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Sonntag, 16. November 2014 19:51

Carpe Diem

Wegen der gebräuchlichen Übersetzung "Nutze den Tag" wurde ich seinerzeit zur Getriebenen. Begonnen hat es etwa mit 12 oder 13 zu Beginn der Pubertät. Damals begann ich mit Tagebuch schreiben. Ich wollte schöne Ereignisse festhalten. Doch es gab auch Tage, an denen ich nicht wusste, was ich schreiben sollte. Das wurmte mich, so dass ich irgendwie getrieben war, irgendetwas jeden Tag zu tun, damit ich auch etwas zu schreiben hätte.

Ein Tag ohne etwas zu schreiben war ein verlorener Tag. Arbeiten lösten bei mir einen Erledigungsreflex aus. Oft erledigte ich sogar die unwichtigeren Arbeiten zuerst, bevor ich die wichtigen erledigte, damit ich keine Ausrede hatte, sie vor mir herzuschieben. Mein Motto war "Was du heute kannst besorgen, das habe ich bereits gestern erledigt". Ich arbeitete wie blöd, studierte wie blöd, amüsierte mich wie blöd, rannte abends in die Abendschule, arbeitete abends noch im Heimservice. Es war nicht mehr nur der Tag, den ich nicht ungenutzt lassen wollte, sondern auch jede Stunde, sogar jede Sekunde (also Zahnpastatuben vor dem Wegwerfen nicht mehr zuschrauben). Irgendetwas war immer zu tun.

Als ich neulich darüber nachdachte, vermutete ich, dass dieser Drang erst entstand, als ich mit den Kindern wieder zu arbeiten anfing. Aber das ist nicht so. Im Gegenteil, nachdem ich erst einmal krank wurde und eine ordentliche Bronchitis bekam, hörte ich den Warnschuss vor den Bug und wurde nachsichtig mir selbst gebenüber, wenn ich meine Arbeiten nicht so schnell und sorgfältig schaffte wie zur Zeit des Erziehungsurlaubs.

Aber auch, wenn man nicht mehr 120%ig alles gibt, sondern vielleicht nur noch 80%, führt das lediglich dazu, dass man in kürzerer Zeit noch mehr erledigen kann. Dann fing ich an, Freizeitstress als negativen Stress zu empfinden. Und kürzte fataler Weise an dieser Stelle. Was dazu führte, dass ich immer weniger unternehmungslustig wurde und mich auf Wochenenden freute, an denen ich nichts vor hatte.

Schließlich nutzt man den Tag auch dann, wenn man seine Batterien wieder auflädt und sich mal Ruhe gönnt. Doch was ist, wenn man dann immer öfter am Sonntag abend feststellt, dass das Wochenende auch nicht ausgereicht hat, um sich zu erholen? Und dass am Montag das Hamster-im-Rad-Gefühl wieder zuschlägt und alles wieder von vorn beginnt. Und dass es keine Work-Life-Balance ist, sondern eine WWWWWOOOOORRRRRRKKKK-life-Unbalance?

Es heißt übrigens nicht "Nutze den Tag". Es heißt "Pflücke den Tag" oder "Genieße den Tag". Also ist es gar nicht so verkehrt, Ruhepausen auch als Nutzen zu empfinden. Vielleicht sollte ich mich von dem Carpe-Diem-Gedanken nicht mehr so treiben lassen.

Thema: Sonnenstrahl [ Senf dazugeben ]

Samstag, 15. November 2014 14:38

Interstellar

Da wurde wohl versucht, einen Epos à la 2001 zu schaffen. Mit einer Prise fünftem Element, was ich etwas nervig fand. Nur, dass die Roboter zuverlässig arbeiteten, und wie wandelnde Monolithen aussahen :) Und Humor hatten :D

Einerseits hat mir der Film gefallen, da er bildgewaltig war und Einsteins Relativitätstheorie nicht einfach ausblendete. Und der psychische Effekt von Zeitdilatation und die Auswirkungen des mächtigen Überlebenswillens wurden auch sehr eindrucksvoll dargestellt. Trotzdem fand ich den Film teilweise etwas zu langatmig. Und Florian fand ihn zu vorhersehbar. Und es wurde auch nicht alles erklärt. So wird es der Phantasie des Zuschauers überlassen, wieso es auf der Erde zu einer Katastrophe kam. Hier hätte ich mir einen kleinen Seitenhieb auf Monsanto gewünscht (= meine Phantasie).

