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Donnerstag, 21. Oktober 2010 19:28

3096 Tage - Natascha Kampusch

Der Fall Natascha Kampusch hat mich von Anfang an fasziniert. Damals hatte ich auch das erste Interview irgendwo im Internet gesehen. Ich bewunderte die Stärke dieser jungen Frau, die diese vielen Jahre in Gefangenschaft überlebt hat. Also war es klar, dass ich ihr Buch [Unser Amazonstore: ] 3096 Tage [/Amazonstore Ende] sofort kaufen und lesen würde.

Es gibt schon gewisse Ähnlichkeiten zwischen uns. Wir sind beide Wassermann und mögen Science Fiction, vor allem Star Trek und Stargate. Wir mögen Beatles und ABBA. Nur habe ich das Glück, dass ich lediglich im Alltagstrott gefangen bin. Selbst mit dem Täter habe ich etwas gemeinsam, nämlich den (in seinem Fall ehemaligen) Arbeitgeber.

Beim Lesen des Buches, das strikt chronologisch die ganze Geschichte von Natascha Kampusch erzählt, ist mir aufgefallen, dass sie in ihrer Gefangenschaft Lösungsstrategien anwendet, die ich ebenso anwende. Ich analysiere die Situation, überlege mir eine Lösungsmöglichkeit, verpasse eventuell eine gute Gelegenheit, bereite mich mental auf die nächste Gelegenheit vor und, wenn diese eintritt, ergreife ich sie. Nur mit dem Unterschied, dass ich in den normalen Grenzen des Alltags gefangen bin, denn auch wir "Freien" sind nie wirklich frei in all unseren Entscheidungen. Es gibt immer Parameter zu berücksichtigen, die unsere Entscheidung beeinflussen. Und es gibt immer Dinge, die wir glauben tun zu müssen, und die uns daran hindern, nur Dinge zu tun, die wir auch wirklich tun wollen.

Natascha Kampusch war schon als kleines Mädchen ihren Altersgenossen voraus, da sie viel Kontakt zu Erwachsenen hatte. Ihre Mutter war eine starke, berufstätige Frau, die schon früh von ihr eine gewisse Selbständigkeit verlangen musste. Insofern hatte sich der Täter wohl das falsche Opfer ausgesucht, denn er konnte Natascha Kampusch niemals ganz brechen. Sie blieb stets sie selbst.

Allerdings darf man die Gefangenschaft nicht verharmlosen. Der Täter war brutal. Es ist wirklich ein Wunder, dass Natascha Kampusch die Gewalt und den Nahrungsentzug über so viele Jahre hinweg überlebt hat. Wahrscheinlich hatte sie auch unglaubliches Glück.

In ihrem Buch geht Natascha Kampusch auch gnadenlos mit unserer Gesellschaft ins Gericht, die wollte, dass sie nach ihrer Flucht ein Opfer bleibt. Auch wehrt sie sich dagegen, dass man bei ihr das Stockholm-Syndrom diagnostizierte, denn eigentlich ist der Aufbau einer persönlichen Beziehung mit dem Entführer eine Schutzreaktion und eine natürliche Reaktion darauf, dass er die einzige Bezugsperson im Leben des Entführungsopfers ist. Insofern ist dies eine absolut gesunde Reaktion und keine Geisteskrankheit, wie sie gerne von den verständnislosen Mitmenschen dargestellt wird.

Während ich das Buch gelesen habe, hörte ich quasi die Stimme von Natascha Kampusch in meinem inneren Ohr - den österreichischen Dialekt, die gewählte Ausdrucksweise. Hin und wieder hat die Redaktion österreichische Begriffe übersetzt. Es ist unglaublich authentisch und Natascha Kampusch streift ein Thema, auf das wohl alle neugierig sind, nur am Rande mit der Begründung, dass sie sich ein wenig Privatsphäre beibehalten möchte. Das ist schließlich ihr gutes Recht.

Obwohl ich die meisten Dinge, die in diesem Buch beschrieben werden, bereits aus der Presse kannte, verschlang ich es innerhalb weniger Tage. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Für mich ist Natascha Kampusch eine Heldin. Sie hat immer versucht, den Dingen auch ihre positiven Seiten anzusehen, und hat es so geschafft, dieses Martyrium zu überleben. Sie ist immer sie selbst geblieben. In diesem Punkt können wir sie alle als Vorbild nehmen.

