch viel länger und detaillierter.

Als ich dann Florian näher kennenlernte, musste ich zu meiner eigenen Überraschung (es war nur zwei-drei Monate nachdem ich diese Liste erstellt hatte) feststellen, dass er genau dieser Mann war. Es gab sogar noch zwei Zugaben, die gar nicht auf dieser Liste standen, mir aber durchaus gefielen, nämlich dass er das R rollt und Grübchen hat.

Mit anderen Worten, ich hatte mir meinen Traummann beim Universum bestellt und er wurde prompt geliefert ;-)

Es hat auch schon bei anderen Dingen funktioniert, darauf möchte ich hier aber nicht im Einzelnen eingehen. Was aber dieses Buch auch den größten Skeptikern mitgeben könnte, wäre die Idee, dass man durch positives Denken, eine positive Ausstrahlung und weniger Verkrampfung viel glücklicher sein kann. Und dass in dem uralten Spruch "Wie man in den Wald hineinruft, schallt es heraus" doch ein Quäntchen Wahrheit liegt. Und dass es durchaus Sinn macht, auf sein Bauchgefühl zu hören. Hätte ich das getan, als ein Impuls mir sagte, das Auto lieber woanders zu parken, wäre unser Seitenspiegel damals nicht kaputt gegangen.

Fazit: Auch wenn man an das ganze esoterische Zeugs nicht glaubt, schadet es zumindest nicht, es einmal zu versuchen.

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Mittwoch, 25. November 2009 21:33

Gottes geheime Gedanken - V.J. Becker

Ich habe mal wieder bewusstseinserweiternde Drogen genommen. Äh... ich meine, ich habe mal wieder ein Buch gelesen. Und zwar [Unser Amazonstore:] Gottes geheime Gedanken - V.J. Becker [/Amazonstore Ende].

Mein letztes Buch zu dem Thema Quantenphysik war Jenseits der Quanten von Michael Talbot. Damals hatte ich moniert, dass er zwar behauptet, dass es jede Menge sogenannter paranormalen Phänomene gibt, er aber keinen Erklärungsversuch unternimmt, wie das denn mit Hilfe der Quantentheorie eventuell irgendwie irgendwann erklärbar wäre.

Letztendlich tut dies V.J. Becker ebenfalls nicht, zumindest nicht im Detail, aber er moniert, dass die Geschichten über paranormale Phänomene letztendlich nicht verifizierbar sind. In seinem Buch machte er keinen Hehl daraus, dass er offensichtlich ein Anhänger des Buddhismus ist, denn er betont immer wieder die Ähnlichkeit zwischen der Quantentheorie und dem Glauben an einen alles durchdringenden Geist.

Ich habe mit dem Buch wirklich gearbeitet, das heißt ich habe mir wichtig erscheinende Stellen neongrün markiert und immer wieder Randnotizen meiner eigenen Gedanken gemacht. Nun werde ich das Buch wohl nicht mehr verkaufen können ;-)

Markiert und gekritzelt

Ich habe einige neue Erkenntnisse gewonnen. Zum Beispiel dass man einen Teil meines Glaubens, dass Gott gleichzusetzen ist mit der Natur, als Pantheismus bezeichnet. Der Haken an der Sache ist nur, dass die Natur weder gut noch allmächtig ist. Sie ist nur wunderbar (man betrachte den Kosmos in seiner Schönheit und das Wunder des Lebens). Aber die Natur (und damit Gott) interessiert sich nicht für das Individuum. Noch greift sie bewusst in unser Leben ein. Daher kann ich auch mit der Institution Kirche nichts anfangen. (Der zweite Teil meines Glaubens ist, dass Gott ein anderes Wort für "Das Gute im Menschen" ist. Und ob wir "Gutes" tun, entscheiden wir selbst, ja sogar was wir genau als "Gutes" beurteilen. Der eine ist ehrenamtlich im DRK tätig, der andere spendet Geld an Amnesty International, der nächste arbeitet in einem sozialen Beruf und wieder ein anderer lädt den Freund seines Kindes ein, um am Wochenende für die bevorstehende Schulaufgabe zu pauken.)