Nur beim schwarzen Loch wurde die Physik mal eben künsterlisch anders dargestellt. Ich weiß, es hat noch nie ein Raumfahrer einen Ereignishorizont überquert. Aber bitte, was soll denn geschehen, außer dass man durch die Gravitationskräfte zerrissen wird? Mal ganz abgesehen davon, dass ich persönlich Planeten in der Nähe eines schwarzen Loches von vornherein für die menschliche Kolonisierung ausgeschlossen hätte. Aber mich fragt ja keiner. Die Methode der Kolonisierung, die hier vorgestellt wurde, fand ich hingegen ziemlich interessant.

Update 19.11.2014, 21:52 Uhr

Interessanter Artikel über den Film in der Zeit.

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | Astronomie | Kino [ Senf dazugeben ]

Sonntag, 9. November 2014 13:39

Ein effizienter Blogeintrag

Man kann ja auch effizienter bloggen. Zum Beispiel über die ganze Woche :)

Am Dienstag war Nobbse da und hat seine verspäteten Geburtstagsgeschenke abgeholt. Besonders das [Unser Amazonstore: ] Festival Survival Kit *PLAYGRND* [/Amazonstore Ende] hat für Lacher gesorgt :)

Sandra und Nobbse

Nobbse

Freitag haben wir Florian gefeiert, mit Bowling und lecker essen bei unserem Lieblingsitaliener.

Bowling

Zander

Sandra und Florian

Crème brûlée

Und dann sollte ja wieder diese komische Blöd-Zeitung kostenlos an alle Haushalte verteilt werden. Ruthe sei dank hat sie aber nicht den Briefkasten verstopft. Allerdings hätte ich sie auch gut als Schildkrötenfutterplatzunterlage zum vollpiseln gebrauchen können. Aber es geht ums Prinzip.

Ruthe ist der Beste

Und den Samstag habe ich in lieber Gesellschaft beim Ratsch in der Kreativ-Höhle und beim Mädelzabend am Westpark verbracht. Dort haben wir dann Monster abgeschlachtet.

Kreativ-Höhle

Mädelzabend mit Castle Panic

Themen: Freunde | Meine Sonderanfertigung Florian | Fotoblog [ Senf dazugeben ]

Dienstag, 4. November 2014 19:03

Das Effizienzmonster

Das Effizienzmonster bildet eine Unterordnung des Homo Sapiens. Sie bewohnen meist Wohnungen und Häuser mit mehreren Familienmitgliedern und zeitweise auch Arbeitsstätten wie Büros und Krankenhäuser. Sie ernähren sich meist möglichst gesund, wobei die Zubereitung der Speisen nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen darf. Gerne stehen auch mal Reste vom Vortag auf dem Speiseplan.

Entstehung

Das Effizienzmonster entstand mit der Industrialisierung. Es erschafft sich in der Regel selbst, wenn der Nachwuchs in Tagesstätten untergebracht wurde und eine erwerbsmäßige Arbeit angestrebt wird. Um den zahlreichen Anforderungen gerecht zu werden, entwickelt das Effizienzmonster innerhalb kurzer Zeit Strategien, um die sogenannte Work-Life-Balance herzustellen. Dabei entwickelt es meist ausgeklügelte Techniken, auch kleinste Zeitspannen sinnvoll zu nutzen. Ein effektives Zeitmanagement schafft Räume für noch mehr Arbeit und noch weniger Freizeit.