Thema: Bücher
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Dienstag, 19. Oktober 2010 19:39

a-ha in der Olympiahalle

Gestern war das letzte Konzert von a-ha in München. Es ist ungefähr so, dass man sich als Erwachsener eben Dinge leisten kann, die als Teenager in unendlich weiter Ferne lagen. Konzerttickets zum Beispiel. Und deshalb hatte ich mir Karten für dieses Konzert von meinem Schatz Florian gewünscht. Als Geschenk an mich als Teenager sozusagen.

Die Vorband war Das gezeichnete Ich. Von Weitem hätte man ihn auch für Herbert Grönemeyer halten können, nur dass er singen konnte. Seine wahre Identität verschleiert er jedoch. Der Erste, der sie herausbekommt, kriegt von mir ein Ü-Ei ;-)

Dann dauerte es noch über eine halbe Stunde, bis sich a-ha blicken ließ. Die Masse brodelte und pfiff, bevor es überhaupt richtig losging. Und kaum waren die drei Norweger auf der Bühne, standen alle auf und sangen und tanzten mit. Es war eine Bombenstimmung bis zum Schluss.

Morten trug anfangs eine Sonnenbrille und ich fürchtete schon, dass er sie nicht abnehmen würde. Doch dann tat er es doch. An ihnen sind die Jahre auch nicht spurlos vorüber gegangen. So ist das eben ;-) Mein Lieblingssong I've Been Losing You wurde auch gespielt. Alles in allem war es eine gute Mischung, doch man merkte durchaus, dass die beste Zeit der Band in den 80ern lag und sie an den damaligen Erfolg nie wieder anknüpfen konnten.

Um so erstaunlicher war es, dass sie immer noch die Olympiahalle füllen und eine solche Stimmung auslösen können. Allerdings war auch das Publikum zum großen Teil wohl in meinem fortgeschrittenen Alter und verwirklichte sich damit nochmal einen Teenagertraum. Am besten hat mir der Typ aus der zweiten oder dritten Reihe gefallen. Mit seiner Tolle und der Fönfrisur, dem Oberteil mit Silberschmuck und Fransen und den Cowboystiefeln sah er aus, als wäre er mit einer Zeitmaschine angereist.

Ein Alptraum hingegen war der Verkehr. Zum einen waren wir natürlich selbst schuld, da wir ziemlich spät erst losgefahren waren. Am Mittleren Ring war die totale Verstopfung, und ich wunderte mich, wieso die Leute so brav am Sealife-Parkplatz anstanden, obwohl der doch besetzt war. Wir sind noch ein Stück weiter gefahren. Zwar war dann der Vorteil des kurzen Weges zur Olympiahalle wieder zunichte gemacht, weshalb wir auch hätten mit den Öffentlichen fahren können, aber es waren mehrere Parkplätze frei und kosteten nur den Parkschein. Die Stelle muss ich mir merken.

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | Musik
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Montag, 18. Oktober 2010 17:48

Halloween im Legoland

Am Sonntag waren wir wieder im Legoland, zum einen um unsere Jahreskarten verlängern zu lassen, was frühestens sechs Wochen vor Ablauf möglich war, und zum anderen, um noch Kettenglieder für den Johnny NXT zu kaufen.

Da es knackig kalt und regnerisch war, haben wir auf Halloween-Kostüme verzichtet. Sogar das Schminkzeug hatte ich vergessen. Spaßig war es trotzdem. Wir haben eher Dinge unternommen, die man drinnen machen kann. So waren wir zum ersten Mal im Mindstorms Center, wo die Jungs ihre erste Programmiererfahrung machen konnten. Die 45 Minuten Zeit sind aber viel zu schnell vorüber, außer ein wenig Bewegungsablauf programmieren schafft man da nicht.

Außerdem haben wir uns sehr lange im Test Center aufgehalten, wo die Jungs ihre Fahrzeuge ständig umgebaut und getestet hatten. Trotzdem war ich abends dann völlig durchgefroren und musste erst einmal ein heißes Bad nehmen.

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Samstag, 16. Oktober 2010 13:13

Sternwarte - Unser Größter, der Jupiter

Gestern waren wir in der Volkssternwarte München und haben uns den Vortrag "Unser Größter: Jupiter" angehört. Die Jungs waren auch dabei, und obwohl sie es interessant fanden, ließ die Konzentration um diese Uhrzeit natürlich etwas nach.