Aber ich schweife vom Thema ab. Interessant fand ich auch die Idee, dass es vielleicht nur ein einziges Photon gibt, dass raum- und zeitlos sämtliche Photonenbahnen unseres Universums zieht/gezogen hat/ziehen wird. Dann wurde unser Universum in vier Paare geteilt: Elektromagnetismus, starke und schwache Kernkraft, Raumzeit und Materieenergie, wobei die Gravitation eine Sonderform darstellt. Allerdings warf sich mir hier ein ganz anderer Gedanke auf: Ist Gravitation nun eine Kraft, die durch Gravitonen übertragen wird, oder gekrümmter Raum und somit eigentlich dem zweiten Ast Raumzeit/Materieenergie zuzuordnen?

Interessant fand ich auch die vom Physiker Frank Tipler "erfundene" Zeitmaschine mit rotierenden Zylindern, die die Raumzeit so verzerren, dass man um sie herumfliegen und damit in die Vergangenheit reisen kann - theoretisch. Da fragte ich mich, ob dies auch mit einer Kugel möglich wäre, und ob die Version aus Star Trek IV, als Kirk & Co. um die Sonne flogen, um in der Zeit zurückzureisen, vielleicht doch ein klein wenig auf physikalischen Theorien beruhte.

Zum Teil ist das Buch sehr philosophisch. V.J. Becker hat meist versucht, die beschriebenen Gedanken aus der Sicht der Kopenhagener Deutung (d.h. es MUSS einen Beobachter geben, also gibt es "Gott") und aus Sicht der Viele-Welten-Theorie (Paralleluniversen) zu sehen. Allerdings verstrickt man sich mit der Kopenhagener Deutung in meinen Augen ständig in Widersprüche, weshalb ich persönlich doch eher die Viele-Welten-Theorie favorisiere. (Zum Beispiel wenn ich mit dem Auto rückwärts setze und ein Hindernis im Rückspiegel nicht beobachte, macht es trotzdem Bumm. Das Hindernis hat sich nicht in Quantenfluktuation aufgelöst, bloß weil ich es nicht beobachtet habe. Zumindest nicht schnell genug.)

Ganz spannend fand ich auch die Theorie des "denkenden Elektrons", was besagt, dass unsere Raumzeit natürlicherweise die maximale Form an Organisation und Komplexität ansteuert. Oder noch besser die Theorie von Ilya Prigogine, die besagt, dass aus eigentlich chaotischen Systemen (z.B. die Ursuppe) ohne äußere Einwirkung eine Ordnung (Dissipative Struktur, z.B. die DNA, also Leben) entsteht. Mit anderen Worten: Auf jedem Planet, auf dem diesselben Bedingungen wie auf unserer Erde herrschen, wird sich auch zwangsläufig Leben entwickelt haben/entwickeln/entwickeln werden. Leben ist also kein erstaunlicher Zufall, sondern durch die dissipative Struktur determiniert. Schade nur, dass die Wahrscheinlichkeit, mit anderen Zivilisationen in Kontakt treten zu können, derart gering ist.

Interessant fand ich auch das Literaturverzeichnis. Auch V.J. Becker hat meine Lieblingsquantentheoriebücher [Unser Amazonstore:] Auf der Suche nach Schrödingers Katze [/Amazonstore Ende] und [Unser Amazonstore:] Schrödingers Kätzchen und die Suche nach der Wirklichkeit [/Amazonstore Ende] von John Gribbin gelesen. Das Buch [Unser Amazonstore:] Das elegante Universum von Brian Greene [/Amazonstore Ende] steht ebenfalls im Literaturverzeichnis, das ich besitze, aber leider noch nicht gelesen habe. Grins, und "Jenseits der Quanten" von Michael Talbot ebenfalls.

Das Buch "Gottes geheime Gedanken" hat mir sehr gut gefallen, auch hinsichtlich der schlichten, bildhaften Erklärungen, die V.J. Becker liefert, um die komplexen Zusammenhänge der Quantenphysik zu erklären. Auch wagt er es konkret auf Phänomene wie Telepathie, Präkognition und Telekinese einzugehen. Sogar Ufologie und Astrologie finden ihren Platz :-) Viele dieser Gedankengänge sind mir bereits vertraut gewesen, doch habe ich sie noch nie in so geballter Form in einem einzigen Buch lesen dürfen.