Lebensweise

Nach einigen Jahren bildet das Effizienzmonster in der Regel ein System aus Terminplanung, das dem Programmieren eines Roboters gleicht. Es plant und managt und schiebt, um dann den Terminplan effizient abzuarbeiten. Dabei verleugnet das Effizienzmonster allzu oft eigene Bedürfnisse. Eingeplante Ruhepausen dienen zwar der körperlichen Erholung und können über sehr lange Zeiträume hinweg die Gesundheit weitestgehend erhalten, doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Effizienzmonster eines Tages feststellt, dass es eigentlich mehr tot als lebendig ist und so etwas wie reine Freizeit gar nicht mehr existiert.

Aussterben

Mit einem baldigen Aussterben der Spezies ist nicht zu rechnen, da es zu viele Ratgeber gibt, die vorgaukeln, dass man mit der richtigen Technik eine wunderbare Work-Life-Balance herstellen kann, dass man heutzutage Familie und Karriere problemlos unter einen Hut bringen kann, dass man doch von Natur aus multitaskingfähig ist und dass man mit einem effizienten Zeitmanagement dem Tag noch mehr als 24 Stunden abringen kann. Meist fällt ein Effizienzmonster wie ein Kartenhaus irgendwann selbst zusammen und entwickelt sich allmählich zu einem Homo Sapiens zurück, wenn es einsieht, dass es kein Roboter ist.

Thema: Sonnenstrahl [ Senf dazugeben ]

Montag, 3. November 2014 19:48

Legoland Saisonfinale mit Feuerwerk

Dieses Jahr waren wir zum Saisonstart und auch zum Saisonfinale im Legoland. Das Finale war besonders schön, weil es ein tolles Feuerwerk gab. Außerdem hatten wir richtig Glück mit dem Wetter. Schade nur, dass so viele Leute die gleiche Idee hatten, weshalb wir nicht viel geschafft hatten, weil man überall recht lange anstehen musste. Und auf der Heimfahrt blieben wir erst einmal eine Stunde im Auto sitzen auf dem Parkplatz, weil alle Abfahrten verstopft waren und es nicht viel Sinn gemacht hätte, sich da mit reinzustellen und Benzin zu verschwenden. Trotzdem war es schön :)

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Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | 1001 Steine | Freizeitpark [ Senf dazugeben ]

Dienstag, 28. Oktober 2014 19:36

Hubschrauber

Vielleicht sollten wir das nächste Mal, wenn ein Polizeihubschrauber über uns kreist, die Terrassentür schließen?

Mann stach auf Exfrau ein und ist jetzt auf der Flucht.

Thema: Traumhaus [ Senf dazugeben ]

Sonntag, 26. Oktober 2014 10:32

Mineralientage mit T-Rex

Wir waren schon ein paar Jahre nicht mehr auf den Mineralientagen. Aber irgendwann hat man dann eben doch alle Steine oder Fossilien, die einen interessieren. Und dann geht der Platz aus. Oder das Geld. Aber als ich dann im Radio gehört habe, dass ein echtes T-Rex-Skelett ausgestellt werden würde, wollte ich dann eben doch hin, wenn auch nur für kurze Zeit.

Wenn man so ein Originalskelett sieht, dann verfällt man doch irgendwie in Ehrfurcht. Und ich finde es auch bewundernswert, dass es nicht plattgedrückt wurde, nachdem das arme, tote Tier verschüttet wurde.

Wir haben uns dann noch kurz mit Thomas, Monika und Martina im Biergarten getroffen, bevor wir noch durch die Fossilienhalle geschlendert sind. Draußen gab es auch noch niedliche Plastiksaurier für die Kinder zu sehen. Hat Spaß gemacht :)

35 Fotos

Themen: Dinosaurier | Meine Sonderanfertigung Florian | Freunde [ Senf dazugeben ]

Samstag, 25. Oktober 2014 19:42

DVD: Der große Entwurf - Stephen Hawking

Letzt hatte ich die DVD [Unser Amazonstore: ] Der große Entwurf von Stephen Hawking [/Amazonstore Ende] angeschaut. Auf der DVD waren drei Folgen, wobei ich die zweite "Der Sinn des Lebens" am interessantesten fand (und nicht nur, weil ich 42 Jahre alt bin).

