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Dienstag, 7. April 2020 17:01

Der neue Coronavirus ist ein Arschloch

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Man weiß noch nicht sehr viel über das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Aber es hat eine relativ lange Inkubationszeit und durch die symptomlosen/-armen Verläufe gibt es eine unbekannte Dunkelziffer, der nun auf den Grund gegangen werden soll. Und es ist nicht nur durch Schmierinfektion übertragbar, sondern auch durch Tröpfcheninfektion, und von diesen Tröpfchen gibt es gerade in geschlossenen Räumen sehr viele winzig kleine, die nur durch entsprechende Be- und Entlüftung verschwinden. Ob dies auch ifektiös ist, kann noch nicht abschließend gesagt werden.

Den Ursprung hat das Virus vermutlich aus dem Tierreich. Schuppentiere, Fledermäuse, keine Ahnung... Und jetzt gibt es Hinweise, dass es dorthin zurückkehrt. Es scheint, als wäre im Zoo in New York/Bronx Tiger und Löwen an dem neuen Coronavirus erkrankt. Vielleicht stellt sich noch heraus, dass die Probe verunreinigt war, und die Großkatzen an einer anderen Lungenerkrankung litten. Aber wenn dem so ist, was wird dann noch passieren?

Infektionsketten wie der berühmte Salzstreuer sind nicht mehr nachvollziehbar. Und dann kann der neue Coronavirus auch das Herz-Kreislauf-System schädigen. Und es bestand der Verdacht, dass er sogar unfruchtbar machen könnte. WTF?

Meine Tierärztin für Whiti wirbt dafür, dass man Katzen gegen Coronavirus impfen lassen kann. Das hat aber nichts mit dem neuen Coronavirus zu tun.

Dann die Empfehlungen, sich oft die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu niesen, kein Händeschütteln, Mindesabstand halten... Keine Masken? Weil die Asiaten albern sind? Weil sie nicht wirklich schützen, weil die Viren zu klein sind (50.000 von ihnen passen auf eine Nadelspitze)? Oder weil wir nicht genügend Masken haben? Und plötzlich sind Masken doch sinnvoll, zumindest um die Infektionswahrscheinlichkeit zu senken? Und wurden Maskenlieferungen abgefangen und umgeleitet? Oder doch nicht? Und warum näht plötzlich die ganze Nation Masken? Und warum produzieren plötzlich lauter Firmen medizinische Masken, die vorher was anderes hergestellt haben? Oder Beatmungsgeräte? Und warum will Österreich Maskenpflicht in Supermärkten? Und Chinesen sind clever, die haben das mit dem Markt, der regelt, verstanden. Die verkaufen an den Meistbietenden. Ich glaube, Masken kommen bei uns gerade groß in Mode!

Und dann gibt es noch Leute, die sauer sind, weil sie ihrer Grundrechte beraubt werden, mit dem Argument, dass in Hintertupfing (oder wo auch immer) ja nur so wenige Infizierte leben. Die Menschen waren besorgt, weil anfangs nur an den gesunden Menschenverstand appelliert wurde. Da gab es dann aber immer noch massenhaft Coronaparties in den Parks und auf Spielplätzen, weil "Common sense is not so common". Die Regierung wurde von der Bevölkerung gebeten, endlich Verbote auszusprechen, denn ohne konkrete Verbote geht es leider nicht, weder bei der Bevölkerung, noch in der Industrie.

Der Virus macht vor niemandem Halt. Nicht vor Politikern, nicht vor Promis, nicht vor Flüchtlingen. Ja, es ist ein tiefschneidender Eingriff in unsere Grundrechte. Aber im Moment ist diese Maßnahme notwendig, um Menschenleben zu retten. Wir werden sie aber zurückbekommen!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


  • Hospitalisierung = Einweisung ins Krankenhaus
  • ITS = Intensivstation
  • Letalität = Sterblichkeitsrate
  • Pneumonie = Lungenentzündung

Themen: Corona | Karnickel
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Montag, 6. April 2020 17:01

Entschleunigung

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eigentlich habe ich mein Leben schon drastisch entschleunigt. Massenaufläufe wie das Oktoberfest waren mir schon seit Ewigkeiten ein Graus, nicht erst seit dem Anschlag 1980. Als Kind liebte ich die blinkenden Lichter nachts und den Geruch von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln. Später arbeitete ich zwischen Theresienwiese und Goetheplatz und hatte das Gefühl, die Achterbahn fährt durch mein Büro. Von den Tretminen auf dem Weg von der U-Bahn ganz zu schweigen. Die Bierleichen. Einfach nur gruselig.

Auch Sportveranstaltungen haben mich nie interessiert. Fußball. Tennis. Springreiten. War mir schon immer völlig egal. Auch im Fernsehen.