Vor derm Vortrag lief auf der Leinwand eine Simulation von Celestia ab. Das habe ich mir gleich mal runtergeladen, denn damit kann man die Planeten unseres Sonnensystems virtuell bereisen. Ein tolles Programm :-)

Der Vortrag war sehr interessant und man merkte Hans-Georg Schmidt deutlich seinen ansteckenden Enthusiasmus an. Wir erfuhren sehr viel über den Jupiter, auch wo der Name herkommt (da steckt Jahwe und Pater drin), über die gallileischen Monde und dass es auf dem Jupiter fürchterlich stinken muss ;-) Der Vortrag wurde immer wieder durch solche lustige Bemerkungen aufgelockert und war keinen Augenblick langweilig.

Anschließend durften wir uns noch die Refraktoren auf dem Dach angucken, auch wenn es die dichte Wolkendecke nicht zuließ, den Jupiter mit eigenen Augen zu betrachten. Er bewegt sich zwar schon wieder von der Erde weg, aber kann noch eine ganze Weile recht gut beobachtet werden, so dass wir beschlossen, bei schönem Wetter noch einmal hinzugehen.

Leider wird direkt neben der Volkssternwarte gerade ein Bürokomplex errichtet, die sogenannte Medienbrücke. Es ist zu befürchten, dass dort die ganze Nacht Strom verschwendet wird das Licht brennen wird, um dieses häßliche Bürogebäude zu erleuchten. Das bedeutet natürlich, dass es zu einer erheblichen Lichtverschmutzung kommen wird und die Beobachtung der Sterne und Planeten extrem beeinträchtigt wird. Ich hoffe, dass die Betreiber dieser Medienbrücke ein Herz für Astronomen haben und nachts, wenigstens bei sternenklarem Himmel, auf die Dauerbeleuchtung verzichten werden.

Florians Blogeintrag zum Jupiter

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Samstag, 9. Oktober 2010 12:34

Nuhr die Ruhe - Dieter Nuhr

Das nächste Mal verschenke ich nur Gutscheine. Denn als ich dieses Jahr Karten für Dieter Nuhr zu Weihnachten um mich geschmissen habe, musste ich erfahren, dass eine Beschenkte zu diesem Zeitpunkt im Urlaub ist und ein Beschenkter wollte nicht hin, weil sich Dieter Nuhr uninformiert über die Piratenpartei mit Stammtischparolen geäußert hatte. Deshalb bin ich mit zwei anderen Leuten hingegangen.

Wenn sich Dieter Nuhr wieder über die Piratenpartei ausgelassen hätte, dann wäre der Titel dieses Blogeintrags wohl "Nuhr Stammtischparolen" gewesen. Aber er ließ es bleiben und zog statt dessen unsere schwarz-gelbe Regierung durch den Kakao. Ein wenig zumindest, denn es ging in seinem Programm eigentlich um alles Mögliche, über das Sterben, über Entspannung, über die Katastrophen und Weltungergänge, die wir seit den 80er Jahren alle durchgemacht haben. Wir haben schon viel gelacht.

Nicht lachen konnte ich über Stuttgart 21, denn dort geht es um mehr als nur um Juchtenkäfer, nicht zu verwechseln mit dem Borkenkäfer... Aber zu mehr hat es bei Dieter Nuhr nicht gereicht, zu diesem Thema wollte er wohl nicht Stellung beziehen. Ist wohl auch besser so gewesen.

Alles in Allem gefällt mir Claus von Wagner schon besser. Er ist politischer und hat mehr Biss.

Und noch ein Wort zum Circus Krone. Es ist absolut nicht mehr zeitgemäß, Tickets mit freier Sitzplatzwahl zu verkaufen, zumal die Sitze dort eigentlich sogar nummeriert sind. Man könnte durch eine einfache Softwarelösung verhindern, dass sich schon lange vor Showbeginn vor der Tür diese Menschentrauben bilden und dann bei Einlass sich halb zerquetschen. Das war wirklich das letzte Mal, dass ich dort war.

Themen: Freunde | MyTube | Claus von Wagner
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Donnerstag, 7. Oktober 2010 20:26

A Girls Guide to Dating a Geek - Omi M. Inouye

Florian hat mir zum Geburtstag 2009 (!) das Buch [Unser Amazonstore: ] A Girls Guide to Dating a Geek - Omi M. Inouye [/Amazonstore Ende] geschenkt. Endlich habe ich es gelesen. Aber ich glaube, wenn er über den Inhalt Bescheid gewusst hätte, dann hätte er mir dieses Buch nicht geschenkt.

