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Freitag, 6. April 2018 19:52

Digitalisierung und Sommerzeit

Dieses Jahr bin ich mit der Umstellung auf die Sommerzeit sehr gut zurecht gekommen. Das hatte im Wesentlichen zwei Gründe:

  1. Ich hatte sowieso Schlafprobleme, lag teilweise ein-zwei Stunden nachts wach und bin dann natürlich am Folgetag schon um neun oder so auf dem Sofa ins Koma gefallen. Da ist es dann auch Wurscht, wenn die Uhr umgestellt wird, weil das dann nicht mehr ins Gewicht fällt.
  2. Es waren Osterferien. Daher musste ich meinen Sohn nicht pünktlich um 8.00 Uhr in der Schule abliefern, sondern konnte mir den Luxus zweier Zeitumstellungen leisten. Ich stellte den Wecker in den Ferien statt auf 6.30 Uhr auf 7.00 Uhr, so dass es erst mal nur eine halbe Stunde war, die ich früher aufstehen musste, und jetzt am Montag nochmal eine halbe Stunde. Das hat den Vorteil, dass es da schon bald den Sonnenaufgang (6:37 Uhr) gibt und ich nicht in Dunkelheit aufstehen muss, was das eigentliche Problem ist.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich mag die Sommerzeit an sich. Ich finde es toll, früher aufzustehen, weil es eh hell ist, da habe ich dann auch kein Problem damit, wenn die Sonne mich weckt, dafür aber auch früher von der Arbeit gehen zu können, um den Abend gemütlich im Biergarten, beim Grillen im eigenen Garten oder in der Reitschule auf dem Reitplatz ausklingen zu lassen. Und die Zeitumstellung im Herbst hat mir auch noch nie Probleme gemacht. Ich hasse nur die Zeitumstellung im Frühling, weil ich normalerweise plötzlich wieder in Dunkelheit aus dem Bett muss und mein Schlafrhythmus gestört wird. Minijetlag eben, für den ich etwa zwei Wochen brauche.

Daher habe ich mir schon oft Gedanken darüber gemacht, wie man die Umstellung verhindern kann, aber trotzdem die Vorteile der Sommerzeit beibehalten kann.

Wenn man sich die Uhrzeiten des Sonnenaufgangs anschaut, dann haben wir die beiden Sonnenwenden, im Winter vom 26. Dezember bis 6. Januar gegen 8:04 Uhr in München und gegen 8:36 Uhr in Hamburg (Wandsbek), im Sommer vom 11.-22. Juni gegen 5:14 Uhr (4:14 Uhr Normalzeit) in München und 4:50 Uhr (3:50 Uhr Normalzeit) in Hamburg (Wandsbek). Die Uhrzeit/Normalzeit wurde ursprünglich definiert mit 12:00 Uhr Mittags gekoppelt am höchsten Stand der Sonne. Mit Einführung der Zeitzonen wurden zumindest in den jeweiligen Zonen die Uhren synchronisiert und der Höchststand der Sonne war dann je nach Ort nicht mehr exakt 12:00 Uhr mittags, aber das vereinfachte die Erstellung von Bahnfahrplänen und anderen Dingen.

Achtung, jetzt wird es kompliziert. Wenn man jetzt definieren würde, dass der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs z.B. in Köln/Bonn immer 7:00 Uhr wäre, also sozusagen im Dezember/Januar um 8:34 Uhr und im Juni um 4:19 Uhr Normalzeit, dann hätte man eine fließende Zeit und jeden Tag eine Zeitumstellung von ca. 0-3 Minuten, die kein Mensch bemerken würde. Der Nachteil wäre aber natürlich, dass es dann im Dezember/Januar bereits um 15:00 Uhr dunkel wäre. Hm, auch doof. Vor allen Dingen weil vielen es nichts ausmacht, wenn es morgens dunkel ist. Für diejenigen wäre das Modell, einfach ganzjährig die Sommerzeit beizubehalten, die beste Lösung ohne Umstellung und mit viel Biergarten. Und für diejenigen, die bei Dunkelheit schlecht aus dem Bett kommen (wie mich), gibt es noch die Sonnenlichtwecker.

Fazit: Man kann es nicht allen recht machen. Und es gibt nicht nur unterschiedliche Schlaftypen, sondern es gibt auch viele unterschiedliche Arbeitsmodelle (Stichwort Schichtarbeit). Und irgendwie muss die Gesellschaft einigermaßen einheitlich getaktet sein, es geht also nicht, dass für die meisten Leute immer die Normalzeit gilt und manche sich im Sommer den Luxus erlauben können, einfach früher aufzustehen und früher von der Arbeit heimzugehen. Schwieriges Thema.

Thema: Sommerzeit abschaffen
Last Update: 09.01.2012 13:04

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