Ich glaube, die größte Massenveranstaltung, die ich jemals gerne besucht habe, war die ComicCon in Stuttgart mit ca. 40.000 - 50.000 Besuchern. Aber das ist schon hart an der Grenze und brauche ich auch nicht unbedingt jedes Jahr.

2012 war das Jahr, in dem ich erkannte, dass Freizeitstress auch Stress ist, den es zu reduzieren galt. Man musste nicht jedes Jahr auf jede Con. Oder jedes lange Wochenende irgendwo hinfahren. Oder auch noch in den Pfingstferien irgendwo Urlaub machen. Carpe Diem hieß auch, zur Ruhe kommen, relaxen, herumlümmeln, die Batterien wieder auftanken.

2014 stand ich dann mal beim Chef heulend im Büro. Kurz vorm Burnout machte ich ein Coaching und lernte, dass ich auch delegieren darf, im Job genauso wie in der Familie. Und dass ich dabei kein schlechtes Gewissen haben brauchte. Und dass ich nicht dringende Dinge auch mal vor mir herschieben darf. Und auch hier kein schlechtes Gewissen haben brauchte. Diese Erkenntnis tat gut.

2013 habe ich wieder zu reiten angefangen. Seit dem habe ich immer mehr Geld in dieses Hobby investiert. In die lokale Realwirtschaft, wenn man es so sehen mag. Und die Ruhe, die einen umgibt, wenn man allein mit dem Pferd den Wald durchstreift, oder mit ein paar wenigen Freunden. Das hatte auch etwas Entschleunigendes.

Konsumverweigerer bin ich schon länger. Manchmal aus wirtschaftlicher Not, wie als ich studiert habe oder alleinerziehend war. Manchmal auch, weil ich die vollgestopften Schränke sehe oder den Krempl, den ich in regelmäßigen Abständen beim Wertstoffhof entsorge. Da frage ich mich manchmal, wieso ich das überhaupt gekauft habe. Was braucht man eigentlich zum Leben? Essen. Kleidung. Ja, klar, aber alles andere? Ich will gar nichts mehr haben, das man irgendwo hinstellt und dann abstauben muss. Natürlich werde ich öfter auch mal schwach. Aber das hat auch mehr mit der lokalen Realwirtschaft zu tun.

"Shoppen" war für mich nie eine erstrebenswerte Freizeitgestaltung, sondern eher notwendiges Übel. Deshalb haben wir aus dem Urlaub auch eher selten etwas mit nach Hause gebracht, außer vielleicht Super Soakers aus den USA und Honig aus Neuseeland. Deshalb war es für mich auch nie ein Problem, direkt neben den Konsumtempeln PEP oder den RiemArcaden zu wohnen. Der einzige Shop, den wir im Moment vermissen, ist der Lego-Store.

Und ich möchte eigentlich immer lieber reparieren als wegwerfen und neu kaufen. Im Erziehungsurlaub hatte ich Zeit, die Kleidung der Kinder auch mal zu flicken. Später dann nicht mehr, dann habe ich sie doch eher weggeworfen. Aber wenn ich z.B. mal wieder ein Smartphone, dessen Akku noch zwei Tage hält und einwandfrei funktioniert, wegen fehlender Sicherheitsupdates austauschen MUSS, dann blutet mir das Herz. Ebenso wenn ich die vielen Leute in den Malls sehe mit ihren Primark-Tüten. Dann denke ich immer: "Da geht er dahin, der Planet."

Die Bosch-Waschmaschine meiner Eltern hat über 20 Jahre gehalten. Heute muss man froh sein, wenn die Haushaltsgeräte 10 Jahre durchhalten. Reparaturen lohnen sich zumindest finanziell eher selten, dabei wäre das so gut für den Planeten, wenn es umgekehrt wäre. Ich hoffe inständig, dass sich hier etwas Grundlegendes ändert nach der Coronakatastrophe.

Aber ich schweife vom Thema ab. Entschleunigung.

Wir haben erstaunlich wenig ändern müssen. Kein rumstehen mit dem Auto in der Rush Hour mehr. Ich gehe zu Fuß zum einkaufen. Zum Pferd darf ich noch immer, wenn auch unter strengen Auflagen. Ich koche mehr, auch weil ich die Zeit habe, weil die Heimfahrt wegfällt. Und wir haben jetzt schon den zweiten echten Lazy Sunday erlebt, an dem wir uns mal in den Garten setzen konnten. Dafür blieb sonst nur wenig Zeit.

