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Montag, 23. November 2020 19:43

Race to the Bottom

So nannte es ein Heise-Forist, wenn BWLer bei der Produktion von Waren immer mehr den Rotstift ansetzen, um die Produkte billiger und billiger und billiger zu machen. Und es ist doch tatsächlich so, dass man das Gefühl nicht los wird, dass es nur noch Schrott zu kaufen gibt. Die Waschmaschine meiner Eltern hat bestimmt 20 Jahre, wenn nicht noch länger gehalten. Ich kann mich mit 48 Jahren gar nicht mehr erinnern, wieviele Waschmaschinen ich überhaupt bisher besessen habe. Angeblich gibt es keine geplante Obsoleszenz, aber die Qualität wird so weit herabgesenkt, dass es vom Verbraucher gerade so noch akzeptiert wird.

Und wenn die Reparatur teurer ist, als sich ein neues Gerät anzuschaffen, dann landen die Dinger halt auf dem Sperrmüll. Dabei müsste hier doch ein Umdenken stattfinden. Reparaturen sollten sich lohnen, nicht nur für die Umwelt, sondern überhaupt. Wenn man die Geräte so baut, dass sie nach zwei Jahren zwar prinzipiell noch funktionieren, sich der Akku aber nicht tauschen lässt oder es keine Updates mehr gibt, der gehört so massiv besteuert, dass sich dieser Trend wieder umkehrt.

Ich sehe es auch als großes Problem, wenn die Produktion immer mehr ins Ausland verlagert wird. Billige Arbeitskräfte dort, die ohne soziale Absicherung schuften... Damit können wir eben nicht wirklich konkurrieren, auch wenn Hartz IV sein Bestes getan hat die letzen Jahrzehnte. Aber es wandert auch das Know-How aus. Die brauchen doch gar keine Industriespionage mehr zu betreiben, wenn ihnen alles frei Haus geliefert wird. Und was passiert im Westen? Wir verlernen die Innovation. Aber vielleicht ändert sich das langsam. Ich würde es begrüßen, wenn die Produktion wieder mehr ins Inland verlegt würde. Die kann man auch durch Automation und Innovation billiger machen.

Aber es sind auch die Verbraucher schuld. Ich meine jetzt nicht diejenigen, bei denen am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, die haben keine Wahl. Aber es gibt auch Leute, die eigentlich ganz gut Geld haben, und trotzdem in Kaufrausch verfallen, wenn es irgendwo Angebote gibt. Ich sage nur "Black Friday". Ich meine, ich bin schon sehr lange Konsumverweigerer. Ich hasse es zu shoppen und für mich ist es kein Vergnügen, durch irgendwelche Malls zu schlendern und Sachen zu kaufen, die ich gar nicht brauche. Wenn etwas im Angebot ist, und ich es nicht brauche, werde ich es also trotzdem nicht kaufen. Und ich kaufe auch nichts mehr auf Vorrat, denn wer braucht schon zig Glühbirnen im Keller, die in die neuen Lampen dann gar nicht mehr reinpassen, weil jedes Modell ein anderes Leuchtmittel braucht. Oder Knopfzellsortimente. Ich brauche fu***ing zwei verschiedene Sorten, maximal, der Rest kann mir gestohlen bleiben. Doch dafür muss ich regelmäßig mehr Geld ausgeben, als für diese Riesenblister mit zig Batterien.

Und dann noch Leute, die das Wort "preiswert" inflationär benutzen. Eine Sache ist ihren Preis wert, auch wenn sie eventuell teuer war. Wenn etwas aber billig war und nach einmaligem Gebrauch schon zerbröselt, dann war das zum Kuckuck nicht "preiswert", sondern "billig"!!!

Und jedes Mal, wenn ich jemanden mit einer Primark-Tasche rumlaufen sehe, in der sich vermutlich Wegwerfklamotten befinden, dann denke ich nur seufzend: "Da geht er dahin, unser Planet..."

Also lasst mich mit dem Black Friday in Frieden!


Updates

Standard.at (24.11.2020): Greenpeace: Amazon zerstört weiterhin zurückgegebene und neuwertige Artikel

Thema: Schöne neue Welt
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Sonntag, 22. November 2020 20:03

Sandra schaut, hört und liest...