Geeks dieser Welt, schenkt euren Freundinnen/Frauen/Weibchen auf keinen Fall dieses Buch!!! In Kapitel "Upgrading" gibt Omi M. Inouye nämlich Tips, wie frau einen neuen Geek finden kann, wenn sie mit ihrem alten nicht mehr zufrieden ist. Sie erklärt, dass es für frau als weibliches Wesen eine sehr hohe Erfolgsrate gibt, wenn sie einen Geek anspricht. Leichtes Spiel also. Aber sie warnt auch davor, dass frau besser aufpasst, auch wirklich an einen Geek zu geraten und nicht etwa an einen Nerd. Denn Nerds are not okay to date!

Aber es kommt noch schlimmer: Im Kapitel Revenge beschreibt sie sehr genau, wie man an seinem Geek Rache nehmen kann. Es ist sehr genau beschrieben, wie frau das LAN-Kabel manipulieren kann, so dass ihr Geek OFFLINE ist!!! Wenn man den letzten Rachetip befolgt, indem man seinen Geek dazu bringt, seinen eigenen Rechner mit einer elektrischen Ladung zu grillen, besteht auch die Gefahr, dass er zum Mörder wird. Omi weist auch ausdrücklich darauf hin, dass diese Art der Rache nur durchgeführt werden sollte, wenn der Geek sich eines wirklich schweren Vergehens in der Beziehung schuldig gemacht hat, z.B. die Katze überfahren oder Nacktfotos seines Weibchens in einem Forum posten. "Betrügen" zählt zwar auch zu diesen schweren Vergehen, dass dies passiert, ist aber in einer Beziehung zu einem Geek statistisch gesehen eher unwahrscheinlich.

Konsequenter Weise müsste jetzt noch jemand das Buch "A Geeks Guide to Dating a Girl" schreiben, denn ich glaube, dass es da noch viel mehr Abnehmer geben würde ;-)

Letztendlich ist es aber trotzdem nicht schlimm, dass Florian mir dieses Buch geschenkt hat. Erstens kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, einen besseren Geek als Florian zu finden. Und zweitens bin ich selbst zu sehr Geek, als dass ich es über's Herz bringen würde, seinem LAN-Kabel oder Rechner irgendetwas anzutun. Die gehören schließlich zur Familie ;-)

I love my Geek

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Sonntag, 3. Oktober 2010 10:45

Ich - Einfach Unverbesserlich

Gestern haben wir uns Ich - Einfach Unverbesserlich angeschaut. Der Titel ist dämlich. Aber im Grunde verrät er auch, was in dem Film passieren wird.

Achtung, Spoiler

Story: Superschurke Gru will den Mond klauen. Dafür braucht er aber den Schrumpfstrahler von Jungspundsuperschurkennachwuchs Vektor. Um diesen zu bekommen, benötigt er die Hilfe von drei süßen Mädchen, die Vektor ein paar Cookies verkaufen, um ihm die Woogie Cookie-Roboter unterzujubeln. Ergo adoptiert er mal eben schnell die drei Mädchen, um sie für seine Zwecke einzusetzen. Wie bei "Der kleine Lord" gelingt es den Mädchen mit ihrem Charme, aus dem Superschurken Gru einen liebevollen Vater zu machen. Florian meinte, dass der Titel "Gru klaut den Mond" besser gepasst hätte.

Dennoch ist die Story nicht nur niedlich, sondern es gibt auch sehr viel zu lachen. Und die Minions sind einfach köstlich, diese kleinen gelben Männchen, die ihrem Superschurken bei der Arbeit helfen. Rein äußerlich erinnerten sie an Plakton von Spongebob, aber sie sind nicht wirklich böse.

In 3D muss man den Film wirklich nicht anschauen. Es gibt zwar ein paar Effekte wie eine Achterbahnfahrt, die in 3D sicherlich ganz witzig wirken, aber für mich hat die zweidimensionale Fahrt schon ausgereicht. Und um den 3D-Effekt im Nachspann nochmal unterzubringen, haben die Minions dann irgendwie versucht, mit Angeln und Leitern und sonstigen langen Dingern ins Puplikum zu reichen. Völlig überflüssig also.

Fazit: Wenn man sich mal köstlich amüsieren möchte, ist dieser Film genau richtig. Wen der Niedlichkeitsfaktor nicht stört, der muss bei dem Waisenkindergedöns auch nicht kotzen. Und falls ich mich in einem Jahr noch an den Film positiv erinnere, dann können wir ihn auch kaufen.

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09.01.2012 13:02 Clicks: 153874

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