Das sind Aspekte, die ich gerade sehr genieße. Aber mir ist auch bewusst, wie privilegiert wir hier sind, dass wir überhaupt einen kleinen Garten haben, eine glückliche Ehe führen, finanziell ein kleines Polsterchen haben, das Haus groß genug ist, dass sich jeder zurückziehen kann. Ich persönlich könnte es also noch eine ganze Weile mit dieser Ausgangsbeschränkung aushalten.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes

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Sonntag, 5. April 2020 17:01

Zwischen Apokalypse und neuer Weltordnung

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich hatte lange geglaubt, dass die Ausbreitung des neuen Coronavirus genau wie damals bei SARS noch gestoppt werden könnte. Auch habe ich den Nachrichten geglaubt, die besagten, dass es doch schlimmstenfalls nur sowas wie eine Grippe wäre, es nur für alte Menschen gefährlich sei und dass die Welle im Sommer automatisch abflauen würde. So richtig der Groschen gefallen ist bei mir erst am 10. März, als ich eine Artikel über die Problematik mit den exponentiell steigenden Infiziertenraten und der damit fehlenden Krankenhauskapazität gelesen habe. Immerhin einen Tag, bevor die WHO die Pandemie ausgerufen hat.

Wir wurden ab dem 16.03.2020 ins Homeoffice geschickt. Aber auch schon Tage davor sind einige weitsichtige Kollegen zu Hause geblieben, auch weil die Kitas geschlossen wurden (Kinder sind als Superspreader ausgemacht worden, deshalb war das eine sinnvolle Anfangsmaßnahme), und ich saß teilweise alleine da. Die Kantine wurde dann auch geschlossen. Mittlerweile kommt man nur noch mit Genehmigung auf das Firmengelände. Das war alles sehr beeindruckend, denn wenn eine Firma solche Maßnahmen ergreift, um ihre Mitarbeiter zu schützen, dann ist die Kacke wirklich am Dampfen.

Als dann am 20.03.2020 auch noch die Ausgangsbeschränkung in Bayern (und im Saarland) verhängt wurde, gab es eigentlich keinen Zweifel mehr am Ernst der Lage. Aber ich hatte schon ein paar Tage vorher durch die Bewerung "#FlattenTheCurve" damit gerechnet, dass es zu einer Ausgangssperre kommen würde, genau wie in den angrenzenden Ländern. Ich finde es auch richtig, dass Bayern und das Saarland hier vorgeprescht sind (trotz der politischen Streitigkeiten, die das nachgezogen hat), wenn man sich die offiziellen Zahlen pro 100.000 Einwohner ansieht. Da war einfach Eile geboten. Jeder weitere Tag der Verzögerung hätte wahrscheinlich hunderte Tote mehr bedeutet.

Wer zu diesem Zeitpunkt noch glaubte, es wäre alles nur eine Verschwörung oder alles nicht so schlimm, dem war dann nicht mehr zu helfen. Würden unsere Politikerlobbyistenvasallen die Wirtschaft zerstören, wenn es nicht wirklich, wirklich ernst wäre und um tausende Menschenleben ginge? Weltweit? Sogar Donald Dump Trump und Boris Mr. Brexit Johnson?

Ich war jedenfalls ein wenig im Panikmodus. Ich hatte Angst. Vor einer Apokalypse und Anarchie. Und als wir dann auch noch einen Stromausfall hatten, musste ich mich zusammenreißen, dass bei mir nicht auch noch eine Sicherung rausfliegt. Glücklicherweise hat mich mein Schatz Florian immer wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Der Stromausfall betraf nur unser Reihenhäuschen und hier auch nur einen Stromkreis von einem Kinderzimmer. Wir haben auch noch fließend Wasser und die Müllabfuhr kommt auch noch. Und der Techniker von Miele kam ganz normal. Der Bote von DHL kommt ganz normal. Und auch die Post war jeden Tag noch im Briefkasten.

Langsam ging also mein Blutdruck wieder runter. Ich habe mich mit der neuen Realität abgefunden und einen neuen Rhythmus gefunden. Und nun staune ich über die vielen Diskussionen. Das weltweite Gerangel um medizinische Schutzkleidung, allen voran Atemmasken, die jetzt gerade in Heimarbeit wie verrückt für den Heimgebrauch genäht werden. Wie die Wissenschaftler weltweit fieberhaft zusammenarbeiten, um Medikamente zu finden, Impfstoffe oder andere Heilmethoden, und sich dabei natürlich auch streiten. Wie sich die Politiker streiten, die am liebsten bald wieder zur alten Normalität zurückkehren wollen. Und wie sich die als Tagträumer verschrienen Gutmenschen nun im Recht sehen, dass der neoliberale, marktgeregelte Turbokapitalismus eklatante Schwächen hat, die uns jetzt knallhart um die Ohren fliegen, und dass eine neue, bessere Welt- und Finanzordnung her muss, damit unser Planet nicht verheizt wird und die Menschheit endlich zu ihren Menschenrechten kommt.