Twitch, Audible und Interviews

Twitch Wildmics #Zeitverschreib mit Mháire Stritter

Diesmal ging es um Reden auf der Bühne. Nicht, dass ich dazu irgendwelche Ambitionen hätte, aber es war wie immer schön, den beiden zuzuhören. Und wie man sich vorbereitet, das gilt auch für Präsentationen in Büromeetings. Oder wie man mit Lampenfieber umgeht. Mháire kann ich sowieso stundenlang zuhören.

Bei muxmäuschenwild gibt es ein nettes Interview mit Tommy, zu dem ich nur eine Anmerkung habe: Wenn man Moscow Mule kocht, dann geht doch der ganze Alkohol raus eins11elf!!!

Und bei Bücherkaffee gibt es ein Interview zum neuen Hörspiel "Kohlrabenschwarz", das bei Audible sogar kurzzeitig auf Platz 1 vor Barack Obamas "A Promised Land" war. Allerdings ist das nicht so mein Geschmack, wegen dem Horroranteil. Ich steh total auf Ghostsitter und Bill Bo und seine Bande mag ich auch sehr gerne. Wir haben Staffel 8 von Ghostsitter schon runtergeladen, aber da wir derzeit auf keine Cons fahren (können), machen wir keine gemeinsamen Roadtrips, auf denen wir dann Hörspiele reinziehen könnten. Ich hatte schon den Vorschlag gemacht, dass wir ein paar Mal um den Block fahren könnten, aber das wäre ja umweltsaumäßig.

Twitch Wildmics #Ferngespräch "QAnon ohne Trump"

Die Folge QAnon ohne Trump war wieder sehr aufschlussreich. Und die Community war wirklich super. Ich kann dem Chat normalerweise nicht zeitgleich folgen, weil ich so absolut gar nicht multitaskingfähig bin. Also Zuhören und Lesen gleichzeitig geht null. Deshalb konzentriere ich mich immer in erster Linie auf das, was die Expertenrunde sagt. Aber da war eine Frau im Chat, die erst ein wenig wie ein Troll wirkte und von den anderen angegangen wurde. Doch als sich herausstellte, dass sie wohl tatsächlich vor Dingen Angst hatte, die in diversen Telegram-Gruppen wahrsagsschwurbelmäßig angekündigt werden, hat sich die Community entschuldigt und es gab Links und Telefonnummern zu diversen Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge. Und sie wurde ermuntert, sich dort auch wirklich Hilfe zu holen und auf die Angstmacherei auf Telegram nicht zu hören. Wenn auf diese Weise hin und wieder jemand aus den Fängen der Schwurbler geholt werden kann, dann freue ich mich.

Twitch Wildmics #AlleBekloppt "Ihr fragt, Psychologen antworten"

Das Format #AlleBekloppt fand zum ersten Mal statt und Alexander Waschkau und Sophia Krappweis haben versucht, so viele Fragen wie möglich aus dem Chat zu beantworten. Was natürlich in der kurzen Zeit immer nur ein Anstoß sein kann, um sich im realen Leben Hilfe zu holen. Und es ist auch schön zu sehen, dass man mit seinem Problem nicht alleine da steht und dass die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen immer weniger wird. Dass es äußerst schwierig ist, einen (passenden) Psychologen zu finden, bis man endlich eine Therapie beginnen kann, steht auf einem anderen Blatt.

Netflix Discovery

Die Serienmacher haben anscheinend die Kritiken der Fanbase ernst genommen und es kommen immer mehr Star-Trek-Momente vor. Ob es die Serie retten wird, glaube ich trotzdem nicht. Das kommt jetzt ganz drauf an, was bei der Untersuchung des "Brandes" herauskommt, ob das mystischer Kurtzman-Quatsch ist, oder ob das annähernd eine realistische, nachvollziehbare, physikalisch-wissenschaftlich einigermaßen korrekte Ursache hatte.

