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Sandra's Blog-Archiv

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Donnerstag, 24. September 2020 20:47

Depressionen

Ich kenne einige Leute, die an Depressionen leiden und deswegen auch in Behandlung sind oder waren. Man sagt auch gerne so dahin: "Ich glaub ich hab eine Depression." Dabei ist eine Depression eine schwerwiegende Erkrankung. Da kommt man ohne professioneller Hilfe normalerweise nicht wieder heraus.

Ich denke, dass ich eher hin und wieder an einer depressiven Verstimmung leide. Insgesamt bin ich sehr resilient und komme mit Erschütterungen des Lebens in der Regel gut klar. Auch in der Coronasituation habe ich nach anfänglichen Panikattacken und schlaflosen Nächten relativ schnell eine Linie gefunden, um damit gelassener umzugehen. Dabei hat mir natürlich geholfen, dass ich mit dem Blog meine Gedanken gut strukturieren und rauslassen konnte, damit mir der Schädel nicht explodiert.

Trotzdem merke ich, dass ich immer mehr in einem Sumpf von ständiger Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit feststecke. Meistens merke ich das auch daran, dass ich viel zu viel am Handy spiele. Dabei bin ich objektiv betrachtet doch in einer rundum glücklichen Situation.

Als Beispiel möchte ich mein Pferd Felix anführen. Ich habe mir vor über einem Jahr den Traum erfüllt und mein Herzenspferd gekauft. Trotzdem fällt es mir immer wieder schwer, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und in den Stall zu fahren, wenn ich gerade nicht verabredet bin oder irgendwelche Schmied- oder Tierarzttermine habe. Wenn ich dann auf Gugl Mäps sehe, wie sich ein Stau zusammenbraut, dann habe ich gleich eine Ausrede, zu Hause zu bleiben. Meine Reiterfreundinnen habe ich deshalb schon gebeten, sich öfter mit mir zu verabreden, um mich aus dieser Lethargie zu holen.

Aus eigenem Antrieb mache ich im Moment eher wenig. Die meisten Dinge sind Pflichterfüllung (Arbeit, Haushalt) oder Gewohnheiten. Viele Dinge, die nur die Prädikate "nice-to-have" oder "irgendwann" tragen, schiebe ich seit Monaten vor mir her. Wahrscheinlich drückt die ganze Inaktivität und eingeschränkte Bewegungsfreiheit derzeit doch stärker auf mein Gemüt, als ich zugeben möchte. Mir fehlt das persönliche Trekdinner und die offline Conventions. Wir haben uns schon im kleinen Kreis immer wieder getroffen oder schauen Nessis SOFA-Con oder Last Geek Tonight, aber es ist halt nicht dasselbe.

Im Winter wird der Mangel an Sonne auch noch eine Rolle spielen. Und die hormonellen Schwankungen spielen ebenfalls eine Rolle - ich darf das sagen, ich bin eine Frau.

Nein, das ist keine echte Depression. Aber schön ist es auch nicht.


Updates

Süddeutsche (26.09.2020): Psychologie: Teuflisches Duo

Themen: Sonnenstrahl | Eigenes Pferd Felix | Trekdinner | Conventions
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Kommentare:

Samstag, 26. September 2020 21:49

tcai schrieb:

Was da hilft, ist eine Aufgabe, die fordert.
Bei mir ist das die SOL. Als Chefredakteurin trage ich die Verantwortung, dass das Heft pünktlich alle drei Monate erscheint. Die Aufgabe fordert mich und bringt mir gleichzeitig Bestätigung, was in dem Fall extrem wichtig ist. Dadurch, dass ich sie machen muss, raffe ich mich auf etwas zu tun und bringe durch die aktivierte Energie nebenbei noch Dinge zustande, die damit nichts zu tun haben.

Und noch etwas habe ich geändert. Ich habe festgestellt, dass sich seit Ausbruch der Pandemie mein Medienkonsum vergrößert hat. Ich lese viel mehr Nachrichten als davor. Früher habe ich im Bett mit dem iPad nur die NEO-Romane gelesen. In den letzten Monaten musste ich mich dazu zwingen, nicht dauernd diverse Nachrichten Portale durch zu klicken, statt E-Books zu lesen. Abhilfe brachte letztendlich das Ausschalten des WLAN. Das wird bei uns jetzt nur noch Abends eingeschaltet. Das reduziert massiv das Serven im Internet und damit die Ablenkung. Ich bin dadurch viel produktiver.

Sonntag, 27. September 2020 16:17

tcai schrieb:

Surfen, meine ich natürlich. Sorry, da hat die Autokorrektur wieder zugeschlagen und mein Versuch es auszubessern, hat es noch schlimmer gemacht.

Last Update:
09.01.2012 13:04 Clicks: 119746

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