Ich gehöre auch zu diesen Tagträumern. Die Idee vom Bedingungslosen Grundeinkommen, dass die Grundbedürfnisse der Menschen gedeckt sind, also Essen, Wasser, Dach über dem Kopf, Kleidung, medizinische Grundversorgung, finde ich durchaus verlockend, aber ich höre natürlich auch die Gegenargumente. Oder dass ein Klassenkampf besteht und die Elite nun tatsächlich Angst vor den einfachen Menschen hat, weil die das neoliberale Geschwurbel vom "Gürtel enger schnallen" vielleicht nicht mehr glauben werden.

Was genau nun passieren wird? Ich weiß es nicht. Viele schlimme Dinge passieren und werden noch passieren, und man kann das nicht mehr Einzelschicksale nennen, denn es betrifft viele Menschen auf dem ganzen Planeten. Aber wenn nach der Coronakrise der Menschheit nur ein paar gute Dinge widerfahren werden, die das Leben auf diesem Planeten lebenswerter machen und unser Planet vielleicht vor der kapitalistischen Ausbeutung und Zerstörung eventuell doch bewahrt werden kann, dann bin ich schon zufrieden.

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Carl Grimes

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Freitag, 3. April 2020 17:01

Austeritätspolitik tötet

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Die Austeritätspolitik der EU hat unseren südlichen Mitgliedsstaaten sehr geschadet. Die Sparzwänge haben zu einer deutlichen Verschlechterung der Sozialsysteme geführt, allen voran das heute in der Coronakrise so benötigte Gesundheitssystem. Italien und Spanien haben viel weniger Intensivbetten als Deutschland pro 100.000 Einwohner. Nun rächt sich das und Menschen müssen sterben, weil die Kapazitäten nicht ausreichen, um die vielen COVID-19-Patienten zu beatmen.

In New York sterben ebenso hunderte von Menschen, dort hat das Gesundheitssystem andere Schwächen. Solidarität wird in den USA gerne als Kommunismus missverstanden. Egoismus ist dort eine Tugend. First come, first serve! Wer zu spät kommt, bekommt kein Klopapier mehr. Es herrscht das Recht des Stärkeren, und das ist meist derjenige, der auch mehr Geld hat. Mit Sorge beobachte ich, dass sich die Amis derzeit mit Waffen eindecken. Wo soll das noch hinführen?

Kehren wir nach Europa zurück, wo der Staat etwas stärker ist und das auch nicht als Einschränkung der Freiheit verstanden wird (außer vielleicht im Moment). Mein Geschichtslehrer hat mal gesagt, dass Staaten eigentlich unbegrenzt Schulden machen könnten (außer sie machen den Fehler, die Hoheit über das Finanzsystem in private Hand zu geben). Und dass sie dies in konjunkturschwachen Zeiten auch tun, um die Wirtschaft anzukurbeln. Und in konjunkturstärkeren Zeiten tragen sie die Schulden eben wieder etwas ab durch erhöhte Steuereinnahmen. Und wenn Staaten mal ihre Schulden nicht bezahlen können, dann werden sie eben erlassen. So zumindest hatte ich es in Erinnerung.

Ich kann mich nicht erinnern, davon jemals gehört zu haben, dass irgendeinem Staat die Schulden erlassen worden wären. Davon kann Argentinien ein Lied singen. Statt dessen wurde unserem europäischen Süden durch die Troika der Sparzwang auferlegt. Die Folge waren hohe Arbeitslosigkeit insbesondere bei der Jugend. Und wie wir jetzt bitter sehen können, das kaputtgesparte Gesundheitssystem.

Dabei ging es unseren europäischen Nachbarn im Süden schon immer etwas schlechter als dem Norden. Aber vor der Euro-Einführung gab es noch die Möglichkeit der Geldabwertung und Anpassung des Wechselkurses. Diese Möglichkeit gibt es mit dem Euro nicht mehr.

Ich frage mich, welche Schlüsse die Politik in Zukunft, auf Bundes- und auf EU-Ebene ziehen wird. Wird man einsehen, was für ein fataler Fehler diese Sparpolitik war? Wird man einsehen, dass Menschenleben mehr Wert sind als irgendwelche Einsparungen?

Ich würde mir wünschen, dass die UN-Menschenrechtscharta nicht nur eine Sammlung von Bestimmungen und Absichtserklärungen wäre, sondern so eine Art Verfassung für die gesamte Menschheit, für jeden einzelnen Staat auf diesem Planeten. Und wer sich nicht für die Grundrechte der Menschen in seinem Land einsetzt, wird mit wirtschaftlichen Sanktionen bestraft, wobei Lebensmittel und Medizin aber ausgenommen sein müssen, siehe Menschenrechte.

Man wird doch noch träumen dürfen.

