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Dienstag, 10. Juli 2018 21:13

Eingeschlossen in einer Höhle

Ich habe mitgefiebert. Irgendwann in den letzten zwei Wochen hatte ich zuerst davon gehört, dass in Thailand eine Fußballmannschaft vermisst wird. Da dachte ich mir noch, so etwas Blödes, jetzt können die nicht mehr an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Dann hörte ich, dass es sich um Kinder handelte, die in einer Höhle vermisst wurden.

Als dann am 02.07.2018 die Nachricht kam, dass alle Kinder und ihr Trainer lebend gefunden wurden, dachte ich zunächst, dass das Drama nun zu Ende wäre und war erleichtert. (Hier der bewegende Moment, als die beiden britischen Taucher die Jungen fanden.)

Doch ich hatte mich geirrt. Am Freitag, 06.07.2018 hörte ich auf dem Nachhauseweg im Radio die Nachricht, dass ein Taucher bei der Rettungsmission ums Leben gekommen ist. Für mich ist Tauchen nichts, ich habe es probiert. Was Höhlentauchen bedeutet, hatte ich in einer Doku schon einmal gesehen. Seit dieser Nachricht fieberte ich mit.

07.07.2018, 10:18 Uhr

Tauchen in Höhlen ist auch für Profis eine große Herausforderung. Die Jungs bekommen gerade Tauchtraining, doch einige können nicht einmal schwimmen. Und nach zwei Wochen in der Höhle sind sie körperlich auch in keiner guten Verfassung. Zeichen von Infektionen zeigen sich schon, auch wegen der katastrophalen hygienischen Bedingungen. Und der Sauerstoff wird knapp. Und mit Bohrungen hat man sie leider auch noch nicht erreicht. Und die Pumpen kommen gegen den Monsun nicht an.

Kann man nicht auch Hochleistungsturbinen als Wasserpumpen einsetzen? Oder Silbernitrat versprühen, damit die Wolken möglichst weit weg vom Einsatzort bereits vorher abregnen? Schaffen es Elon Musks Tunnel-Ingenieure zu helfen? Vielleicht wenigstens einen kleinen Versorgungstunnel zu bohren, damit die Jugendlichen leichter mit Nahrung und Sauerstoff versorgt werden können?

Mein Herz schlägt für die Jungs in Thailand!

Schwierige Rettungsmission in Thailand

Grubenunglück in Chile 2010 - 69 Tage!

Chronik einer Höhlenrettung – Der Fall Johann Westhauser 2014

Update 08.07.2018, 14:33 Uhr

Die Rettungsaktion hat begonnen. 18 Sporttaucher werden jetzt versuchen, die Jungen einzeln aus der Höhle zu begleiten. Sie haben in den letzten Tagen Kräfte sammeln können durch die Nahrungsversorgung, aber der Sauerstoff wird knapp, der CO2-Gehalt der Luft wird zu hoch und es drohen neue Regenfälle, die den Wasserpegel wieder ansteigen lassen. Jetzt oder nie!

Taucher starten Rettung der eingeschlossenen Jungen

14:54 Uhr: Die ersten zwei Jungen haben Höhle in Thailand verlassen. Kurz darauf noch zwei weitere.

Update 09.07.2018

Vier weitere Jungen sind draußen, insgesamt 8. Vier Jungen und der Trainer sind noch in der Höhle.

Dafür ist die Wetterprognose besser geworden. Statt 19 mm soll es morgen "nur" noch 5 mm regnen.

Update 10.07.2018

Wegen der drohenden Regenfälle wurde beschlossen, heute die letzten Eingeschlossenen aus der Höhle zu retten. Heute am frühen Nachmittag kam dann die erlösende Nachricht. Alle 13 Eingeschlossenen aus der Höhle waren gerettet. Aber auch der australische Arzt Dr. Richard Harris, der die vergangenen Tage bei der Gruppe geblieben ist, musste noch raus und drei Thailändische Navy Seals. Erst als diese auch draußen waren, war ich endgültig zuversichtig, dass die Rettungsmission ein voller Erfolg war.

