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Donnerstag, 22. Oktober 2020 19:10

Paywalls

Ich bin ja der Meingung, dass man selbstverständlich für guten Journalismus (oder den man für einen solchen hält) auch etwas bezahlen sollte. Schließlich haben sich die Zeitungen auch früher nicht allein durch ihre Werbung finanziert, was auch gut so ist, denn sonst wäre man ja von den Geldgebern abhängig. Und auch Journalisten wollen und sollten angemessen bezahlt werden. Aber die Abo-Modelle der meisten Online-Medien sind für mich einfach zu teuer. Da ich ziemlich querbeet lese, käme ich wohl auf mehrere hundert Euro im Monat, würde ich für alle Zeitungen, die ich so streife, jeweils Abos abschließen. Und irgendwie liegt meine Schmerzgrenze da auch bei 10 Euro im Monat.

Derzeit bezahle ich folgende Online-Medien:

  • Heise+ - 9,95 Euro/Monat
  • Correctiv.org - 10,- Euro/Monat - die haben den Cum-Ex-Skandal aufgedeckt!
  • Tagesspiegel Checkpoint-Newsletter - 5,- Euro/Monat (bzw. 60,- Euro/Jahr)
  • The Guardian - 2,- Euro/Monat - die haben Edward Snowden nach der Aufdeckung des NSA-Skandals in Hong Kong getroffen
  • New York Times - 2,- Euro/Monat
  • Süddeutsche - 9,99 Euro/Monat - werde ich aber wieder kündigen, wenn das Angebot endet und es dann 14,99 Euro/Monat kosten soll

Ich wäre auch gerne bereit, noch weitere Medien finanziell zu unterstützen, aber entweder in Einmalzahlungen oder anderen Modellen unter 10 Euro pro Monat. Ich sehe das so: Auch früher war ich selten Abokunde, sondern habe mir mal die Zeitschrift, mal die Zeitung am Kiosk geholt, die mich gerade interessierte. Aber solche Kunden werden von den Abomodellen der Online-Medien überhaupt nicht bedient. Ich würde gerne hin und wieder für einzelne Artikel so zwei bis drei Euro bezahlen. Auch in Umfragen wurde danach irgendwie nie gefragt und man kann auch selten Freitext eingeben. Also habe ich letzt mal das Experiment gestartet und den Aboservice vom Spiegel angeschrieben, um mein Problem zu schildern.

Darauf kam die nette Antwort, dass es zwar beim Spiegel nicht direkt die Möglichkeit gibt, einzelne Artikel zu kaufen, aber ich wurde auf eine andere Möglichkeit hingewiesen. Beim Blendle-Kiosk habe ich die Möglichkeit, ein Guthaben aufzuladen und für wenig Geld bei vielen unterschiedlichen Zeitungen einzelne Artikel zu lesen, die sonst hinter der Paywall verschwinden. Kein Abo, kein monatlicher Mindestbetrag und nur ein Account!

Ich habe das jetzt mal mit meinem Startguthaben getestet. Für das Interview "Zahlenblindheit ist gefährlich, auch für die Demokratie" mit dem Stochastikprofessor Norbert Henze habe ich bei Blendle nach dem Stichwort "Zahlenblindheit" gesucht und den Artikel dann für 49 Cent freischalten können. Ich habe nur den Eindruck, dass man hier nur etwas ältere Artikel findet, dass diese also nicht sofort verfügbar sind, wenn sie veröffentlicht wurden. Ansonsten funktioniert das super!

Thema: News
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09.01.2012 13:04 Clicks: 1174421

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