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Carl Grimes

Themen: Corona | Blick in die Vergangenheit
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Freitag, 3. April 2020 14:50

Blätterwald

Neulich wurde ich gefragt, wie ich mich so informiere über die Geschehnisse der Welt. Es ist ein bisschen wie ein Helikopterflug über den Blätterwald, den ich fast täglich veranstalte. Details interessieren mich dabei eher weniger, sondern der grobe Überblick. Ich beobachte den Wald als Ganzes, nicht den einzelnen Baum, oder den Borkenkäfer. Zumal ich gar nicht unterscheiden könnte, ob das jetzt wirklich ein Borkenkäfer ist oder doch ein Juchtenkäfer, sprich, wie nahe liegt die Quelle an der Wahrheit?

Beginnen tue ich immer mit Newstral, wobei ich mir mein Profil so angelegt habe, dass mir als erstes die Schlagzeilen folgender Zeitungen/Quellen angezeigt werden:

Wobei

leider nicht mehr angezeigt werden.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch nochmal sagen, dass mir die ganzen Abos viel zu teuer sind. Wenn ich für die o.g. Zeitungen alle Abos abschließen würde, dann wäre ich arm. Es gab auch früher schon Zeitungsleser, die kein Abo hatten, sondern sich hin und wieder mal eine Zeitung am Kiosk geholt haben. Diese Leser (also ich) werden durch das Angebot überhaupt nicht angesprochen. Und ich will auch keine Papierzeitung und ein Zusatz-Online-Abo. Ich hätte gerne die Möglichkeit eines Leserkontos bei den Zeitungen, wo ich meine Kreditkarte hinterlegen kann, und falls mich mal ein Artikel näher interessiert, dass ich dann für diesen einen Artikel zwei, drei Euro bezahle. Habe ich früher manchmal gemacht, da habe ich Dossiers beim Spiegel gekauft. Heute verschwinden vielleicht gute Artikel hinter einer Paywall, die ich dann halt wegklicke. Zumindest habe ich keine Adblocker. Aber so... Nöööööööö!!!


Meinen zweiten Streifzug starte ich bei Heise, wo ich für 9,95 Euro im Monat das heise+ Abo abgeschlossen habe. Das ist mal ein akzeptabler Preis. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um die zusätzlichen Inhalte, die mir dadurch zur Verfügung stehen, sondern dass ich Heise insgesamt eben regelmäßig Geld zuschustern kann. Bei Heise gibt es nicht nur Nachrichten für ITler, sondern immer wieder auch politische Themen. Nachdem in den meisten anderen Medien die Kommentarfunktionen bereits deaktiviert wurden, weil das redaktionell nicht mehr handhabbar war (Meinungsfreiheit bitte nicht mit Zuhörpflicht verwechseln), dürfen sich hier immer noch die Heise-Foristen rot und grün malen lassen. Dort finde ich immer wieder Kritisches, interessante Zusatzinformationen und auch weiterführende Links.

Danach gehe ich noch auf Telepolis (von Heise), wo viele Themen nochmals kritischer beleuchtet werden und die Mainstream-Medien in ein etwas anderes Licht gerückt werden.


Station drei sind dann die Mainstreamnachrichten bei Gugl Njus, wobei ich meinen Account so konfiguriert habe, dass mir der Dreck von Alex Jumper oder Bruda aus Gründen nicht vorgesetzt wird, indem ich da auf die drei Pünktchen geklickt und dann "Alle Meldungen von drecksblatt.de ausblenden" ausgewählt habe. Die Liste mit den ausgeblendeten Schmierenblättern kann man dann unter "Einstellungen" - "Ausgeblendete Quellen - verwalten" ansehen und eventuell einigen die Absolution erteilen.


Und dann kommen noch die sozialen Medien dran. Über Twitter folge ich eigentlich nur Edward Snowden, um aufzupassen, dass es ihm in seinem russischen Exil gut geht, und weil ich auf ihn höre.

Influencer interessieren mich schonmal grundsätzlich nicht.

Wesentlich mehr Infos bekomme ich über Facebook, wo ich vor allen Dingen NGOs abonniert habe. Da muss man eben ein wenig Zeit anfangs investieren, um sich sein Profil und die Privatsphäre-Einstellungen etc. einzurichten und ab und zu nachzujustieren. Da finden sich auf meiner Liste der abonnierten Seiten

Allerdings begrenze ich meine Zeit bei Facebook aktiv auf maximal 15 Minuten pro Tag (außer in schlaflosen Nächten), da mir bewusst ist, dass der Infinite Scroll den Eindruck erwecken soll, dass es da noch mehr Infos gibt, dabei gibt es da in erster Line noch mehr Werbung. Die finde ich übrigens manchmal echt witzig, so Treppenlift oder so. Man kann sein Profil verwässern, indem man immer auf die Werbung klickt, die so gar nicht relevant ist. Zum Beispiel für Private Krankenversicherung. Oder Investmentfonds. Und bei gesponsorten Beiträgen der A-Ef-De oder neoliberalen Schwurblern schreibe ich ganz gerne mal, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre, und an deren Stelle mein Geld von FB zurückfordern würde. Jedenfalls muss man bei FB ein wenig selbstdiszipliniert sein und sich manchmal nur mit den Benachrichtigungen zufrieden geben, ohne Angst zu haben, etwas zu verpassen.