Noch ein paar eigene Gedanken: Manchmal denke ich mir, dass die große Masse der Menschen arm dran ist, weil sie von all diesen wundersamen Vorgängen nichts weiß. Aber andererseits ist es für uns auch völlig irrelevant, da quantenmechanische Effekte nur bis zu einem Grenzwert großer Quantenzahlen (also im sehr, sehr, sehr Kleinen) überhaupt in Erscheinung treten, ebenso wie gewisse Effekte der Relativitätstheorie erst relevant werden, wenn man sich entweder der Lichtgeschwindigkeit oder einem enormen Gravitationsfeld (schwarzes Loch) nähert. Dies kommt im Alltag irgendwie nie vor, so dass die klassische Physik ihre Gültigkeit deshalb nicht verliert, weil sie eben behauptet, dass die Dinge so sind, wie sie sind, obwohl sie eigentlich meint, dass die Dinge "mit äußerster Wahrscheinlichkeit" so sind, wie sie sind. Und selbst wenn wir nur Produkte unseres Geistes sind, so müssen wir doch essen und schlafen, um leben zu können, und uns um ganz weltliche Dinge wie unseren Kontostand kümmern.

Themen: Bücher | Quantentheorie | Star Trek
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Samstag, 28. Juni 2008 01:30

Ein wahres Highlight

Dieses Trekdinner war mal wieder ein absolutes Highlight. Nicht nur, dass so viele Leute da waren, dass wir fast nicht in unseren abgetrennten Raum gepasst hätten, sondern es war auch Dr. Hubert Zitt von startrekvorlesung.de da und hat gleich zwei Vorlesungen gehalten, weil wir uns nicht eindeutig entscheiden konnten, welchen wir hören wollten. Sogar aus Bamberg und Erfurt waren sie angereist.

Die Stimmung war großartig. Hubert (er hatte uns gleich das Du angeboten) hat in seiner gewohnt lustigen Art über die theoretischen Graviton-Teilchen (die hoffentlich bald durch die Quantentheorie erklärbar sind) gesprochen und erklärt, wie die künstliche Schwerkraft auf einem Raumschiff aussehen könnte, was es mit den Trägheitsdämpfern auf sich hat, wie der Warpantrieb die Raumzeit krümmt und warum Schiffe mit Schutzschild nicht unsichtbar sind, wie Schiffe mit Tarnvorrichtungen. Sogar von den Versuchen mit rotierenden Supraleitern bei nahezu 0°Kelvin wusste er zu berichten. Dann bekam er erstmal etwas zu essen. Das hat er sich auch wirklich verdient nach der langen Fahrt nach München.

Anschließend ging es weiter mit Fehlern in Star Trek. Das war der gleiche Vortrag wie zur FedCon, aber es war trotzdem schön, ihn nochmals anzuhören. Es ist einfach lustig zu sehen, wie man mal nachgerechnet überhaupt nicht auf die gezeigten Szenen kommen könnte. Aber mal ehrlich: Wollen wir lautlose Raumschlachten? Oder wollen wir zusehen, wie Captain Picard zwei Stunden auf die Antwort eines Admirals vom Flottenkommando auf der Erde wartet? Nö! Schließlich ist Star Trek auch Unterhaltung.

Am Schluss haben wir uns auch noch angeregt unterhalten. Bis so spät ging das Trekdinner schon lange nicht mehr. Aber es war auch niemand da, der die Stühle hochgestellt hätte. Ein wenig überrascht war ich dann doch, als Hubert meinte, er hätte meinen Namen schon Mal irgendwo gelesen... Doch dann ist es ihm wieder eingefallen: In der Fußzeile der Umfrage zum Vortrag.

Themen: Star Trek | Quantentheorie | Freunde
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Donnerstag, 18. Oktober 2007 15:47

Buch: Jenseits der Quanten - Michael Talbot

Jenseits der Quanten von Michael Talbot war ein ausrangiertes Buch unserer Stadtbücherei, daher auch schon etwas älter, das ich vom Wühltisch mitgenommen habe. Die Quantentheorie - kein Bestandteil des Physik-Leistungskurses - hat mich schon lange fasziniert. Davor haben mich paranormale Phänomene fasziniert und ich habe Sendereihen wie "Zwischen Himmel und Erde" oder "Der X-Faktor" verfolgt. Aber mein analytisches Denken und der Mangel an praktischer Erfahrung hinderte mich schließlich irgendwann daran, an paranormale Phänomene zu glauben.

