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Montag, 22. Juni 2020 20:46

Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen? - Jens Berger

Das Buch Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen? von Jens Berger habe ich bereits gekauft. Das Thema BlackRock beschäftigt mich etwa seit 2014, als ich mitbekommen habe, dass BlackRock bei WMF als "Investor" eingestiegen ist und dort dann die Arbeitsbedingungen immer schlechter wurden. Damals war ich noch bei der WMF-BKK und auch von den Produkten der Firma überzeugt.

Anteile müssen erst gemeldet werden, wenn sie 5% Aktienanteile überschreiten. Dies wird dann gemeldet in einer Veröffentlichung gemäß §40 Abs. 1 WpHG (Wertpapierhandelsgesetz). Seit dem habe ich einen Gugl Alert mit den Worten "BlackRock" und dem Namen meines Arbeitgebers. Januar 2015 meldete die BlackRock, Inc., New York 4,86% an der Firma, in der ich arbeite. Im April 2015 meldete die BlackRock Financial Management Inc. Wilmington 5,5%. Und ab Oktober 2015 BlackRock Inc. in Wilmington 5,42%, wobei dieser Anteil bis heute schwankt und im August 2018 seinen Höhepunkt bei 5,92% hatte. Da BlackRock in Wilmington zwei Büros hat, könnte es sich tatsächlich um zwei unterschiedliche Tochterfirmen handeln. Insgesamt könnte es also sein, dass BlackRock unter dem Radar fast 15% an meinem Arbeitgeber hält, vielleicht sogar noch viel mehr, da BlackRock eine Holding mit einem undurchsichtigen Geflecht aus Tochterfirmen ist.

Als ich nun sah, dass der Autor des Buches von KenHitRadio interviewt wurde, war ich natürlich neugierig. Die Bekanntheit dürfte jedenfalls für einen guten Werbeeffekt sorgen. Und ich möchte auch dafür Werbung machen, denn als Kapitalismus- und Neoliberalismus-Kritiker liegt mir die Aufklärung über das Großkapital und den dahinterstehenden Mechanismen sehr am Herzen. Doch ich war bei dem Interview natürlich auch sketpisch, da ich von KenHitRadio nicht so wahnsinnig viel halte.

Er stellt gute Fragen wie "Gibt es noch eine Demokratie?" oder bringt die Sache auf den Punkt mit "Geld regiert die Welt!" Ab Minute 54:00 wird gesagt, dass BlackRock eigentlich keine Entscheidungsgewalt und damit keinen Einfluss auf Unternehmen hat (z.B. bei Moralpredigten in Davos). Sie sind nur dazu da, das Komma bei den großen Zahlen zu verschieben. Aber mit der Fed als Kunde, also eigentlich die USA, wenn Blackrock was sagt, dann wird das so gemacht. Aber er lässt Jens Berger darauf nicht eingehen, sondern wechselt sofort das Thema. Das fand ich ein wenig suspekt.

Trotzdem finde ich das Interview mit Jens Berger sehenswert. Es wird sehr gut erklärt, wie durch das System Konkurrenz ausgehebelt wird. Die Verlierer sind natürlich die Kunden/Endverbraucher. Eigentlich handelt es sich hier um ein Kartell. Mehr Regulierung und Transparenz wäre notwendig, weil diese Investmentbanken ab einer bestimmten Größe systemrelevant sind. BWL ist keine Naturwissenschaft. Und Geld und Computerprogramme kennen keine Moral. So zerstört der computergesteuerte Handel die Umwelt, Arbeitsplätze und die Realwirtschaft. KenHitRadio lässt es sich aber nicht nehmen, immer wieder Bill Gates zu erwähnen und dass in der "WHO Menschen geparkt" wurden, um Einfluss geltend zu machen.

Es lohnt sich, sich mit dem Thema weiter zu befassen, auch mit den beiden anderen großen Playern State Street und Vanguard. Im Grunde genommen hat da jeder überall die Finger mit drin, irgendwo sicher auch Bill Gates, Warren Buffet und George Soros, die alle mit dem zerstörerischen System reich geworden sind und nun als Philanthropen Geld verteilen.

In diesem Zusammenhang kann ich auch folgende Dokumentationen empfehlen:

Ich persönlich glaube ja, dass es durch das System bedingte Konzentration von Kapital und Macht gibt, aber dass es nicht wirklich einen Deep State gibt, von dem aus die Welt zentral gelenkt wird. Etwas in dieser Größenordnung würde schlicht nicht funktionieren. Trotzdem ist mein großes Ziel mehr Transparenz, Regulierung und Schutz der Realwirtschaft und der kleinen Leute.

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