Darin ging es auch um die persönliche Wahrnehmung der Umwelt. Jeder Mensch sieht die Welt um ihn herum auf seine ganz persönliche Weise und schafft sich damit seine ganz persönliche Wahrheit. Das Problem bei der Sache ist natürlich, dass diese Wahrheit objektiv ist. Und es eigentlich völlig unmöglich ist, dass ein Mensch die absolut subjektive, reine Wahrheit erkennen kann.

Ein gutes Beispiel ist der IS. Die meisten von uns werden es nicht begreifen können, wie sich junge Menschen, insbesondere junge Frauen dazu verleiten lassen, freiwillig in den IS zu reisen, um dort zu leben. Aber sie haben ein eigenes Wertesystem und beurteilen die Dinge, die sie im Internet lesen, anders als beispielsweise ich. Für sie mag es reizvoll sein, einen starken Mann an ihrer Seite zu haben, die Frau eines Märtyrers zu sein und brav nach den strengen Regeln zu leben. Deshalb glauben sie nur zu gerne die Worte und halten die Berichte, dass diese Männer Frauen versklaven und vergewaltigen, für westliche Propaganda.

Aber kann man ihnen das wirklich vorwerfen? Wie sieht es mit der anderen Seite aus? Es ging vor einiger Zeit eine Meldung durch die Presse, nach der sich alle Frauen im Irak beschneiden lassen sollten. Dies stellte sich jedoch schnell als falsch heraus. Dennoch haben ich und viele andere dies bereitwillig geglaubt, weil wir das für realistisch hielten.

So sieht jeder Mensch eben seine eigene Wahrheit. Vielleicht sollte man das immer im Hinterkopf behalten, wenn man sich ein Urteil über andere Menschen bildet.

Themen: Astronomie | Filme [ Senf dazugeben ]

Samstag, 25. Oktober 2014 12:42

Trekdinner im Oktober 2014

Ich lasse heute mal Christina Hacker zu Wort kommen. Natürlich ist es keine Pflicht, zum Trekdinner verkleidet zu kommen, sei es zu Halloween gruselig oder zum normalen Trekdinner mit Uniform. Aber ich halte es für eine gute Gelegenheit, allerdings kann ich auch verstehen, wenn man nach der Arbeit zu müde dafür ist.

28 Fotos

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | Trekdinner [ Senf dazugeben ]

Donnerstag, 23. Oktober 2014 19:13

Relationen

Da bekommt ein Top-Manager dafür, dass er geht, 73,4 Millionen Dollar in Aktien, eine Goldener-Fallschirm-Zahlung von 19,9 Millionen Dollar und weitere Manager Goldener-Fallschirm-Zahlungen von insgesamt 17,7 Millionen Dollar, macht insgesamt 111 Millionen Dollar, oder bei einem derzeitigen Wechselkurs von ca. 0,8 insgesamt 88,88 Millionen Euro.

Andererseits werden 300 Jobs gestrichen. Wenn man ca. monatliche Lohnkosten von 3.500 Euro annimmt, macht das 12,6 Millionen Euro Lohnkosten pro Jahr. Man könnte also für das Geld, das an eine Hand voll Manager ausgeschüttet wird, die 300 Mann starke Belegschaft ungefähr 7 Jahre durch eine Flaute durchfüttern.

Nur mit dem Unterschied, dass die 300 Mann Belegschaft davon ihre Miete und ihr Essen und vielleicht noch ein paar andere Kleinigkeiten bezahlt hätten. Die Top-Manager legen das Geld auf irgendeine Bank und erwarten eine Rendite von 12% plus.

Kann mir das einer erklären? Ich kapier's nicht.

Thema: News [ 1 Mal Senf dazugegeben ]
 
Last Update: 09.01.2012 13:01
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