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Samstag, 29. Januar 2011 15:02

Hungry - Crystal Renn

Über das Buch [Unser Amazonstore: ] Hungry - Crystal Renn [/Amazonstore Ende] bin ich eher zufällig beim Herumklicken gestoßen, und da die englische Ausgabe deutlich günstiger war, als die [Unser Amazonstore: ] deutsche Ausgabe [/Amazonstore Ende], habe ich natürlich die gekauft.

Und es nicht bereut... Crystal Renn beschreibt ihre Kindheit, ihre Familie, ihren beruflichen Werdegang in solch einer lebendigen Sprache, dass man das Gefühl hat, sie sitzt einem gegenüber und plappert munter drauf los. Sie benutzt eine wunderschön ausschmückende Sprache, was für einen deutschen Leser wie mich oft nicht ganz leicht ist, da sie viele Vergleiche mit Persönlichkeiten zieht, die in den USA wohl recht bekannt sind. Ich könnte mir vorstellen, dass es in der deutschen Übersetzung deshalb nur so von Fußnoten und Anmerkungen des Übersetzers wimmelt.

Crystal Renn wächst bei ihrer Großmutter auf, die sie aber Mom nennt, da sie zu ihrer leiblichen Mutter nie den richtigen Draht finden konnte. Aber sie musste nichts missen. Eines Tages begegnete sie einem Agenten einer Modelagentur, der ihr aber unmissverständlich klar machte, dass sie extrem abnehmen müsse, um in diesem Beruf erfolgreich sein zu können.

Also begann Crystal Renn zu hungern. Aus einem normalgewichtigen, hübschen Teenager wurde ein Skelett, das an die magersten Zeiten von Audrey Hepburn erinnerte, zumindest mit ihrer überdimensionierten Sonnenbrille. Nur Mädchen bzw. Frauen mit einer extremen Willenskraft, die über die natürlichen Instinkte hinausreicht, sind zu so etwas fähig. Und Crystal Renn bekommt ihren Modelvertrag.

Sie ist aber nicht glücklich und es wird für sie auch zunehmend schwieriger, das extreme Untergewicht zu halten. Und schließlich entschließt sie sich dazu, sich gesund zu ernähren und ihrem Körpergewicht keine Bedeutung mehr beizumessen.

Sie nimmt zu, sie wird glücklich, und sie wird das erfolgreichste Plus-Model Amerikas. Crystal Renn findet ihre große Liebe. Und sie gibt jedem Teenager den Rat, das eigene Selbstwertgefühl nicht durch den BMI zu messen.

In gewisser Weise habe ich einen ähnlichen Werdegang hinter mir wie Crystal Renn. Im Teenageralter wollte ich schlank sein und hing einem extremen Ideal hinterher, dem ich vermutlich niemals hätte gerecht werden können. Ich traktierte meinen armen Körper mit Diäten und nahm jojomäßig immer weiter zu. Bis ich mit 17 Jahren und [zensiert] kg endlich begriff, dass das nichts bringt. Ich habe nie wieder eine Diät gemacht. Und ich habe zwischenzeitlich sogar einmal ca. 20 kg weniger gewogen als jetzt, allerdings auch wieder zugenommen. Aber ich werde trotzdem nie wieder eine Diät machen.

Crystal Renn beschreibt den Glauben vieler Mädchen und Frauen, dass sie nur schlank sein müssen, und dann werden sie endlich glücklich. Dass ihr gesamtes Glück mit dem Körpergewicht zusammenhängt, mehr noch, dass sie - solange sie übergewichtig sind - überhaupt nicht das Recht haben, glücklich zu sein, und durch Selbsthass zerfressen sich in ihren Zimmern und Wohnungen verschanzen. So ging es mir auch einmal. Aber es stimmt nicht. Das Glück liegt nicht in der Figur. Das Glück findet man auf andere Weise.

Am Rande möchte ich noch erwähnen, dass mir Crystal Renn wegen ihrer Liebe zur Astronomie und zu Star Trek, die immer wieder durchschimmern, sehr sympathisch war.

Themen: Bücher | Kampf den Pfunden
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09.01.2012 13:04 Clicks: 557725

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