Bis ich die Bücher "Auf der Suche nach Schrödingers Katze" und "Schrödingers Kätzchen und die Suche nach der Wirklichkeit" von John Gribbin las, zwei wunderbare Werke über die Quantentheorie, in denen nur eine einzige mathematische Formel vorkommt (ich muss zugeben, dass ich die höhere Mathematik nach Abbruch meines Informatik-Studiums nicht weiter verfolgt habe). Bei der Lektüre dieser beiden Bücher kam mir plötzlich in den Sinn, dass durch die Quantentheorie paranormale Phänomene wie Hellsehen/Präkognition, außerkörperliche Erlebnisse, Telekinese und Telepathie eines Tages erklärbar sein müssten. Ich tat diese Dinge also, trotz aller Scharlatanerie, nicht mehr per se als Unsinn ab. Auch aus meiner eigenen Erfahrung und aus Erzählungen mir vertrauter Personen habe ich schon dezente Hinweise erhalten, dass es diese Dinge tatsächlich gibt, wenn auch sehr selten.

Trotzdem machte Gribbin nicht den nächsten Schritt, nämlich diese Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, auszusprechen. Ich denke, dass dieses Thema bei einer Mehrzahl der Wissenschaftler verpönt ist, und jeder, der nicht aus diesem elitären Kreis ausgeschlossen werden möchte, sollte das Thema Paranormalität tunlichst meiden.

Den Zusammenhang fand ich erst in diesem Buch von Michael Talbot. Es fängt gleich mit einem Donnerschlag an, denn der Autor hatte selbst in seiner Jugend einen "Poltergeist". In seinem Buch beschreibt er Ansichten über das Bewußtsein, über kollektives Bewußtsein (morphogenetische Felder), über die Unwahrscheinlichkeit, dass das Leben allein aufgrund eines Zufalls entstanden sein soll. Nicht alle phantastischen Erklärungen kann ich so akzeptieren, z.B. dass die Realität erst durch Beobachtung entsteht, aber das liegt in der Natur der Quantentheorie, dass sie auf verschiedene Weise interpretiert werden kann und wir wissen einfach noch nicht, welche Deutung der Wirklichkeit am nächsten kommt. Letzendlich bleibt es eine Glaubensfrage und letztendlich spielt die Quantentheorie in unserem alltäglichen Leben eher eine untergeordnete Rolle. Wer denkt schon über die Funktionsweise eines Transistors nach, wenn er das Radio einschaltet und Musik hört?

Was ich Talbot aber hoch anrechne ist, dass er Kritik an den phantastischen Theorien der zu Wort kommenden Wissenschaftler zulässt, wenn sie über "Das ist doch Unsinn" hinausgeht. So hat man als Leser nicht das Gefühl, diese Theorien annehmen zu müssen, wie das beim Lesen von Charles Berlitz oder - noch schlimmer - Erich von Däniken der Fall ist. Das macht das Buch trotz seiner ungeheuren Ideen glaubwürdig.

Leider nimmt es nur am Rande das Thema Quantentheorie auf. Wer hier kein Vorwissen hat, wird sich mit den angedeuteten Zusammenhängen etwas schwertun. Genausowenig versucht Talbot die paranormalen Phänomene mit der Quantentheorie zu erklären. Konsens bleibt, dass paranormale Phänomene aufgrund der Natur der Quanten möglich sind, und dass sich die moderne Wissenschaft dieser Möglichkeit nicht verschließen sollte.

Sehr bedauert habe ich auch, dass einer der Personen, die sich das Buch aus der Bücherei entliehen hatten, so brav war, seine handschriftlichen Notizen wieder herauszuradieren. Gerade sie, die auf der Seite 162 angebracht waren, als Talbot den wagen Versuch unternahm, die Quantentheorie als Erklärung heranzuziehen, hätte ich interessant gefunden.

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