Natürlich geht mir das Schicksal der Ertrinkenden im Mittelmeer ebenfalls nahe. Hier macht es mich aber in erster Linie wütend, dass nichts gegen die Ursachen getan wird. Bildung, Zugang zu kostenlosen Verhütungsmitteln und Stabilisierung aller failed states. Pochen auf weltweites Einhalten der UN Menschenrechtscharta. Aber das ist ein ganz anderes Problem und auch nicht innerhalb von ein paar Tagen lösbar!

Peinlich fand ich auch den Versuch von Elon Musk zu helfen. Die Bilder des U-Bootes auf Twitter haben eigentlich deutlich gezeigt, dass das Ding nicht geeignet ist, durch die 38 cm dünne Stelle zu gelangen. Viel zu groß und zu sperrig für diese Mission. Und zu spät kam das Ding auch an. Wollte er wirklich nur einen PR-Gag setzen, oder sind diese Leute tatsächlich so abgehoben?

Ich war einfach nur beeindruckt von dem Rettungsplan und der Art und Weise, die dieser dann in die Tat umgesetzt wurde. Militärisch halt, wie Thailand nach dem Putsch ist. Der Playboy-König wäre zu sowas gar nicht in der Lage gewesen. Der Plan war durchdacht und unter den gegebenen Umständen der erfolgsversprechendste. Und wegen des Zeitdrucks haben sie auch den ursprünglichen Plan, erst vier und dann drei mal drei Jungs aus der Höhle zu holen, verkürzt auf zwei Mal vier und die restlichen fünf. Morgen sind noch stärkere Regenmassen angesagt.

Dass die Medien den Platz vor der Höhle räumen mussten, fand ich eigentlich gut. Schließlich können Rettungskräfte keine Gaffer gebrauchen, diese Erkenntnis setzt sich mit der Aktion Rettungsgasse langsam durch. Aber dass auch die Eltern ihre Kinder nicht sofort sehen durften, fand ich schon hart, aber mittlerweile auch verständlich.

Die vielen Helfer haben sogar noch weitere Wunder vollbracht. Z.B. wurde auch dafür gesorgt, dass die neuen Regenmassen nicht in vollem Umfang in die Höhle eindringen konnten, indem sie das Wasser mit Sandsäcken und Rohren umleiteten. Hochachtung!

Und um den Trainer habe ich mir auch Sorgen gemacht. Ja, es war leichtsinnig, die Höhle zu betreten, wenn Regen angesagt war. Aber Ek ist erst 25 Jahre alt! In diesem Alter denkt man doch noch nicht daran, dass etwas passieren könnte. Und - was wichtig ist - es ist der Gedanke der zählt. Er wollte seinen Schützlingen nie Schaden zufügen. Eigentlich wollten sie nur einen Geburtstag feiern. Doch als das Unglück passiert ist, hat er das Bestmögliche aus der Situation gemacht. Er hat die Jungs zu einem Ort gebracht, in dem ihre Überlebenschancen am größten waren. Er hat ihnen sein ganzes Essen überlassen. Als man sie fand, haben sie meditiert, er hat also dafür gesorgt, dass sie an Rettung glauben und nicht in Panik verfallen. Er hat die Eltern um Verzeihung gebeten. Kann er sich selbst verzeihen? Er hat die Höhle als Letzter verlassen. Er ist als Waisenkind aufgewachsen und war für die Jungs mehr als nur ein Trainer. Er wollte, dass sie es einmal besser haben als er!

Hier wurde bewiesen, dass nichts unmöglich ist, dass man mit vereinten Kräften ans Ziel kommen kann, dass Menschlichkeit das Wichtigste ist. Ich wünsche den Wildschweinen viel Glück auf ihrem Weg zur Genesung! Mögen sie im Jahr 2022 noch einmal zum Finale der Fußball-Weltmeisterschaft eingeladen werden!

Thema: News
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