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Freitag, 25. Januar 2019 17:56

Diskussion über das Tempolimit

Zur Zeit wird viel über ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen diskutiert. Ein Argument der Beführworter ist, dass es dann zu weniger Verkehrstoten kommt. Vergleicht man beispielsweise die Zahlen der Schweiz (wo generelles Tempolimit 120 gilt) mit Deutschland, dann scheint dies auch tatsächlich zu stimmen. Ein weiterer Hinweis darauf, dass dies stimmen könnte, liefern auch die Zahlen zum Tempolimit auf der A24 zwischen dem Autobahndreieck Havelland und dem Autobahndreieck Wittstock seit 2002.

Die Diskussion ist natürlich hoch emotional, weil das Auto dem Deutschen sein liebstes Kind ist und ähnlich wie der Waffenbesitz in den USA einfach bar jeder Logik ist. Da kommt man mit Statistiken und Argumenten nicht wirklich dagegen an. Allerdings ist das mit den Statistiken so eine Sache. Als Verkehrstoter gilt nur derjenige, der innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall verstirbt. Das bedeutet, dass Leute, die danach jahrelang im Koma liegen, nicht in die Statistik einfließen. Und ich könnte mir vorstellen, dass durch Airbags und co. sehr viel mehr Leute den eigenentlichen Unfall zwar über diese 30-Tage-Frist hinaus überleben, aber nicht wirklich lebendig sind. Insofern frage ich mich schon, wie belastbar und vergleichbar solche Zahlen sind.

Als wir im Mai letzten Jahres in der Schweiz waren, konnte ich persönlich erfahren, wie es ist, wenn Tempolimit 120 gilt. Ich empfand die Autofahrer als agressiver als in Deutschland, da auf der rechten Spur eine Perlenkette fuhr, die sich einigermaßen an das Limit hielt und links eine Perlenkette mit 135 oder so sich an den anderen vorbeischob. Die Agressivität setzte sich in der Stadt Genf auch weiter fort. Deshalb kam ich zu dem Schluss, dass diese allgemeine Gängelung aller Autofahrer insgesamt agressiver macht. Auf deutschen Autobahnen kommt es eher selten vor, dass jemand dicht auffährt, drängelt und eventuell sogar die Lichthupe benutzt. Ich würde schätzen, pro längerer Autofahrt vielleicht ein oder zwei Mal. Die meisten Autofahrer, die sehr schnell unterwegs sind, auch abbremsen und Abstand halten, wenn es mal enger wird (Laster sich gegenseitig überholen, ein langsameres Fahrzeug auch mal überholt). Oder langsamere Autofahrer nur dann zum Überholen ansetzen, wenn niemand von hinten anrauscht. Nennt sich gegenseitige Rücksichtnahme.

Bei hohem Verkehrsaufkommen finde ich es jedoch Wahnsinn, wie sich auf der linken Spur meist eine Perlenkette von recht schnell fahrenden Autos bildet, die meist auch einen viel zu geringen Abstand halten. In solchen Situationen meide ich die linke Spur und bleibe schön in der Mitte oder rechts, bis sich der Knoten wieder aufgelöst hat. Und falls man dann Unfälle sieht, haben die sich meiner Beobachtung nach auch meist auf der linken Spur ereignet (oder man hört dies auch häufig in den Verkehrsnachrichten, dass die linke Spur betroffen ist). Aber dazu finde ich gerade keine Zahlen.

Mein Vorschlag wäre, das Tempolimit der Situation angepasst zu setzen. Wenn es nachts ist und nur drei Autos auf der Autobahn und keine LKWs, dann wäre ein Tempolimit tatsächlich reine Gängelung. Bei dichtem Verkehr ist ein Tempolimit aber sehr ratsam und würde dazu beitragen, dass alle sicherer und schneller ans Ziel kommen. Und dies ist durch die Technik auch schon erprobt und eingesetzt mit dem sogenannten Verkehrsleitsystem. Wenn das Wetter schlechter wird, das Verkehrsaufkommen höher oder gar Stau droht, wird das Tempolimit entsprechend geändert und die Autofahrer auch darauf hingewiesen, wieso dies so ist. Das erzeugt meiner Meinung nach mehr Akzeptanz, wenn ein Verbot begründet wird. Natürlich ist die Technik nicht billig. Aber das wäre ein Entgegenkommen von allen Seiten.

Und wegen der Umwelt... Der größte Teil des Feinstaubs kommt vom Reifen- und Bremsabrieb. Und der ganze Quatsch mit den Grenzwerten ist sowieso umstritten. Mal ganz abgesehen davon sind E-Autos auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind, nicht wahr?

Thema: Auto
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