All dies, man glaubt es kaum, kostet mich an einem normalen Tag 30 Minuten Scanzeit. Ich überfliege tatsächlich nur die Lage der Welt und lese sehr selten mal einen Artikel wenn überhaupt bis zum Ende. Damit gewinne ich zwar nur einen Überblick statt Details, aber nach dem Motto "man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht" genügt es mir, den Blätterwald von oben zu betrachten.

Themen: Sonstiges | Sonnenstrahl
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Mittwoch, 1. April 2020 17:01

Anarchie

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Was passiert, wenn die Menschen in finanzielle Notlage geraten und sich auch das notwendigste Essen nicht mehr leisten können? Oder die Ausgangssperre sie im Niemandsland ohne Geld und ohne Essen stranden lässt? Oder wenn man so gar nichts aus einem Land hört?

Wozu sind Menschen fähig?

Das wird eine harte Bewährungsprobe für unseren Rechtsstaat. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls wurde der ja nicht außer Kraft gesetzt, wie jetzt in Orbanistan. Das wird eine harte Zerreißprobe für die EU. Und es wird eine harte Probe für die gesamte Menschheit.

Ohne Rechtsstaat haben wir Anarchie. Ich habe Walking Dead geschaut. Das will ich nicht!

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Carl Grimes

Themen: Corona | Serien
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Dienstag, 31. März 2020 17:01

Art. 5 GG - Eine Zensur findet nicht statt

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Gestern hatte ich ein eigenartiges Erlebnis. Ich suchte bei Gugl nach dem genauen Datum, wann denn von der WHO die Pandemie ausgerufen wurde. Aber irgendwie musste ich etwas scrollen, um eine eher in meinen Augen glaubwürdige Quelle zu finden. Irgendwann fand ich einen Link zur ARD Mediathek und landete auf einer 404-Fehlerseite. Dazu muss man allerdings wissen, dass Inhalte der Mediatheken nur zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten verfügbar sind. Die Öffentlich-Rechtlichen und das Internet sind irgendwie noch nicht so ganz verheiratet.

Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien, auch wenn sich die eine oder andere tatsächlich auch mal als Wahrheit herausgestellt hat. Und es gibt mit Sicherheit eine ganze Menge Verschlusssachen, die aus Gründen geheimgehalten werden, ob man das jetzt gut findet oder nicht. Aber im ersten Augenblick fand ich das doch etwas merkwürdig und die Schrecksekunde hat mich etwas nachdenklich gestimmt. Und ich mache mir mal ein paar Screenshots als Gedächtnisstütze, ganz nach den Empfehlungen von Andreas Eschbach (der aber über Recherche zu Büchern schrieb, dass man sich Screenshots machen sollte, da sich Inhalte im Internet ständig ändern).

Ich habe irgendwo gelesen, dass die Sozialen Medien noch nie so sehr damit beschäftigt waren, Fake-News zu unterbinden. Aufklärung von Fake-News allein reicht offensichtlich nicht. Medienkompetenz scheint genau wie gesunder Menschenverstand nicht so weit verbreitet, wie ich es mir wünschen würde.

Nehmen wir mal diesen berühmten Herrn Dr. Wodings... ihr wisst schon, der, dessen Namen nicht genannt werden darf. Seine Videos gelten offiziell als Fake-News und dieser Einschätzung folge ich angesichts der erschlagenden Nachrichtenlage ebenfalls. Glaube nichts, hinterfrage alles. Ich bin mir aber nicht sicher, ob hier immer alles gut ist, was dann im Sinne der Selbstzensur passiert. So Doppelminus.

Im Art. 5 unseres Grundgesetzes heißt es: Eine Zensur findet nicht statt.

Was auch immer hier gerade passiert, wer die Coronakrise für seine Zwecke versucht zu missbrauchen, ich kann das nur erahnen... Aber ich glaube, wir müssen sehr aufpassen, dass während der Coronakrise nicht unsere eh schon angegriffene Pressefreiheit unter die Räder kommt.