Themen: Tommy Krappweis | Mháire Stritter | Star Trek
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Sonntag, 15. November 2020 19:53

Pumuckl

Als Kind mochte ich die Hörspiele von Pumuckl am Liebsten. "Das Schlossgespenst" hatte ich auf Schallplatte und auch "Pumuckl macht Ferien" und "Der Geist des Wassers". Die meisten Geschichten habe ich aber im Fernsehen gesehen. Inzwischen habe ich alle Geschichten als MP3 und auf meinen Autostick gepackt, so dass ich beim Autofahren Pumuckl hören konnte. Dabei gefällt mir die Stimme von Gustl Bayrhammer besser, weil ich die eben gewöhnt bin. Alfred Pongratz, der anfangs die Hörspiele sprach, hat meiner Meinung nach nicht den gleichen Ausdruck wie Gustl Bayrhammer. Viele verschiedene Figuren werden von den gleichen Sprechern gesprochen, was manchmal etwas komisch wirkt.

Die Geschichten hat Ellis Kaut ab 1962 geschrieben. Deshalb gibt es viele Dinge, die heute so in den Geschichten wohl nicht mehr vorkommen würden, z.B. dass Meister Eder Zigaretten holen geht, auf den Schreck ein Schnapserl trinkt oder dass es immer die Frauen sind, die kochen und waschen. Auch Kindern würde man heute keine "Watsch'n" mehr androhen, schon gar nicht den Nachbarskindern. Die Geschichten sind eben auch eine Art Zeitzeugen.

Gedreht wurde seinerzeit in der Widenmayerstraße 2 in München nahe der Praterinsel. Leider ist das Gebäude abgerissen worden, kurz bevor es unter Denkmalschutz gestellt wurde. Das ist natürlich sehr schade. Vielleicht wäre das heute eine kleine Touristenattraktion.

Trotzdem mag ich die Geschichten noch immer. Im Laufe der Zeit wird Pumuckl immer einsichtiger und braver, während Meister Eder immer seltener in Verlegenheit gerät, wenn der unsichtbare Pumuckl mal wieder seine Späße treibt und zumindest seiner Nichte Bärbel und seinen Freunden vom Stammtisch, allen voran dem Bernbacher Schorsch, erklärt er am Ende unverblümt, dass dies auf das Konto seines Kobolds geht. In einer Geschichte treffen Pumuckl und Meister Eder sogar auf einen anderen Kobold, dem blauen Klabauter. Der kam in der Serie nie vor, aber es gibt einen Kinofilm davon, den ich noch gar nicht gesehen habe. Darin wurde Gustl Bayrhammer von Wolf Euba synchronisiert, da er kurz nach den Dreharbeiten verstarb. Auch Hans Clarin, der Sprecher von Pumuckl, und Ellis Kaut sind mittlerweile nicht mehr am Leben.

Den Film "Pumuckl und sein Zirkusabenteuer" hatten wir damals 2003 im Kino gesehen. Da war Meister Eder bereits tot und Pumuckl war dann bei dessen Verwandten Ferdinand Eder, gespielt von Hans Clarin. Gesprochen wurde Pumuckl damals von Kai Taschner. Alles Umstände, die ich damals sehr traurig fand und kein Pumuckl-Feeling aufkommen wollte.

Was mir an Pumuckl besonders gefällt, ist der Sprachwitz. Ich selbst verhaspel mich auch gerne, wenn ich Fremdwörter aussprechen möchte, aber für Pumuckl sind jede Menge Wörter, die Meister Eder gebraucht, vollkommen neu, so dass er daraus witzige Eigenkreationen erfindet. Und ich frage mich die ganze Zeit, ob es das Wort "kurzweilig" schon vor Pumuckl gegeben hat, oder ob es aus dem Hörbuch heraus den Sprung in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft hat.

Außerdem fand ich es witzig, wenn ich das Autofenster runtergekurbelt hatte, und die vorbeigehenden Passanten bemerkten, dass ich ohne Kinder an Bord Pumuckl hörte. Das entlockte Vielen ein Lächeln.

Und überhaupt, wer will schon erwachsen sein?

Thema: Blick in die Vergangenheit
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Last Update:
23.03.2016 14:07 Clicks: 165961

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