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Sandra's Blog-Archiv

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Donnerstag, 12. November 2009 20:31

Mieses Karma - David Safier

Sowas, schon wieder ein Buch gelesen. Nun, ich stricke keine Schals mehr. Bücher lesen ist für das Gehirn viel interessanter als "links, rechts, links, rechts" ;-) Und dann habe ich etwas getan, was ich normalerweise nicht tue: Ich habe drei Bücher parallel gelesen. Um Zeit zu sparen. Wie soll das gehen? Ganz einfach, wenn ein Buch im Kabuff mit der Biss und der Spaceview und dem Star Trek Forum liegt, kann man es im Kabuff lesen. Wenn ein Buch zwischen den Handtüchern liegt, kann man es in der Badewanne lesen. Und wenn ein Buch neben dem Bett auf dem Boden liegt neben dem Candybra, kann man es im Bett vor dem Einschlafen oder zwischen dem Einschlafen oder nach dem Einschlafen lesen. Dann spart man sich die Zeit, das Buch immer dahin mitzunehmen, wo man sich gerade aufhält.

Aber ich schweife vom Thema ab. Ich wollte ja über das Buch [Unser Amazonstore: ] Mieses Karma von David Safier [/Amazonstore Ende] lästern. Man muss das ganze Buch vor dem Hintergrund lesen, dass er Drehbücher für TV-Hits wie "Berlin, Berlin" (sagt mir nichts), "Nikola" (sagt mir auch nichts) und "Mein Leben & ich" (ach ja, wir haben ja gar keinen Fernseher) schreibt und selbst schon mal den Deutschen Fernsehpreis gewonnen hat. Dabei muss ihm wohl die Idee gekommen sein, dass die Leute um ihn herum verdammt mieses Karma haben und er es wohl total toll finden würde, wenn sie vom Waschbecken einer halb verglühten Raumstation erschlagen werden würden. Oder so ähnlich.

Denn genau das passiert mit Kim Lange, der Protagonistin des Romans, die danach als Ameise wiedergeboren wird, die fortan gutes Karma sammeln möchte. Soweit, so wenig Identifizierungspotential für eine vollzeit-berufstätige Mutter-Wollmilchsau-Hausfrau wie mich. Doch der Wortwitz hat es mir angetan, denn ab und zu lache ich auch mal gerne. Man darf nur nicht darüber nachdenken, ob Ameisen Schweiß- und Tränendrüsen haben, ob das Buch nicht wirklich aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt wurde (nein, eigentlich nicht) und warum Giacomo Girolamo Casanova nicht italienisch spricht.

Gegen Mitte des Buches ist David Safier anscheinend etwas langweilig geworden und er hat ein paar Reinkarnationen in einem einzigen Kapitel abgehakt. Danach nahm das Buch eine interessante Wende, denn Kim wurde als Mensch wiedergeboren. Um genau zu sein als die fette Maria. Plötzlich wird man mit Gefühlsduseleien konfrontiert ("Ich bin eine schlechte Mutter gewesen, und ich liebe meinen Mann noch immer, und ich bin einfersüchtig auf die neue Frau an seiner Seite"). Dabei wollte ich doch was Lustiges Lesen. Andererseits bot dieser Teil dann doch ein wenig Identifizierungspotential - bis auf den Teil, in dem Kim Lange ein schlechtes Gewissen bekommen hat, weil sie mit einem Arbeitskollegen ihren Mann betrogen hatte.

Ja, und dann wurde das Buch nur noch unglaubwürdig (wenn das bei einem Buch über Reinkarnationen überhaupt noch geht). Hatte ich doch das merkwürdige Gefühl, man wolle mir weismachen, dass die Seele das einzig Wichtige ist und der Körper nur eine Hülle. Und wenn man liebt, dann ist das Äußere völlig egal. Und dass es deshalb auch Männer geben soll, die auf Michelinmännchenfrauen stehen sollen, die aber selber aussehen wie Brad Pitt. Bullshit!

Und ganz manchmal habe ich mich auch gefragt, ob das Buch nicht doch von einer Frau geschrieben wurde.

Fazit: Ich finde Mieses Karma kurzweilig und witzig. Aber es ist ein Erstlingswerk in der Romanliga, und das merkt man ihm eben auch an. Deshalb glaube ich nicht, dass - nachdem ich nun alles über den Buddhismus weiß - ich mir auch noch seine [Unser Amazonstore: ] Ansichten über das Christentum [/Amazonstore Ende] antun soll...

Thema: Bücher
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09.01.2012 13:04 Clicks: 691205

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