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Carl Grimes

Update 05.04.2020, 17:16 Uhr:

Mich erreichte zu diesemThema eine E-Mail von T'Cai, in der sie schrieb:

"Du merkst an: »Dazu muss man allerdings wissen, dass Inhalte der Mediatheken nur zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten verfügbar sind. Die Öffentlich-Rechtlichen und das Internet sind irgendwie noch nicht so ganz verheiratet.«

Das liegt aber nicht an ARD und ZDF, sondern an den Privatsendern, die gegen die öffentlichen rechtlichen geklagt haben, dass diese ihre Beiträge länger online stellen dürfen. Von 2007 bis 2009 waren fast alle Beiträge von ARD und ZDF länger als ein Jahr online. Das wurde aber untersagt und damit wurde 2009 im Rundfunkänderungsstaatsvertrag die sieben-Tage-Regel eingeführt, damit alle zufrieden waren. Es ist also nicht die Schuld der öffentlich rechtlichen Sender, sondern eigentlich der privaten und der DVD-Industrie. Also lieber vorsichtig sein mit solchen Behauptungen. Es gibt für vieles eine logische Erklärung.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Depublizieren"

Diese Anmerkung wollte ich euch nicht vorenthalten.

Themen: Corona | Computer und Internet
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Montag, 30. März 2020 18:08

Hamsterkauf

Ja, ich gebe es zu. Auch ich mache hin und wieder sowas wie einen Hamsterkauf. Drei ausgewachsene Männer essen ja auch eine ganze Menge. So schnell kann ich gar nicht gucken, wie der Kühlschrank schon wieder leer ist. Heute zum Beispiel war ich in der Mittagspause am Reitsberger Hof, um dort ein Pferd zu betreuen, für das ich offiziell eine zur Betreuung beauftragte Person bin.

Die Wirtschaft Zur Landlust daneben, wo wir normalerweise nach dem Reiten gerne mal unseren Reiterstammtisch abhalten und uns von dem leckeren Essen verwöhnen lassen, musste natürlich erst einmal zumachen, solange die Ausgangsbeschränkung in Kraft ist. Dafür gibt es dort aber jetzt einen Drive-In, wo man seinen leckeren Schweinekrustenbraten abholen kann. Und regionale Produkte unserer geschätzten Landwirtschaft erwerben. Vor mir waren drei Autos. Es kommt selten vor, dass ich mir wünsche, dass eine Schlange länger ist. Dort habe ich heute meinen Hamsterkauf getätigt: Eier, Milch, Honig, Kartoffeln und Apfelsaft :)

Hamsterkauf

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Montag, 30. März 2020 17:01

Das regelt der Markt

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eines der Kredos der Neoliberalen, das gerade seine hässliche Fratze zeigt, ist der Satz "Das regelt der Markt".

Ja, der Markt regelt das. Medizinische Atemmasken und Schutzbekleidung, die unsere Krankenhäuser derzeit dringend benötigen, erfahren gerade eine Preisexplosion ganz getreu dem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Und für Kapitalisten ist es auch ganz normal, jetzt aus der Notsituation Kapital zu schlagen. Geld kennt keine Moral. Wenn es aber kaum noch Schutzkleidung gibt, begeben sich unsere Ärzte und Pflegekräfte in Lebensgefahr, wenn sie weiterhin die Patienten versorgen, und gefährden so auch andere Patienten, mit denen sie in Kontakt kommen, und ihre Familien.

Das jetzt Jens Spahn anzukreiden ist kurzsichtig. Vorweg: Ich mag den Typen auch nicht so wirklich. Aber als Deutschland im Februar 2020 staatliche Vorräte für Notfälle an China gespendet hat, ging es noch um die Eindämmung einer Pandemie. Das hat leider nicht geklappt. Wahrscheinlich hätte ich auch geholfen, wo es nur ging. Die Pandemie wurde von der WHO erst am 11. März 2020 ausgerufen. Danach haben die Länder ihre Grenzen dicht gemacht, genau wie jeder einzelne Mensch in einer solchen Situation erst einmal an seine eigene Familie denkt. Aber auch die Vorgänger von Jens Spahn haben die Gefahr einer echten Pandemie unterschätzt. Da haben wir uns wohl alle zu sehr in Sicherheit gewogen.

Nach den Ölkrisen in den 70er Jahren wurden Öllager geschaffen, damit so etwas nicht wieder passiert. Nach der Coronakrise werden sicher Lager mit medizinischer Schutzkleidung geschaffen, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Die asiatischen Länder, die in Sachen Pandemie schon mehr Erfahrung haben als wir, haben solche Lager. Aber so ist das, hinterher ist man immer schlauer.

Wenn das also der vielgepriesene Markt so regelt... dann herrscht Sozialdarwinismus. Und das will ich nicht!

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Carl Grimes

Thema: Corona
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Sonntag, 29. März 2020 17:01

Wirtschaft vs. Menschenleben

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Der Shutdown ist für unsere Wirtschaft eine absolute Katastrophe, obwohl er in Deutschland noch relativ milde praktiziert wird, nicht so wie in einem totalitären Staat wie China. Die Arbeitslosenzahl geht sprunghaft in die Höhe. Dafür haben sich die Arbeitsämter gewappnet, indem die Bedarfsprüfung vorläufig nach hinten verschoben wurde, um der Flut der Anträge erst einmal Herr zu werden und schnell Gelder fließen lassen zu können. Und es wird auch viele Insolvenzen geben, insbesondere bei den kleinen Betrieben und Selbständigen, die es jetzt als erstes trifft. Es ist eine Katastrophe!

Aber der Preis dafür, den Virus nicht durch diese harten Maßnahmen eindämmen zu wollen, damit die Wirtschaft keinen so großen Schaden nimmt, wäre in meinen Augen zu hoch. Denn dem Virus einfach seiner Natur gemäß freien Lauf zu lassen, würde 100.000den, wenn nicht sogar Millionen Menschenleben fordern. Mein moralischer Kompass sagt mir, dass das falsch wäre. Und wenn sogar Leute wie Boris Mr. Brexit Johnson oder Donald Dump Trump sowas einsehen und nicht mehr von Herdenimmunität faseln, die zu einer humanitären Katastrophe undenkbaren Ausmaßes führen würde, und sogar 1000-Dollar-Checks regnen lassen wollen... Würde sich das neue Coronavirus ungebremst ausbreiten, würde auch das einen immensen wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen. Um den kommen wir also gar nicht herum.

Der Turbokapitalismus und seine Globalisierung gepeitscht durch das Kredo des Neoliberalismus hat zu einem weltweiten Wirtschaftssystem geführt, das im Diktat der Gewinnmaximierung und Kostenoptimierung nichts anderes wurde als ein weltumspannendes, auf Kante genähtes Luftschloss. Dieses Kartenhaus wurde jetzt zum Einsturz gebracht. Und ich bin überzeugt, dass dies in absehbarer Zeit auch so passiert wäre. Der neue Coronavirus war hier nur ein Brandbeschleuniger.

Wir haben also die Wahl zwischen einer schlimmen wirtschaftlichen Katastrophe mit einer abgemilderten humanitären Katastrophe oder zwischen einer abgemilderten wirschaftlichen Katastrophe mit einer schlimmen humanitären Katastrophe. Aber die Katastrophe wird so oder so kommen.

Menschenleben retten hat für mich oberste Priorität!

Weil unser Staat seit Jahrzehnten auch diesem neoliberalem Kredo folgt, gleich welcher Parteifarbe, wurde unser Gesundheitssystem kaputtgespart. Das fliegt und jetzt sowas von um die Ohren. Trotz aller Anstrengungen, sich jetzt noch auf die zu erwartende Flut von COVID-19-Patienten zu wappnen, fehlt es an Material, an Beatmungsgeräten, an Pflegepersonal. Es ist zum Kotzen! Das bedeutet, dass wir sehr, sehr, sehr viele Tote zu beklagen haben werden, egal, was wir jetzt noch unternehmen. Aber jedes Leben, das wir durch geeignete Maßnahmen retten können, ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft, für unsere Herzen, für unsere Zukunft!

Die Wirtschaft wird das überleben. Sie wird sich erholen. Es wird ähnlich sein, wie nach einem Krieg. Die Leute streben nach Normalität, mutige Menschen werden wieder Geschäfte eröffnen, es wird wieder aufwärts gehen. Vielleicht spricht man eines Tags vom zweiten Wirtschaftswunder.

Das beginnt ja schon jetzt, bevor uns der Tsunami in Zeitlupe trifft. Menschen nähen Atemmasken und verkaufen sie über etsy. Brauereien stellen plötzlich Desinfektionsmittel her. Firmen, die vorher etwas anderes hergestellt haben, produzieren plötzlich medizinische Atemschutzmasken oder (Teile von) Beatmungsgeräten. So flexibel und leistungsfähig ist unsere Realwirtschaft. Ich bin nur noch am Staunen, was alles möglich ist!

Um was es nicht schade wäre: Das unsägliche Finanzsystem, bei dem sich einige wenige Egomanen die Taschen voll stopfen. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!

Für mich ist das Finanz- und Bankensystem eine riesige, zum Platzen vollgesaugte Zecke, die sich an der Realwirtschaft festgebissen hat. Und vielleicht ist jetzt der Augenblick gekommen, an dem diese Zecke endlich platzt. Ich würde ihr keine Träne hinterherweinen.

Also durchhalten! Nach Regen folgt immer Sonnenschein. Und hey, wir haben Strom, Wasser, Internet! Immer das Positive sehen!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes

Thema: Corona
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